Wie Sponsorships für mich funktionieren...

Die Diskussion um gesponserte Inhalte, Reisen und Produkte ist ein Dauerbrenner im Internet. Vor allem Blogger stehen im letzten Jahr immer wieder im Fokus dieses Themas. Dabei ist das Konzept kein Neues und das Prinzip so alt wie das Geld selbst.

Bin ich bestechlich? Lasse ich meine Meinung und meine Arbeit durch Geld beeinflussen?

Als Krankenschwester habe ich manchmal einen Zehner in die Hand gedrückt bekommen und mich gefragt, ob sich jemand damit bessere Pflege erkaufen will.

Als Blogger bekam ich kostenlose Pakete zugeschickt und habe dann gehadert, ob ich nun verpflichtet bin, darüber zu schreiben.

Die Frage nach meiner Beeinflussbarkeit hat sich also nie wirklich geändert. Das Geld ging in unsere Kaffeekasse auf Station, meine Pflege blieb unbeeinflusst gut. Die Pakete wurden größtenteils verschenkt oder meine ehrliche Meinung dazu geäußert.

Einer meiner Grundsätze blieb immer: Geld ist mir nicht so wichtig wie Ehrlichkeit. Egal wie dringend ich es gebraucht habe.

Und so kann ich auch jetzt noch mit gutem Gewissen antworten, wenn mich jemand nach Kennzeichnung, Definitionen und Sponsorships fragt.

Allerdings bleibt auch bei der Gewissensfrage die Definition schwammig.

Was für mich gut und richtig ist, muss es nicht für Dich sein. Im Guten wie im Schlechten. Deshalb bleibt mein Rat zu Beginn dieses Artikels und zum Umgang mit Sponsorships: Leg für Dich eine Norm fest und halte Dich daran.

Binde Dich nicht an fremd erstellte Normen, wenn Du nicht wirklich dahinterstehst. Setz Deinen Namen nicht unter einen Kodex, wenn Du ihn nicht auch in all seinen Details sinnvoll und richtig findest.

Die Gesetzgebung selbst ist schwammig, also erschaff Dir selbst Regeln, die Dich ruhig schlafen lassen.

Und scher Dich nicht um Moral und Normen anderer.

Ich will hier in den Kommentaren auch nichts davon lesen, wie hoch und ehrbar andere ihren Standard setzen. Was Du tust oder lässt, ist Deine private Entscheidung. Und muss daher auch mit niemand anderem diskutiert werden.

Sie wird allerdings oft als Druckmittel genutzt, anderen das unwohle Gefühl zu vermitteln, nicht gut genug zu sein. Du selbst bestimmst, was gut und richtig für Dich ist. Niemand anderes.

Und ich vertraue dabei komplett auf Dein eigenes Ehrgefühl. Tu Du es also auch!

Nach dieser kurzen Predigt kommen wir also zu den Fakten, wie ich mit Sponsorships umgegangen bin. Dabei gibt es vor allem zwei Aspekte, wie ich Sponsorships bewusst und erfolgreich für mich eingesetzt habe:

 

Wie ich gesponserte Artikel für mich genutzt habe…

Nach wenigen Monaten kamen die ersten Anfragen zu SEO-Links. Ein kniffliges Thema, auf dass ich hier auch gar nicht tiefer eingehen möchte. Die Diskussionen darüber sind endlos und meist genauso ergebnislos.

Es gibt dazu eigentlich nur zwei Dinge zu sagen:

Wenn Du SEO-Links verkaufst und nicht kennzeichnest, ist das nicht illegal. Aber Du riskierst, von Google abgestraft zu werden und Dein Ranking zu verlieren. Punkt.

Alles andere ist Deine Entscheidung und kann so viel diskutiert werden, wie man will, sie bleibt Dein eigenes Risiko.

Aber diese Anfragen sagten mir vor allem eines:

Ein Backlink von meinem Blog hatte mittlerweile einen Wert. Also fing ich an, nach einer legitimen Art und Weise zu suchen, wie ich diesen Wert für mich und meine Leser nutzen konnte.

Es war klar, dass ich Geld verdienen musste und meinen Blog (und vor allem mich) nicht sehr lange von Luft und Liebe erhalten konnte.

Jedes Mal wenn ich nun also einen Artikel schreiben würde, der ein Thema mit deutlichem Mehrwert anging und der zwangsläufig in einer Empfehlung einer Dienstleistung oder eines Unternehmens enden würde (jeder Leser fragt immer auch danach, was ich in dieser Situation nutze), ging ich aktiv diese Dienstleister und Unternehmen an.

Ich sorgte also mit aktivem Akquirieren für meine eigenen Sponsorships, anstatt darauf zu warten, von Unternehmen angeschrieben zu werden, die zufällig zu meinem Thema passten.

Ein Artikel zu Flügen und Flugsuchmaschinen stand an? Also schrieb ich meine bevorzugte Flugsuchmaschine an und machte ihnen aktiv ein Angebot für einen gesponserten Artikel. Das Gleiche versuchte ich mit meiner Auslandskrankenversicherung, die ich seit über zwei Jahren zufrieden nutzte.

Manche Unternehmen waren, was Blogger anging, noch vollkommen jungfräulich, aber mit der richtigen Argumentation, nämlich wie viel beide Seiten davon profitieren konnten, ließen sich selbst diese Unternehmen darauf ein.

Was lernst Du also daraus?

Auch wenn das Akquirieren von Sponsorships als Kaltakquise erst einmal abschreckend wirkt, ist es langfristig der ideale Weg, mit gutem Gewissen Produkte und Dienstleister zu empfehlen und dafür bezahlt zu werden!

Und nirgendwo sonst als bei einem Produkt, von dem Du wirklich überzeugt bist, kannst Du besser für eine Kooperation und auch in Deinem Artikel argumentieren.

Ganz abgesehen davon, dass sich das auch in Deinem Schreibstil zeigen wird und so glaubwürdige Werbung darstellt. Im Gegensatz von rein kommerzieller.

 

Wie ich den Begriff des Sponsorships für meine Zwecke erweitert habe…

Nachdem ich festgestellt hatte, dass das Akquirieren von gesponserten Artikeln gut für mich funktionierte, ging ich sogar noch einen Schritt weiter.

Eine meiner Business-Vorbilder war Natalie Sisson, bekannt als „Suitcase Entrepreneur“, und vor allem ihr Buch unter dem gleichen Namen hat mich vor zwei Jahren stark inspiriert.

Nicht aber nur ihre Inhalte, sondern vor allem die Idee, wie sie ihr Buch bereits vor dem Erscheinen monetarisiert hatte:

Sie bot verschiedenen Unternehmen an, am Beginn eines jeden Kapitels eine Kurzvorstellung ihrer Dienstleistungen zum Besten zu geben, und ließ sich für diese Sponsorship bezahlen. Das brachte auch mich auf die Idee, mein erstes Buch „Frauen Reisen Solo“ sponsern zu lassen.

Ein selbst verlegtes Buch hat nur wenige Ausgaben, aber auch ein ansprechendes Cover und ein gutes Lektorat sollten Pflicht sein.

Zu dieser Zeit war meine Selbständigkeit finanziell noch sehr dürftig, also wollte ich mittels verschiedener Sponsoren zumindest diese Kosten decken.

Nach dem gleichen Prinzip schrieb ich also 10 Unternehmen an, deren Leistungen ich sowieso überzeugt in Anspruch nahm und mit denen ich teilweise zuvor bereits gearbeitet hatte.

Obwohl die meisten vor der Unberechenbarkeit der Reichweite (Wie misst man die Reichweite eines noch nicht veröffentlichten Buches? Und wie danach?) zurückschreckten, konnte ich starke Partner gewinnen und so knapp 550 € mit einem unveröffentlichten Buch verdienen.

Die Sponsoren wurden klar als solche gekennzeichnet und Werbeseiten ebenfalls.

Ich war sehr stolz darauf, es einfach versucht zu haben, und mir wurde klar, dass wir in Deutschland, was Sponsorships angeht, vielleicht noch lange nicht so weit sind wie in den USA, dass das aber nicht bedeutet, dass wir diese Schritte nicht auch gehen können.

Auch die Sorge, dass sich deutsche Leser darüber aufregen würden, in einem gekauften Buch Werbung vorzufinden, erwies sich als komplett unbegründet. Ich habe bis heute nicht eine Leserin ein negatives Feedback dazu abgeben sehen.

Unsere Denkweise muss sich dahingehend einfach ändern. In einem 5-€-Hochglanz-Magazin regt sich schon lange niemand mehr darüber auf, dass vor dem ersten Inhalt teilweise 20 Seiten Werbung erscheinen.

Was lernst Du also daraus?

Think outside the box!

Twitter das

Nur weil jemand die Sponsorship nach Schema F behandelt, heißt das nicht, dass Du es genauso angehen musst.

Such nach neuen Wegen, neuen Ideen und teste einfach aus. Du wärst überrascht, wie offen Unternehmen für gute und innovative Ideen sind!

Und wenn es nicht klappt, hast Du zumindest einiges dazugelernt!

 

Wie setzt Du Sponsorships erfolgreich für Dich ein?

 

 

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17 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Jenny

    Liebe Carina, ein toller und sehr interessanter Post! Oft habe ich schon darüber nachgedacht, bei Unternehmen „einfach mal“ nachzufragen, aber eine Sache hinderte mich immer wieder daran: Wie groß ist mein Wert? Was kann ich fordern ohne das es peinlich wird? Ich finde es sehr schwierig, einen Wert festzulegen.

    LG Jenny

  2. Hallo Carina,
    danke für den Einblick 🙂
    Ich fand den Artikel echt interessant. Unternehmen direkt zu fragen, anstatt zu warten, wenn man sowieso über die Produkte berichtet, ist eine gute Idee.

    Das Buch hab ich mir in meine Amazon-Wunschliste gelegt 🙂

    Viele Grüße
    Linda

    • Hallo Linda,
      freut mich!
      Manchmal liegt die Lösung so nah, aber wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

  3. Christine

    Hallo liebe Carina, vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel. Da fühle ich mich gleich sehr beflügelt :-). Mal sehen, wie ich das Thema Sponsoring für mein E-Book über Meditation nutzen kann…
    Liebe Grüße Christine

  4. Deiner Buchempfehlung kann ich mich nur anschließen und auch die anderen Bücher von Natalie sind definitiv empfehlenswert, da geht sie noch mehr ins Detail.
    Auf den Artikel mit dem Eigen-Wert und der Preisgestaltung bin ich auch schon sehr gespannt!

    Liebe Grüße,
    Ivana

    • Hi Ivana,
      ja, sie beißt sich in ihren übrigen Büchern schon sehr fest am idealen Leser – sehr wichtig, aber eben auch sehr spezifisch. Aus BYOB konnte ich nun ganz ehrlich gesagt dann nicht mehr so viel Neues mitnehmen… auch wenn es trotzdem gut ist.
      Liebe Grüße,
      Carina

  5. Liebe Carina,

    danke für Deine offenen Zeilen. Bei mir drängt sich abschleßnd noch eine Frage auf: Wenn Du eine Dienstleistung nutzt, sehr überzeugt von ihr bist, vor hast sie zu empfehlen, der Anbieter dann aber ein Sponsoring ablehnt – schreibst Du dann nicht darüber, obwohl du die Dienstleistung eigentlich guten Gewissens empfehlen kannst?

    Viele Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra,
      doch, na klar. Es sind ja meist Artikel, die ich sowieso geplant habe und die eine brennende Frage bei den Lesern beantwortet. Der Mehrwert ist also in jedem Fall da. Aber es gibt dann vielleicht nur einen no-follo-Link oder nur die textliche Erwähnung.
      So genau habe ich noch nie darüber nachdenken müssen – bis jetzt hat es immer geklappt 😀
      Aber ich empfehle ja auch viele Dinge und Dienstleistungen oder Sponsoring. Das ist ja genau das gleiche.
      Was mir hilft und wovon ich überzeugt bin, dass es auch das Leben anderer erleichtert wird empfohlen. Wenn ich damit Geld verdienen kann, gut. Wenn nicht, war ich immer noch hilfreich.
      Wie hältst Du es damit?
      Liebe Grüße,
      Carina

  6. Hallo Carina,

    ein sehr inspirierender Beitrag.
    Freut mich, von deinen positiven Erfahrungen zu hören,
    das macht Mut!

    Alles Gute,

    Sarah

  7. Katharina

    Hallo Carina,

    danke für die guten Tipps! Bin gerade dabei, meine erste Webseite/Online-Business zu gründen und deshalb natürlich auch dabei zu überlegen, wie ich eine gute Balance zwischen nützlichem Inhalt und Geld verdienen hinbekomme – finde Deinen Ansatz eine gute Idee.

    Hast Du vielleicht noch einen guten Tipp, wen man im Unternehmen am besten anspricht? Nutzt Du einfach die Kontaktmöglichkeit, die das Unternehmen auch für Kunden bietet oder vielleicht eher die Presseabteilung?

    Liebe Grüße,
    Katharina

    • Hallo Katharina,
      das ist sehr unterschiedlich, je nach Unternehmen und Anliegen.
      PR-Beauftragte raussuchen? Ich schau immer gern auf der „Team“-Seite nach und wenn ich gar nichts finde, frage ich auch schon mal einfach auf Twitter nach dem passenden Ansprechpartner.
      Vielleicht hilft Dir das weiter?
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Katharina

        Ja danke.

        Viele Grüße,
        Katharina

  8. Hi Carina,
    cooler Artikel, und du hast mich mit dem Sponsoring auf eine glänzende Idee für ein geplantes Buchprojekt (ich sag nur: Segeln in Tahiti) gebracht .
    Freu mich schon auf deinen geplanten Post zum Thema „wieviel ist mein Blog wert“ (oder so ähnlich), um einen Anhaltspunkt zu bekommen, wieviel man von Unternehmen verlangen kann, wenn sie als Sponsoren in einem Artikel erwähnt werden.
    LG aus Bora Bora,
    Michaela

    • Hi Micha,
      sehr gut! Ran an die Sponsoren 😉
      Schau auch mal auf dem Blog Camp Blog, dort habe ich als letztes auch noch einen Artikel speziell für Blogger und den Eigenwert geschrieben. Hier wird es vermutlich nicht ganz so Blogger spezifisch. Aber hoffentlich trotzdem hilfreich 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Carina

  9. Hi Carina,
    ein sehr ermutigender Artikel, Unternehmen anzusprechen und einen Vorschlag zu unterbreiten. Ist ein Konzept, eine Technik innovativ, verdient sie es, Erwähnung zu finden. Wie das genau für mich geht, darüber grübele ich schon eine Weile und suche nach einem praktikablen Dreh.
    Dir weiter gute Besserung und liebe Grüße
    Josi
    P.S. Zum Glück kommt Frühling. Nach meiner Rückkehr vom Äquator in Kenia Ende Februar habe ich unter dem hiesigen kalten Ostwind und Erkältung gelitten.

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