Was mich an der "Scanner-Persönlichkeit" so richtig nervt...

(Und die goldene Business-Regel einer bekennenden Scannerin)

Dieses Artikel-Goldstück ist vom 2. Mai 2022

Kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links (*) zu Produkten enthalten, die ich empfehlen kann.

 

Wenn Du mich jetzt gegen eine Wand drücken und aus mir eine definitive Antwort rauspressen würdest, mit Androhung, mir sonst auf alle Ewigkeit den Zugang zu Salz&Essig-Chips zu verweigern, wäre sie klar und eindeutig:

Ja, ich bin eine Scanner-Persönlichkeit.

In allen anderen Fällen würde ich mich winden und rumdrucksen und mich wahrscheinlich in lange, ausführliche Erklärungen flüchten, was genau das eigentlich für mich bedeutet.

Denn Tatsache ist: Die Bezeichnung „Scanner-Persönlichkeit“ und ich? Wir haben ein echt schwieriges Verhältnis. Uns packst Du besser nicht ohne Aufsicht in einen Raum zusammen. Eine von uns kommt sonst mit einer blutigen Nase raus. Bevor ich Dir erkläre, wieso das so ist?

 

Lass mich Dir ein bisschen über mich erzählen…

 

 

PSSST… DIESEN ARTIKEL KANNST DU DIR VON MIR SOGAR VORLESEN LASSEN:

 

 

Ich habe, als ich ein Kind war, so ziemlich jedes Hobby, das Du Dir denken kannst, angefangen und innerhalb von 6 Monaten wieder aufgehört. Rhythmische Sportgymnastik, Flöten, Ballett, Reiten, WindowColor (erinnerst Du Dich daran noch??), die Computer AG… ich wollte alles mitmachen und überall dabei sein.

Und hab alles auch regelmäßig wieder hingeschmissen.

(Immerhin hab ich es an einem Weihnachten mal geschafft, ein Weihnachtslied am Baum zu flöten.) Bei meinem Wunsch, ein Klavier anzuschaffen, um Klavierspielen zu lernen, haben meine Eltern dann sicher nicht nur aus finanziellen und Platzgründen mal den Riegel vorgeschoben.

 

 

Auf meinem Schreibtisch herrscht konstante Konkurrenz zwischen zu vielen Dingen, die ich liebe, aufstellen will, täglich sehen und mich daran erfreuen will. Aber der dumme Schreibtisch ist eben keine zwei Meter lang.

Also sitzt die Sukkulente (eine von aktuell… ähm… 17) neben dem Stapel Postkarten mit Zitaten und Sprüchen, meinen veröffentlichten Büchern (Memo: Schreib doch noch mal ein Buch, Carina), einer aus Gips gegossenen Koralle (Pink-Compass-Erinnerungen *seufz*), einer Rolle von Feminismus-Weisheiten, einem Full-Focus-Planner, einem Notizheft „Für brillante Ideen & unbedeutenden Kram“ und vielem, was ich nicht sehen kann.

Weil es einfach zu viele Stapel gibt!!

 

In einer normalen Woche bin ich hin und hergerissen dazwischen, doch endlich mal ein bisschen mehr die Schweiz zu erkunden, meine Inliner mal wieder zu entstauben und im Gym die neuen Übungen zu testen, die ich online gefunden habe.

Ich wollte schon ewig endlich mal eine Meditations-Routine einführen, das Journaling versuchen, am Genfer See täglich meine 10.000 Schritte sammeln und dabei die endlose Liste meiner Podcasts reduzieren.

Aber ich würde auch so gern den Bücherstapel auf meinem Nachttisch etwas senken, will unbedingt den neuen Marvel-Film im Kino sehen, mal vor Ort einen feministischen Buchclub gründen und…

Was waren die anderen 12 Dinge noch mal?

Hab ich irgendwo auf einer Liste. ’ner endlosen Liste.

 

An „Scannern“ hängt für mich viel Negatives behaftet.

Auch wenn ich also definitiv zu dieser Spezies gehöre, weigere ich mich deshalb, mir diesen Stempel aufzudrücken. Man sagt ihnen nämlich häufig nach, sie haben keine Disziplin, sie können sich nie für etwas entscheiden, sie bleiben an nichts dran, sind wechselhaft und damit – zwangsläufig auch – einfach unzuverlässig.

Und ja, auf manche Scanner treffen verschiedene dieser Aspekte in unterschiedlichem Maße auch tatsächlich zu. Genauso wie es Genies gibt, die gleichzeitig auch soziale Vollpfosten sind, oder manche reiche Menschen arrogante selbstsüchtige Egomanen sind.

 

Wir sollten nie alle Menschen in einen Topf werfen, nur weil sie eine bestimmte Eigenschaft teilen.

Klar. Und trotzdem haftet besonders an Scanner-Persönlichkeiten eine Eigenschaft, die ihnen viele nicht nur bewusst zuteilen, sondern die viele Scanner selbst sogar selbstbewusst bestätigen: Sie können und wollen sich nicht für eine Sache entscheiden.

Genau damit habe ich meine Probleme.

Denn ganz abgesehen davon, dass das definitiv nicht auf mich zutrifft, schenkt es auch Menschen, die für sich selbst entscheiden, eine Scanner-Persönlichkeit zu haben, einen Freifahrtschein, den sie vielleicht im Innersten gar nicht wirklich brauchen.

 

Meine persönliche Meinung zum Thema Scanner?

Wenn Dir zum ersten Mal bestätigt wird, eine Scanner-Persönlichkeit zu sein, und Du damit gleichzeitig zertifiziert bekommst „Herzlichen Glückwunsch! Du kannst und musst Dich niemals für eine Sache entscheiden, um erfolgreich sein zu können!“ – machen sie es Dir unnötig schwer.

Meiner Ansicht nach ist das ein Zahnrädchen in Deiner inneren Einstellung, für das Dir vielleicht nur noch niemand die richtige Stellschraube gezeigt hat.

Vielleicht brauchst Du statt dieses Freifahrtscheins eine Gebrauchsanleitung, um die richtige Einstellung dafür zu finden.

Ich zum Beispiel war so jemand.

Ich konnte mich ewig und drei Tage nie wirklich entscheiden, wo ich hingehöre. Was mich wirklich so anfeuert und zum Dranbleiben motiviert, dass ich nicht wieder hinschmeiße.

Ich dachte richtig, richtig lange, ich wäre unzuverlässig, unfähig (!) mich zu entscheiden und würde deswegen auch niemals in irgendetwas richtig, richtig gut werden.

Und ich möchte einfach nicht, dass Du Dich genauso fühlst.

 

Hier gibt's was auf die Ohren!

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Deswegen zuckt mein Augenlid nervös, wenn ich sehe, wie dieser Anstecker der Scanner-Persönlichkeit immer wieder wild verteilt und so kommuniziert wird, als wäre es eine Ehre, ihn tragen zu dürfen.

Ja, natürlich, zunächst lässt er Dich aufatmen. Endlich musst Du Dich nicht mehr fragen, warum alle anderen scheinbar in einer geraden Linie geradezu auf ihr Ziel zurennen, während Dein Weg eher wie ein verworrenes Wollknäuel aussieht.

Was aber, wenn ich Dir sagen würde, dass Du einer leichten Regel folgen kannst, um Deinen Weg zu finden?

Du würdest mich nach der Regel fragen. Logisch.

 

Also lass sie uns anpacken:

Verwechsel nicht „eine Sache“ auszuwählen damit, alle anderen Sachen zu begraben.

Die meisten Scanner-Persönlichkeiten glauben fest, dass die Entscheidung für eine Möglichkeit das unwiderrufliche Begraben und Beerdigen aller anderen ist. Aber wie oft trifft das in unserem Leben tatsächlich zu?

 

Nur weil Du eine Beziehung beginnst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Du nie wieder Single sein kannst.

Nur weil Du das Stricken anfängst, bedeutet das nicht, dass Du niemals malen lernen darfst.

Und ganz genauso bedeutet es nicht, nur weil Du Dich entscheidest, Dein Business-Konzept auf Yogastunden aufzubauen, dass Du niemals Deinen Traum der Fotografin ausleben darfst.

Alles, was Du entscheidest, ist das, womit Du jetzt, heute und hier startest.

Womit Du Dir jetzt, heute und hier etwas aufbaust.

Der ganze Rest der Möglichkeiten?

Sitzt brav und kuschelig in einem hübschen Warteraum.

Mach Dir keine Sorgen um sie. Denen geht es prima. Die warten einfach nur darauf, bis ihre Zeit gekommen ist. Du bist schließlich noch jung. (Ja, bist Du. Auch wenn Du Dich nicht so fühlst.)

Ist diese Version nicht viel angenehmer, als den Warteraum in einen Raum zu verwandeln, in dem Du allen gleichzeitig gerecht werden willst?

Und dank der FOMO, also der Angst, etwas zu verpassen und nicht ausleben zu können, stattdessen nie etwas mit voller Energie aufziehst? Ständig das Gefühl hast, all Deine Möglichkeiten kommen eigentlich viel zu kurz?

Oder noch schlimmer…

Aus genau dieser Angst heraus einfach nie auch nur einer dieser Möglichkeiten eine echte Chance zu geben? Alle in diesem Raum sitzen und warten zu lassen, bis sie alle versauern (oder sie von jemand anderem aufgelesen und umgesetzt werden)??

 

Lass uns also Tacheles reden…

Wenn Du einen Haufen Business-Ideen hast und Dich nicht entscheiden kannst, finde ich das völlig verständlich. Geht mir auch heute noch so, wenn ich zum Beispiel 15 verschiedene Ideen für Tages-Workshops hab, aber eben nur Zeit für einen davon.

Aber bitte lass Dir weder von Dir selbst noch von anderen einreden, dass Du als Scanner-Persönlichkeit Dich ja auch gar nicht entscheiden musst – sondern einfach alles in ein Business einbringen kannst.

Das persönlich finde ich nicht nur faul aus Ratgeber-Sicht, sondern vor allem gefährlich, in einem vollgestopften Internet, in dem es gefühlt sowieso schon viel zu viel von allem gibt.

Stattdessen gebe ich Dir meinen besten Rat.

Den, den ich all meinen Femininjas gebe, die sich ein eigenes Online-Business aufbauen wollen:

Wenn Du so viele Leidenschaften hast, die Du alle umsetzen möchtest, dann wähle heute, hier und jetzt mal die aus, die das größte Potenzial hat, erfolgreich zu werden.

Die Idee mit der meisten Nachfrage und die sich vor allem (!) aktuell am besten monetarisieren lässt.

Und wenn Du die erfolgreich gemacht hast? Wenn Du sie auf stabile Beine gebracht hast, sodass sie selbst laufen gelernt hat? Dann hast Du die finanzielle und zeitliche Freiheit, Dich mit all Deinen anderen Leidenschaften zu beschäftigen.

 

Oder gewöhn Dir einfach gleich an, sie als private Hobbies anzugehen. Was ist denn so verkehrt daran?!

Und pssst… wenn Dein erster Gedanke dabei ist „Dann hab ich ja gar nicht genug Zeit dafür!“, dann frag Dich mal, wie viel Zeit Du dafür haben wirst, wenn Du alles gleichzeitig in Dein Business packen willst.

Statt Dich also mit 15 Business-Themen gleichzeitig abzustrampeln, ständig für irgendeines von ihnen mehr Reichweite aufzubauen, neue Produkte wie am Fließband für alle erstellen zu müssen oder Dich zu fragen, warum dieses eine Produkt für 13 verschiedene Interessen sich einfach nicht verkaufen lässt…

Die Entscheidung für eine Deiner Business-Ideen ist keine Entscheidung gegen alle anderen.

Sie ist einfach eine Priorität, die Du einer einzigen heute hier und jetzt schenkst!

Nicht mehr und nicht weniger.

 

PS. Ich läute mit diesem Artikel auf Um 180 Grad den MAIndset-Monat ein. Was das bedeutet? Den gesamten Mai konzentriere ich mich auf Dein hübsches Köpfchen und was darin so vor sich geht.

Und wir machen es gemeinsam stark für Erfolg!

 

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