Ich geb es zu...

anfangs war ich besessen.

Es gab so gut wie keinen Blog oder keine Webseite, die vor mir sicher war. Ich kannte sie alle, ich studierte sie alle und ich behielt sie klar im Blick.

Wovon ich rede?

Meiner Konkurrenz natürlich.

Ja, ja, ich weiß… das ist ja gar keine Konkurrenz. Das sind „Mitbewerber“.

Aber wem machen wir etwas vor. Am Anfang sehen wir sie ganz klar als das, was sie in unserem Kopf einfach sind: unsere Konkurrenz.

Die, die anfangs schneller darin waren, in unserer Nische Fuß zu fassen. Die Streber, die Durchstarter, die Alles-Hinbekommer-und-das-in-weniger-Zeit-und-mit-weniger-Falten-als-Ich-Superhelden.

Und kann ich mal kurz ehrlich mit Dir sein? Es war so anstrengend. Alle und alles im Blick zu haben. Jeden und jede im Auge zu behalten. Auf dem neusten Stand ihrer Seite, Artikel und Produkte zu bleiben und vor allem dabei kreativ meine eigenen Projekte voranzutreiben, die sich – selbstredend – komplett davon abheben und viel, viel besser sein sollten als deren.

Heute habe ich keinen Schimmer mehr davon, was meine „Mitbewerber“ so machen.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich mir nun hart einen Namen erarbeitet habe oder mit meinem Thema etabliert bin. Ich starte demnächst ein neues Randprojekt, und dieses Mal habe ich keine Marktforschung betrieben, außer mal zu schauen, ob ich in dem Thema Frauen finde, die mich inspirieren. Vorbilder, Motivationsgeber und Visions-Idole.

Das Wort Konkurrenz zusammen mit dem Wort Mitbewerber ist komplett aus meinem Mund und auch aus meinem Kopf verschwunden.

Wie das funktioniert? Ist eigentlich ganz einfach.

Ich habe endlich damit angefangen, auf meine eigene Wiese zu schauen. Mich um den besten Dünger und die feinste Gartenschere zu kümmern. Mich daran zu erfreuen, wie grün es ist, anstatt den Grünton mit den Nachbarn zu vergleichen und vor Neid die gleiche Farbe anzunehmen.

Ich habe angefangen, mich auf die Menschen zu konzentrieren, die ich mittlerweile gefunden habe, um meine nächsten großen Projekte umzusetzen. Und dankbar dafür zu sein, wie unglaublich wertvoll sie sind, wie viel besser sie alles aussehen lassen – und über das Honigkuchenpferd-artige Grinsen beim Anblick dieser Projekte habe ich völlig vergessen, über den Gartenzaun zu schauen.

Der nette Nebeneffekt, der völlig beiläufig und doch selbstverständlich dabei kam, ist, dass ich damit das beste Alleinstellungsmerkmal erschaffen habe, das ich hätte haben können.

Alles, was ich tue und was ich erstelle, ist dabei nicht vergleichbar. Es sind einzigartige Produkte, nicht kopierbare Projekte und unverkennbar mein Stil.

Keine Gegenbewegung mehr von dem, was alle anderen machen, keine Echo-Version großer Vorbilder oder gar Wiederholungen von Aspekten, die so schon in zigfacher Form vorgekommen sind.

Du hörst hier zu Recht verdammt viel Selbstbewusstsein und Stolz heraus. Vielleicht werden manche dabei den Eindruck bekommen, das sei Arroganz, leichte bis mittelstarke Selbstüberschätzung bis hin zum totalen Höhenflug.

Vielleicht ist es auch nur die manische Seite des Imposter-Syndroms, der extremen Egomanie, wie es Tina Fey so schön beschrieben hat (mein Dank für die Entdeckung dieses tollen Artikels geht an Melina!)

Vielleicht bin ich aber auch einfach endlich frei.

Von diesem ätzenden, nagenden Gefühl, immer auf dem Laufenden bleiben zu müssen, was alle anderen tun, und doch immer hinterherzuhinken. Und stattdessen endlich das Gefühl zu haben, frei atmen zu können.

Es war eine Seite an mir, die ich lange gehasst habe. Aber egal was ich getan habe, ich bin sie einfach nicht losgeworden.

Bis ich wirklich so konsequent geworden bin und sie alle aus meinem Blickfeld verbannte.

Ich habe die Blogs aus meinem Feed-Reader gelöscht, ich bin ihnen auf den Social-Media-Kanälen entfolgt und habe sämtliche Newsletter abgemeldet, die mich sonst noch „auf dem Laufenden“ gehalten hätten.

Stattdessen fing ich an, nur noch Artikel speziell zu meinem Thema zu lesen, je nachdem, worin ich gerade besser werden wollte. Ich konzentrierte mich mehr darauf, dazuzulernen – ganz egal ob das im Bereich Schreiben, Marketing oder eben auf mein Nischen-Thema bezogen war – und vergrub mich in Büchern, statt in den Blogs meiner Mitbewerberinnen.

Denn letztendlich, wenn wir alles auf die Essenz herunterschrauben: Wen interessiert es denn, wer in unserer Nische die Beste, Größte und Schönste im ganzen Land ist?

Ist es wirklich wichtig, ob ich die Nummer 1, 3 oder 10 bin?

Nein. Am Ende des Tages sollte Dir nämlich nur eines wichtig sein: ob Du an diesem Tag jemandem geholfen hast.

Die wichtigste Lektion, die ich im Laufe der letzten Jahre dazu gelernt habe und die einzige, die für uns zählen sollte, hat Gloria Steinem so wunderbar formuliert:

If you do anything people care about, people will care about you. - Gloria Steinem

Twitter das

Ich lade Dich damit heute ein – ich fordere Dich sogar geradezu heraus –, Deine Konkurrenz endlich zu vergessen.

Hör auf, auf das zu lauschen, was Deine Mitbewerber tun und sagen, und fang an, darauf zu achten, was Deine Fans, Deine Leser und Deine Kunden sagen und sich wünschen.

Dann wird auch bei Dir dieses nagende, beißende Gefühl der Angst, des Neides und der Unzulänglichkeit bald verschwinden.

Vielleicht wirst Du ganz schnell merken, wie viel glücklicher, erfolgreicher & zufriedener es Dich macht.

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10 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Hey Carina,

    sehr toller Artikel, den ich so unterschreiben kann. Eigene Stärken entdecken, anderen damit weiterhelfen und die Blockade zu den „Mitstreitern“ lösen! Hamsterpfote hoch für diesen Artikel und die Gedanken…P.S. Trotzdem muss ich immer wieder ein wenig üben, um das umzusetzen was Du hier geschrieben hast, man kann auch sagen – Einfach loslassen ;o)

  2. Liebe Carina,

    das ist ein super Schritt, und ich bin (immer noch) dabei, mich von diesen Gedanken, die Dich begleitet haben, immer mehr zu befreien. Im anderen Job-Leben funktioniert das schon lange, fällt mir da ein…

    Irgendwie habe ich es da ja auch ganz gut, weil die „Anderen“ nicht so wirklich genau das machen, was ich machen möchte. Aber nur weil das so ist, hält mich das dann ja nicht davon ab, Respekt davor zu bekommen, was sonst so geboten wird. Und da kann es doch glatt mal sein, mich mit einem Angebot zu vergleichen, das sich so gar nicht in meiner Nische bewegt… Wie schräg ist das denn? Und überhaupt?

    Es muss reichen, das Beste zu geben und zu schauen, wie ich das erreichen kann – aber eben für mich. Mit dem, was ich bin, kann, und möchte – meine Kundin im Blick und immer fragend.

    Ich werde mir das jetzt mal als Motivation mitnehmen, das noch mehr wie Du zu machen.

    Liebe Grüße
    Birgit

    • Liebe Birgit,
      ich weiß genau was Du meinst. Mir ging es auch danach irgendwann viel besser. Vor allem, je mehr ich zu meinem eigenen Ding wurde, waren ja die Mitbewerber nicht mehr gleich und ich konnte deren Erfolge viel objektiver einschätzen, bewundern oder eben einfach neutral betrachten.
      Man muss da glaube ich einfach nur mal eine Weile auf kalten Entzug gehen 😀
      Liebe Grüße,
      Carina

  3. Da triffst du den Nagel auf den Kopf!! 🙂 Hast du mal schlechte Erfahrungen gemacht, dass du deinen Mitbewerben entfolgt bist? Ich habe dazu schon mal blöde Kommentare erhalten…Nicht alle können das verstehen, aber: So what!

  4. Huhu Carina,

    Danke für diesen wunderbaren Artikel! Jep, das kenne ich selber auch nur zu gut und habe mich aus diesem Grunde auch schon seit längerer Zeit dafür entschieden bei mir, meinem Business und vor allem bei meinen Ideen zu bleiben. Klar hole ich mir Hilfe, lerne und teste. In meiner Branche bin ich eine der Wenigen die ihre Expertise auch als Coaching anbieten und dazu Produkte und Selbstlernkurse auf dem Markt bringen (bin gerade im Launch). Da könnte man meinen, jau is ja super – aber ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich denke: „Puh, so was macht man als cooler Stylist nicht, das ist in der Werbebranche und Werbefotografie nicht üblich – die Fotografen und Agenturen werden Dir das übel nehmen.“ Tja, vielleicht …… aber scheiß drauf. Würden immer alle das machen was so „üblich“ ist und sich an die unsichtbaren Regeln halten, dann gäbe es nicht so eine vielfältige, bunte und spannende Produktpalette von ebenso vielfältigen und bunten Unternehmerinnen 🙂 Also weiter so und Danke Dir! liebe Grüße Tanja

  5. Liebe Carina,
    danke für diesen Artikel, genau dasselbe habe ich auch erlebt und fühle mich jetzt befreit, weil ich einige Newsletter abgemeldet habe und auch auf Facebook einige losgelassen habe.
    Das neue Styling von deinem Blog ist wirklich sehr schön, gratuliere!
    Liebe Grüße,
    Katharina

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