Wie Du schreiben lernst, wenn Du das Schreiben hasst...

(und Schreibblockaden knackst!)

Eben noch war ich komplett begeistert, mich endlich an den nächsten Artikel zu setzen.

Nun sitze ich vor einem weißen Feld und schaue dem Cursor beim Blinken zu.

(Ich verdächtige ihn heimlich, nicht rhythmisch zu blinken, aber ihn juckt das nicht.
Er blinkt einfach stur weiter.)

Schreiben ist eine knifflige Sache.

Viele Menschen hassen es. Manche frustriert es und andere kann es in Ekstase versetzen.

Ich gehöre zu allen drei Gruppen.

Als ich damit anfing, habe ich es gehasst, „in meiner eigenen Stimme“ zu schreiben, einfach weil ich keinen Schimmer hatte, wie sie klingt und wo ich die bitte herholen sollte. Also schrieb ich Ratgeber. Das fiel mir leicht, denn Fakten und Tatsachen beschreiben, das kann meiner Ansicht nach jede.

Später hat es mich frustriert, wenn ich versucht habe, meine Stimme in meinen Artikel zu verpacken, und dabei geklungen habe wie ein Roboter oder ein Clown auf Speed. Gern auch im Wechsel, alle zwei Zeilen.

Heute kann es mich in Ekstase versetzen. Ich kann stundenlang schreiben und dabei die Welt um mich herum völlig vergessen.

Aber von diesen ersten Tagen bis heute war es ein langer Weg.

In den seitdem vergangenen drei Jahren (Pink Compass feiert diesen Monat seinen dritten Geburtstag!) und nach weit über 400 Artikeln auf verschiedenen Blogs habe ich so einiges über das Schreiben gelernt.

Und vor allem, wie man sich selbst dazu bekommt, auch wenn man eigentlich nicht will…

1. Hör auf mit den Ausreden.

„Ich kann nicht schreiben.“

„Ich habe nicht genug Zeit, einen Blog aufzubauen.“

„Ich bin nicht gut genug.“

Keine davon zählt.

Schreiben kannst Du lernen, gut genug wirst Du einfach nur durch Übung (niemand fällt als Meister vom Himmel), und wenn Du keine Zeit für einen Blog hast, würde ich mich auch fragen, wie Du stattdessen ein Online-Business aufbauen möchtest?!

Denn am Blog zu sparen, bringt vor allem eines: dass Du dann mindestens doppelt so viel Zeit in viele andere Aspekte stecken musst, um Deine Glaubwürdigkeit, Deine Qualität und Deine Kompetenz zu beweisen.

In meinen Augen spart ein Blog nämlich dem Aufbau eines profitablen (Ka-Ching!) Online-Business eher Zeit, als dass er Zeit frisst. Mit jedem Artikel, selbst wenn es nur 3, 4 oder 5 auf einem Blog sind, beweist Du Dich und Dein Können. Ohne das ist es sehr viel härter, Kunden für Dich zu gewinnen.

Wenn auch natürlich nicht unmöglich. Für jede Regel gibt es Ausnahmen. Und je besser Deine Qualifikationen sind, je mehr Referenzen Du in der Tasche hast, desto leichter wird es.

2. Lass Dich inspirieren!

Meine persönliche Geheimzutat, wenn es um den Schreib-Cocktail geht:

Hol Dir so viel Input von außen wie möglich.

Lies Artikel zu Deinen Themen, zum Schreiben, zum Lernen, zur Produktivität beim Schreiben… zu allem, was Dich innerlich dafür begeistern kann.

Erstell Dir eine ganze Bibliothek in Pocket, Feedly und in der Kindle-App.

Meine Listen platzen geradezu, und jedes Mal, wenn mein Kopf mal wieder auf die Tastatur knallt, weil absolut gar nichts gehen will und ich die ganze Zeit formuliere, als würde ich für Hipsum schreiben, dann wühle ich in einer davon und lasse mein Hirn anschubsen.

Oftmals reicht es schon, mir die Artikeltitel anzuschauen, um mich auf Ideen für einen Artikel zu bringen. Oder ein Thema aufzugreifen, zu dem ich etwas zu sagen habe.

Du bist ein Mensch, der etwas zu sagen hat, das weiß ich.

Und jede, die etwas zu sagen hat, kann auch schreiben. Davon bin ich fest überzeugt.
Du musst es lediglich üben.

3. Mach Deine Stimme und Deine Worte zu Buchstaben auf dem Internet-Papier.

Ich weiß, ich weiß. „Deine Stimme zu finden“, ist das Schwierigste überhaupt.

Weshalb Du aufhören solltest, sie auf dem Papier zu suchen.

Dreh den Spieß einfach um.

Schnapp Dir ein Aufnahmegerät (das geht ganz einfach auch mit Deinem Handy), such Dir ein Thema aus, für das Du brennst, und erzähl es Deiner idealen Zielperson.

Genau! Dafür ist sie da! (Wenn Du sie nun erst mal wieder aus den Tiefen der Schublade herauskramen musst, weißt Du auch genau, warum es Dir so schwerfällt zu schreiben.)

Stell Dir vor, Du sitzt in einem netten Café mit ihr oder ihm und Du versuchst, sie von Deinem Thema zu begeistern. Das dürfte Dir nicht schwerfallen, denn schließlich brennst Du ja dafür und hast kein Problem damit, anderen Menschen davon vorzuschwärmen.
Nur beim Schreiben hakt es eben.

Sobald Du also alles ausgespuckt hast, was es dazu zu sagen gibt, mit einem sanften Einstieg und einem netten Abschluss (Du würdest ja auch nicht in der Mitte anfangen, etwas zu erzählen, oder?), dann stopp die Aufnahme und fang an, sie abzutippen.

Tada! Deine Stimme auf digitalem Papier.

Hab keine Angst davor, so zu schreiben, wie Du sprichst. Das ist unser Ziel!

4. Lass die Finger vom digitalen Tipp-Ex.

Das Schwierigste? Dich nun nicht wieder zu Tode zu zensieren.

Ja, natürlich: Alle Tippfehler und „Ähms“ darfst Du selbstverständlich korrigieren und streichen.

Aber fang nicht an, Deine eigene Stimme wieder zu rezensieren.

Was dann passiert, ist nämlich, dass Du den Roboter aka Junkie-Clown wieder hervorzerrst. Korrigier die Rechtschreibung und katastrophale Grammatikfehler.

Nicht. mehr.

Ich möchte Dich hören, wenn ich etwas von Dir lese. Ich möchte Dich kennenlernen, wenn ich etwas von Dir lese.

Also sprich mit mir. 

Im Café würdest Du Dich auch beim Sprechen nicht rezensieren oder einen Piepton drüberlegen.

Die wenigsten Menschen hassen wirklich das Schreiben. Die meisten hassen, dass sie glauben, es nicht gut genug zu können und ganz furchtbar zu klingen. Keines von beidem ist ein Grund, nicht zu schreiben.

Und wenn Du tatsächlich eine von den hartnäckigen Schreib-Hassern bist?

Dann hast Du gerade drei Minuten Deiner Lebenszeit mit dem Lesen dieses Artikels verschwendet (sorry, ich spendier Dir nen Cocktail bei unserem nächsten Treffen!) und Du hättest nur diesen einen Satz lesen müssen…

Verpack Deine Stimme in andere Medien und fang an, Videos zu drehen, Audio-Dateien oder Podcasts zu erstellen.

Denn das Allerwichtigste ist, dass Du das, was Du zu sagen hast, in die Welt trägst.

Denn nichts ist schlimmer, als eine Stimme zu haben und sie nicht zu nutzen.

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19 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Liebe Carina,

    total guter Artikel und wieder mal der Schubs, den’s grad gebraucht hat! Ich nehm den Cocktail aber trotzdem. Virgin Mojito *hust*

    Kämpfe momentan ein bisschen mit dem Roboter und Speed-Clown (super Vergleich!). Bei mir hakt’s grad stark am Medium. Wenn ich die Beiträge einspreche oder auf Video aufnehme, sprüht alles! Sprache, Ausdruck, ich selbst und mein kreativer Muskel.
    Werd ich weiterverfolgen 🙂

    Alles Liebe
    Andrea

    • Hi Andrea,
      danke Dir 🙂
      Virgin Mojito. Kommt sofort.
      Ich mach uns gleich zwei! 😀
      Bin gespannt wie es bei Dir weiterläuft 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

  2. Liebe Carina,

    danke für diesen tollen Artikel!

    Schreib-Blockaden und die Angst davor sind absolut normal und gehören einfach dazu, selbst wenn man schon jahrelang in die Tasten haut, kommen sie einfach hin und wieder um’s Eck.

    Ich arbeite seit zehn Jahren als Journalistin, und hab die eine oder andere davon bereits überwunden- für mich ist es am Besten dann einfach ne Runde spazieren zu gehen, oder etwas Schönes zu machen.

    Das hilft, den Kopf frei zu bekommen, und neue Ideen zu finden.

    Ganz liebe Grüße, Janina

    • Hi Janina,
      ja, kann ich absolut unterstreichen!
      Ich mach dann auch oft einfach alles zu, aus und verschwinde mal für eine Weile. Und dann läuft es wieder 🙂
      Liebe Grüße zurück,
      Carina

  3. Katja

    Liebe Carina,
    immer wieder schön, deine Stimme zu lesen.
    Viel zu selten nutzen wir sie, unsere ur-eigene Stimme.
    Nach außen perfektes Zahnpasta-heile-Welt-Lächeln –
    tief drin die Sehnsucht, es endlich auszuspucken.
    Ganz ohne Zahnpastaschaum.
    Dein Artikel hat mich berührt, mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und schon sitze ich da und schreibe diese, meine Worte frei auf dein
    digitales Papier. Federleicht. Schwindelfrei. Sichtbar.
    Ich hoffe, auch fehlerfrei.
    JEDE besitzt die Fähigkeit, zu SCHREIBEN! That’s right!
    Danke für deine Inspiration.
    Danke für dein Wachrütteln.
    Danke für deine Worte.
    Danke für dein Sein!

  4. Carina

    Hej Carina,

    super Artikel! Schreiben ist wirklich schwierig, vor allem wenn man weiß, dass andere einen lesen/ lesen könnten. Weil man man selbst ist! Und es macht eine Heidenangst sich genau so wie man ist anderen zu präsentieren. Aber dein Artikel motiviert genau das zu tun und nicht davor zurück zu schrecken. Gefällt mir sehr gut!

    Immer weiter so und ganz liebe Grüße,
    Carina

  5. Vielen Dank, liebe Carina, Du sprichst mir aus der Seele. Und zwar in allen Deinen Blog-Artikeln. Schön zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und dass Du die brennenden Themen eines Selbstständigen so direkt ansprichst.
    Danke für Deine Motivationsschubse 😉
    Liebe Grüße
    Helga

    • Hallo Helga,
      freut mich riesig! 🙂
      Ich glaube, da sitzen wir ins ganz vielen Punkten alle gemeinsam in einem Topf 😀
      Liebe Grüße zurück,
      Carina

  6. Toller Artikel, Carina! Vor allem dein Tipp mit der Audioaufnahme war Gold wert. So habe ich heute auf dem Hundespaziergang meinem Handy 13 Minuten für den nächsten Blogartikel „diktiert“. 😉 Man weiß ja nie, wann einem die Ideen kommen und das ist eine super Möglichkeit, sie direkt fest zu halten. Jetzt muss ich es nur noch in Schriftform bringen und mich mit dem „Zensieren“ zurück halten. 😉 Danke dir und viele Grüße, Julia

  7. Biene

    Liebe Carina,
    das ist ein toller Artikel. Ich kenne es, total unmotiviert zu sein und das Gefühl zu haben, gar nicht gut genug schreiben zu können. Aber das macht alles nur noch schlimmer, am besten ist es wohl, am schreiben zu bleiben. 🙂 Ich gebe hier in Brixen Südtirol jetzt auf jeden Fall mein Bestes.

    Die tapfere kleine Biene

  8. Liebe Carina,
    Dein Vorschlag mit dem Aufnahmegerät ist Goldwert, lieben Dank dafür. Manchmal hilft es mir auch, einen Text schon vorher zu gliedern und ihm eine Struktur zu geben. Ich stell mir dann vor, dass ich eine Art Skelett habe und jetzt mit meinen Worten Muskeln, Sehen, Bänder hinzufüge.
    Viele Grüße
    Wiebke

  9. Steffi

    Dickes Danke für einen tollen Artikel!
    Ich geh jetzt Blogbeiträge schreiben 😉

  10. Judith

    Ein schöner, motivierender Artikel, danke dafür. Ich verpacke meine Stimme aktuell in Fotos, ach was, ich verpacke sie nicht, sie singt in Fotos 🙂 – allerdings bisher „nur“ privat. Ich liebäugel aber auch immer wieder mit einem Blog, so als ein kleiner Schritt in Richtung irgendwann online Geld verdienen.

    • Hi Judith,
      egal in welcher Form, das Schreiben zu trainieren ist in jedem Fall schon der erste und wichtigste Schritt 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

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