Deine 11 1/2 wertvollsten Werkzeuge fürs Self-Publishing

Kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links (*) zu Produkten enthalten, die ich empfehlen kann.

Self-Publishing hat einen wahnsinnigen Schneeballeffekt im Online-Marketing erzeugt. Als ich 2013 an meinem ersten eigenen Buch gefeilt habe, gab es dazu kaum etwas auf dem deutschen Markt. Heute? Kann so gut wie jede in ein paar Wochen zur (selbst) veröffentlichten Autorin werden. Und ich feiere das sehr.

ein weiterer Schritt in die komplette Unabhängigkeit in Deinem Business!

Allerdings gibt es trotzdem so einige Hürden, die Dich dabei ausbremsen, nicht nur einfach ein Buch zu veröffentlichen… sondern auch Erfolg damit zu feiern. Nicht nur einmal kurz nach dem Launch, sondern dauerhaft über Jahre. (Mein erstes Buch verkauft sich seit 2014 und bis heute. Mittlerweile mehr oder weniger von allein.)

Ich habe Dir hier also mal eine knackige Liste zusammengeschrieben an Werkzeugen der etwas anderen Art (falls Du eine stupide Liste an Apps und E-Books erwartet hast: #sorrynotsorry), die ich als absolute Pflichtkür ansehe auf dem Weg zu einem erfolgreich selbst veröffentlichten Buch:

 

#1 – Unbrechbare Gewohnheiten

Jede Autorin, die von sich behauptet, sie würde ausschließlich dann schreiben, wenn die Muse sie küsst, lügt. (Kann ich natürlich nicht beweisen, aber dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen.) Also lass Dich von solchen Aussagen nicht einwickeln oder frag sie mal, ob sie die Tage vor der Deadline wirklich nur geschrieben hat, wenn ihr mal „danach war“.

I only write when I am inspired. Fortunately I am inspired at 9 o’clock every morning.

William Faulkner

Stell Dir die Muse wie eine dressierte Pudeldame vor. Sie taucht genau dann auf, wenn Du sie rufst, wenn Du sie genau darauf trainiert hast. Was glaubst Du, warum Du meist um die gleiche Uhrzeit Hunger bekommst? Um die gleiche Uhrzeit müde wirst? Wie oft wurdest Du schon zur gleichen Zeit wie Deiner üblichen Weckerzeit wach, obwohl Du ihn ausgestellt hattest?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Und genauso wie Du negativen Gewohnheiten verfallen kannst (lass uns davon lieber nicht anfangen…), kannst Du Dich auch zu positiven Gewohnheiten trainieren und davon profitieren.

Eine bestimmte Schreibumgebung, Musik, ein Duft, ein spezielles Programm… immer und immer wieder angewandt, und Deine Muse kommt mit freudig wedelndem Schwanz herbeigerannt.

Lesetipp dazu: Atomic Habits – James Clear

 

#2 – Laserscharfer Fokus

Wenn Gewohnheiten Deine besten Freunde sind, sind Ablenkungen Deine größten Feinde. Hier kurz in Instagram gescrollt, da kurz was gegoogelt (warum sind Kühe eigentlich gefleckt?! Sind das Halb-Albinos?) und nur mal eben kurz die E-Mails gecheckt und *zack* ist die Pudeldame beleidigt abgezogen.

Und lässt sich auch nur mit Hundekeksen und viel, viel Geduld zur Rückkehr bewegen.

Kekse. Warte. Lass noch mal kurz an den Kühlschrank…

Wenn Dein Fokus und Deine Konzentration einmal gebrochen sind, ist es wirklich hart, sie wieder zusammenzukratzen. Also lass es gar nicht erst so weit kommen. Es gibt dafür so einige gute Tools und Apps, die Deine Ablenkungen schmälern und Dich fokussiert halten, je nachdem wo genau Deine Schwerpunkte liegen. Kindersicherung am Kühlschrank, Apps, die Social Media blocken oder sogar Dein Internet.

Google kurz danach (jep, jetzt darfst Du noch mal) und wähl aus, was zu Dir passt.

Keulentipp: Die Freedom-App für ganz miese Tage

 

#3 – Aufgeräumte Schreibumgebung

Direkt angeschlossen an den Punkt davor: Sorg dafür, dass Deine Umgebung (physisch und digital) Dir die besten Bedingungen liefert. Ich versuche zum Beispiel meinen Schreibtisch, an dem ich sitze, so leer und ablenkungsfrei wie möglich zu halten. Damit ich nicht in die typischen „ach könnte ich doch noch schnell…“-Fallen tappe.

Gleichzeitig ist das Programm, in dem ich schreibe, meist das einzige, was ich offen habe. Mein E-Mail-Programm oder Slack fasse ich in dieser Zeit bewusst nicht an – und ja, an manchen Tagen ist das ein Kraftakt der Disziplin, aber #1 und #2 helfen mir meist dabei, stark zu bleiben. Ausnahmen gibt es immer, aber die Regel ist das, was am Ende zählt.

Software-Tipp: Scrivener – Autorenprogramm

 

#4 – Gründliche Marktrecherche

Ich weiß nicht, wie oft ich schon den Spielverderber auspacken musste (äh, mich. Ich, hier!) und absolut selbstbewussten und selbstsicheren Autorinnen in spe noch mal kurz den Wind aus den Segeln genommen habe.

Versteh mich nicht falsch: Ich werf kein Veto ein, wenn Du Dir zu 200% sicher bist, dass Deine Buchidee absolut genial und einzigartig ist, weil Dein Bauch Dir sagt, dass das unbedingt gebraucht wird. Ich feiere es und Dich gleich mit dazu.

Dein Instinkt und Dein Bauchgefühl sind Gold wert. Aber sicher zu sein, geprüft zu haben, zu wissen, dass Dein Buch gebraucht und gesucht wird?

Ist Platin. Immer und in jedem Thema.

Nichts ist deprimierender, als kurz vor der Veröffentlichung herauszufinden, dass gerade jemand exakt dieses Thema aus genau Deinem Blickwinkel heraus veröffentlicht hat und es gerade durch die Decke geht.

Das bedeutet nicht, dass Deines nicht genauso erfolgreich wird – ein oder sogar fünf weitere Angebote machen für mich absolut keine Hürde aus.

Aber wenn Du das vorher gewusst hättest, hättest Du Deinem Buch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal verpassen können und damit keine Sekunde lang Dein Selbstbewusstsein verloren.

Und dass Du völlig von Dir und Deinem Buch überzeugt bist, muss länger halten als nur in der Ideenphase.

Recherche-Tipp: Durchforsch Google und Amazon, als wär Deine Buchidee die letzte Cola vor der Wüste.

 

#5 – Dein Bücherregal

Schließt sich auch wunderbar an: Marktrecherche bedeutet auch, kräftig gelesen zu haben, was es da draußen schon gibt. Idealerweise nicht auf Deutsch. Der englischsprachige Markt ist eine perfekte Basis für die Recherche, was schon funktioniert und welche verschiedenen Ansätze es bei Deinem Thema gibt. (Denk daran: zur Inspiration, nicht zur Kopie.)

Also ganz egal, ob Du Sachbücher oder Romane schreiben willst, lies, was das Zeug hält. Es gibt keine bessere Fokussierung, Motivation und Inspiration als das.

Recherche-Tipp: Goodreads (Bewertungen dort sind deutlich echter und authentischer als auf Amazon – und lassen Dich gleichzeitig perfekt Deine Zielperson kennenlernen.)

 

#6 – Deine Anna

Vor jedem einzelnen Projekt, Produkt oder Angebot gibt es einen Menschen, der so wichtig für mich ist wie niemand anderes.

Meine ideale Zielperson.

Hier auf Um 180 Grad? Ist das Isabell. Isabell hat seit meiner Öffnung der Seite 2014 einen festen Platz an meiner Seite. Allerdings brauchte Isabell nur so am Rande Unterstützung beim Self-Publishing, weswegen ich für mein erstes Produkt zu diesem Thema dann Anna ins Boot geholt hatte.

Anna brauchte exakt das, was ich angeboten habe, und ich war im Umkehrschluss exakt die Person, von der sie lernen wollte. Anna setzte sich zusammen aus ganz vielen Kommentaren, Nachrichten und E-Mails, die im ersten Jahr bei mir eintrudelten. Dabei hab ich jedes Mal genau zugehört, wenn jemand davon erzählte, mal ein Buch schreiben und veröffentlichen zu wollen.

Bester Verkaufstipp: Hab auch laserscharf im Fokus, an wen Du Dein Buch verkaufen willst!

 

#7 – Wer nicht fragt, bleibt dumm

Das haben wir doch schon als Kinder in der Sesamstraße gelernt. Und nichts ist für mich so wahr wie das. Ich glaube, ich hab in meinem Leben Menschen schon rasend mit meiner Fragerei gemacht. Aber ganz besonders in Deinem Business ist es ein unglaublich wertvolles Werkzeug.

Sobald Du eine Reichweite hast, um Menschen etwas bieten zu können, fang auch an, sie zu fragen, was Du ihnen bieten sollst. Sie wissen es besser als wir – obwohl wir gern das Gegenteil annehmen…

Software-Tipp: Typeform Umfrageplattform

 

#8 – Wer schreibt, der bleibt… im Gedächtnis

Damit kommen wir auch zu einem extrem wichtigen Punkt direkt im Anschluss: Deine Reichweite. Immer mal wieder sehe ich, wie tolle Autorinnen komplett „kalt“ verkaufen. Bedeutet: Sie versuchen an Menschen zu verkaufen, die noch nie von ihnen gehört haben, sie nicht kennen und noch in keinster Weise Gelegenheit hatten, sich füreinander zu erwärmen.

Vergiss nicht: Vertrauen verkauft.

Und Menschen, die wir nicht kennen, können wir nur schwer vertrauen. Also wie kannst Du dafür sorgen, dass Du keine anonyme Autorin bist, die eben mal so über Nacht wie ein Pilz aus dem Boden geschossen ist und bei dem wir nur schwer von außen unterscheiden können, ob er giftig oder eine Delikatesse ist?

Indem Du vorher schon mal Kostproben verteilt hast. Und was eignet sich für Autorinnen besser als ein Blog? Nichts. Absolut nichts.

Business-Tipp: Starte einen Blog, mindestens 3–6 Monate vor der Veröffentlichung Deines Buches, und veröffentliche darauf 2–4 Mal pro Monat einen Artikel.

 

Hier gibt's was auf die Ohren!

Schon gehört? Der Audioblog von Um 180 Grad.

 

#9 – Bau ein Wartezimmer

Auf diesem Blog oder zumindest einer Webseite, die Dein Buch kräftig anteasert, bietest Du dann eine Möglichkeit an, sich eine exklusive Leseprobe herunterzuladen – im Gegenzug für ihre E-Mail-Adresse. Nennt sich Opt-in. Eine E-Mail-Anmeldung von Deinem E-Mail-Anbieter.

So hast Du sofort nicht nur die perfekten Menschen direkt in einer Liste und kannst sie jederzeit anschreiben und ihnen sagen, wie es so mit Deinem Buch läuft; Du hast gleichzeitig auch schon mal einen guten Überblick darüber, wie gut Dein Thema ankommt. Im schönsten Fall bekommst Du sogar E-Mails und Feedback zu Deiner Leseprobe.

Auf dieses Wartezimmer jagst Du dann so viele Menschen wie möglich. Social Media, Gastartikel auf anderen Seiten, Links in Deinen bestehenden Artikeln und den neuen danach, ganz egal, was und wo Du die Werbetrommel schlagen kannst? Verteil dort einen Link zum Wartezimmer!

Marketing-Tipp: Erstell ab Tag 1 eine E-Mail-Liste.

 

#10 – Versteck Dich nicht!

Falls Du seit Punkt #7 jetzt schon in die Papiertüte keuchst und Dich auf Deinem Stuhl selbstberuhigend vor und zurück wiegst, bleib cool. „Sichtbarkeit“ klingt gruseliger, als sie ist. Sie bedeutet nicht, dass Du jetzt jeden Tag dreimal auf TikTok Dein Gesicht in die Handykamera halten musst oder Instagram mit Selfies bepflastern musst wie eine Litfaßsäule.

Sichtbarkeit kann auch bedeuten, dass Du Fotos von Deinem Schreibprozess machst. Oder Menschen Deine lustigen und ein bisschen schrägen Eigenschaften beim Buchschreiben wissen lässt. Vielleicht trägst Du wie ein Talisman dabei immer die gleichen Socken? Machst während der heißen Phase Deinen Dutt nur noch auf, wenn er schon eher wie ein Vogelnest aussieht, oder isst im Akkord Cashewkerne.

Was auch immer es ist, was Du von Dir teilst und mit Deinem Thema und Buch verknüpfen kannst… es macht Dich menschlich. Und wir kaufen viel lieber von echten Menschen. Nicht vergessen.

Marketing-Tipp: Nutz Personal Branding so, dass es sich gut für Dich anfühlt.

 

#11 – Wag es ja nicht, Dein Buch zu verstecken!

Und wenn wir schon dabei sind, lass uns über den wichtigsten Aspekt Deines Buches reden: den Launch und das Marketing ganz generell. Falls Du erwartest, dass Menschen Dir Dein Buch ganz ohne Schritt 1–10 aus den Händen reißen werden, dann stell Dich lieber auf einen kräftezehrenden Marathon ein statt einen Sprint.

Dein Buch wird sich verkaufen, wenn Du Dir ernsthaft Gedanken um all diese Punkte gemacht hast, aber vielleicht eben trotzdem nicht sofort und nicht am Tag der Veröffentlichung. Mein erstes Buch hat im zweiten Halbjahr deutlich mehr eingebracht als im ersten, vor allem weil ich weiter drangeblieben bin, es zu vermarkten.

Menschen auf meine Seite zu ziehen, ihnen immer wieder und wieder von meinem Buch zu erzählen (sei hier nicht schüchtern) und darauf hinzuweisen, dass es existiert. Woher sollen sie es sonst wissen?

Also bereite Dich gründlich auf Deinen Buch-Launch vor, gib alles und danach noch mehr.

Buchtipp: Your First 1000 Copies – Tim Grahl

 

 

#11 ½ – Achte auf Deinen Kopf

Diese Regel gilt im Grunde für alles, was Du in Deinem Online-Business tust, und trotzdem vernachlässigen die meisten Menschen ihn regelmäßig und unbewusst. Er driftet einfach immer gern in den Hintergrund bei unseren vollen To-do-Listen und dem Versuch, mehr Geld zu verdienen.

Und merken nicht, dass er der Schlüssel dazu ist.

Sorg regelmäßig, kontinuierlich und dauerhaft (nicht mal nur einen schlauen Kurs lang) dafür, dass Dein Kopf im Boot ist, wenn Du versuchst, ein neues Angebot zu verkaufen. Das gilt eben auch für Dein Buch.

Du wirst so viel Liebe und Mühe da reinstecken, dass dieses Baby Deine volle Rückendeckung braucht. Also lass es nicht durch Deine Selbstzweifel, Unsicherheit und fiese Gegenstimmen getrieben ganz allein da draußen stehen.

Mach Dich für Dein Buch stark. Mithilfe der 11 Punkte hier oben und mit einem Mindset, das allem Gegenwind den Mittelfinger in den Sturm hält.

Und dann kann Dich nichts mehr aufhalten!

 

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UM180GRAD_GBT
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