3 Mythen der Produktivität, mit denen wir heute aufräumen

Dieses Artikel-Goldstück ist vom 2. Juni 2022

Kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links (*) zu Produkten enthalten, die ich empfehlen kann.

Jana: Nur h2 bitte 🙂

 

Nachdem es den ganzen Mai zweimal pro Woche auf Um 180 Grad darum ging, Dein Mindset kräftig aufzumöbeln und auf den richtigen Weg zu bringen (hast Du verpasst? Dann kannst Du sie hier im Archiv alle nachlesen), packen wir im Juni hier alles an, was Deine Zeit und Deine Energie schützt, bewahrt und vermehrt.

 

Aber auch dafür müssen wir mal wieder in Dein Köpfchen schauen.

Keine Überraschung, oder?

So vieles, was uns Struktur gibt, uns bessere Gewohnheiten schenkt, uns ruhiger schlafen lässt… alles, was uns produktiver macht, beginnt zunächst in unserem Kopf.

Aber ich würde gern zunächst mal drei Mythen ausräumen, die mich jedes Mal etwas zwicken, wenn ich sie höre oder lese…

 

 

PSSST… DIESEN ARTIKEL KANNST DU DIR VON MIR SOGAR VORLESEN LASSEN:

 

 

Um produktiver zu werden, brauchst Du nur die richtige Motivation!

Jede, die schon mal auf einem Event von Christian Bischoff, Veit Landau oder Tobias Beck war und danach hochmotiviert aus dem Raum marschiert ist, um innerhalb von drei Tagen ihr gesamtes Leben umzukrempeln, weiß, wovon ich rede, wenn ich von einem Motivationshoch spreche.

Und selbst wenn Du noch nie bei einem davon warst, kennst Du das Gefühl, wenn Du die Welt aus den Angeln heben willst:

Du wirst ab heute gesünder essen, jeden Morgen ins Fitness-Studio gehen, jeden Nachmittag 10.000 Schritte laufen, jeden Abend vor dem Schlafen ein Kapitel vom Buch auf Deinem Nachttisch lesen und jeden Morgen nach dem Aufwachen 20 Minuten meditieren.

Dann kommt der fünfte Tag und aus den 10.000 Schritten sind nur noch 7.000 geworden, der Salat wurde mit einem fetten Donut abgerundet und Du hast das Buch kurz angefasst – und müde zurückgelegt.

 

Motivation ist flüchtig und ’ne unzuverlässige Type.

Verlass Dich nicht auf sie. Sie wird Dich irgendwann im Stich lassen!¹

 

Um effektiver zu werden, musst (!) Du das Tool XY nutzen!

Jede von uns schwört auf dieses eine Tool, diese eine Software, diese eine Strategie – die ihr persönlich so enorm geholfen hat.

Ich könnte Dir meines aktuell aus dem Stegreif nennen – und ich wette, wenn ich Dich hier und heute fragen würde, was das eine Tool ist, auf das Du schwörst? Es käme recht zügig aus Dir rausgeschossen.

 

Das Ding ist allerdings auch:

Wenn ich Dich vor einem Monat, einem Jahr oder zwei Jahren gefragt hätte? Wäre es vielleicht noch ein ganz anderes gewesen.

Wir sind in stetigem Wandel, wir machen verschiedene Phasen durch. Mit unserer Energie, unserem Zeitkontingent, unserem Lebensstil und vor allem auch unserer Stimmung.²

Kein Tool hat die allmächtige Kraft und Fähigkeit, für alle Menschen gleichzeitig genau das Richtige zu sein.

 

 

 

Um Struktur in Deinen Alltag zu bringen, brauchst Du harte Deadlines!

Manchen von uns helfen glasklare Deadlines, die als „unaufschiebbar“ gelten. Anderen von uns nicht.

Ich habe lange an den Satz „Ein Ziel ist ein Traum mit einer Deadline“ geglaubt und ihn auch fleißig weiterverteilt. Und ja, bei manchen Zielen stehe ich immer noch dazu.

Aber wenn sich eines über die letzten Jahre gezeigt hat, dann ist es die Zunahme von Druck, die uns alle krank werden lässt.

Manchmal gilt also stattdessen „weniger (Druck) ist mehr“.

Harte Deadlines sorgen für Frustration, Selbstzweifel und über längere Zeit zu einem verminderten Selbstwertgefühl.

Wenn Du Deadlines immer wieder verpasst, nicht einhalten kannst oder Dich so hart zwingen musst, sie zu erreichen, dass Du dann nicht mal mehr Erfolgsgefühle spürst, weil Du zu ausgelaugt bist?

Meine Liebe, dann sind Deadlines für dich toxisch. Und es wird Zeit für neue, bessere und gesündere Strategien.

Eine neue Versagensphilosophie.³

(Darauf sind wir im letzten Artikel ja schon intensiv eingegangen.)

 

Hier gibt's was auf die Ohren!

Schon gehört? Der Audioblog von Um 180 Grad.
 

 

Also? Alle drei Tipps sind „meh“.

Lass uns ehrlich und unzensiert die Wahrheit ausspucken:

All das ist doch Mist. Es setzt zu hohe Erwartungen, erschafft unerfüllbare Ziele und grundsätzlich eine garantierte Frustration, nach der Du immer wieder alles hinschmeißt.

Und Dir dann einredest, irgendwas würde mit Dir nicht stimmen.

Völliger Quatsch. Es wird Zeit, hier einen meditativen Ansatz zu finden…

 

 

Was wirklich hilft

Neugier. Neugier und Experimentierfreude.

Kennst Du die Übung in der Meditation, in der Du Gefühle und Gedanken einfach nur beobachten lernst, ihnen sowas wie einen Sticker gibst („Ah, ein Gedanke!“ – „Ah, ein Gefühl.“) und sie dann ziehen lässt?

Fang an, das auch für Deine Produktivität, Deine Struktur und auch Dein Energiemanagement zu nutzen.

Statt Dich also vom nächsten Influencer davon überzeugen zu lassen, dass Du unbedingt diese oder jene App nutzen musst oder Du Challenge A in Zeit B erreichen musst, sonst bist Du eine Versagerin…

Atme tief durch. Schau Dir die Strategie mit Neugier an und implementiere sie als Experiment.

Wenn das gut läuft? Cool. Behalt es bei, solange es funktioniert. (Aber sei nicht streng mit Dir, wenn die Motivation abflaut und es dann hakt. Hat eben nicht für Dich gepasst.) Wenn das dann nichts für Dich ist? Versuch es zu einem anderen Zeitpunkt noch mal oder schau nach einer ganz anderen oder frischen Strategie.

 

Daran ist nichts falsch (oder an Dir).

Du tickst vielleicht ganz anders als diese Person.

Dein Alltag hat einen komplett anderen Zeitplan als ihrer.

Du hast vielleicht zwei Kinder und sie nicht.

Nichts funktioniert für uns alle gleich. Also schenk Dir die Freiheit, zu experimentieren, zu lernen, zu beobachten und einfach das zu finden, was jetzt, hier und heute für Dich funktioniert.

Nicht für immer, einfach nur für heute.

 

Quellen: 

¹ Lies zum Thema Motivation Kapitel 2 aus dem Buch „Why has nobody told me this before?“ von Dr Julie Smith.

² Zum Thema Stimmung und Gefühle kann ich Dir Amber Rae sehr als Inspirationsquelle empfehlen.

³ Das Buch „failosophy – a handbook for when things go wrong“ von Elizabeth Day hilft Dir bei Versagensängsten.

 

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