Wie Du wieder produktiv wirst, wenn alles in Dir "Böööh" schreit...

(Raus aus dem #funk, zurück ins Business.)

Nur ein kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links zu Produkten (erkennst Du am * hinter dem Link) enthalten, die ich nutze und liebe. Ich wurde nie dafür bezahlt, sie einzubinden! (Und auch nicht mit Salz & Essig Chips bestochen. Leider.)

Ich war die letzten Wochen, sogar fast Monate darin gefangen. Diesem komischen #funk, in dem alles einfach nur anstrengend, mühselig, dröge und ätzend wirkt.

Das Geschirr stapelt sich im Spülbecken, die Bücher voller Schnulzen und Young-Adult-Romanen neben dem Bett auch (und die sind deutlich verlockender als das Geschirr), Netflix läuft quasi in Dauerschleife – und Sport? Vergisses. Wird müde abgewunken.

Manchmal liegen wir einfach brach. Die Motivation hat sich auf irgendeine ominöse verschollene Insel verzogen und Deine To-do-Listen-Länge nimmt ungeahnte Ausmaße an.

Und so ganz generell bin ich die Erste, die dann sagt: Alles klar. Lass den Kram liegen.

Zeit für eine Auszeit!

Das Problem dabei ist nur: Manchmal können wir uns diese Auszeit einfach nicht leisten. Zumindest nicht für mehrere Tage bis Wochen oder sogar Mooonate. Irgendwann muss es schließlich auch weitergehen.

Ein paar Tage solltest Du in jedem Fall den Laptop schließen, die inneren Batterien aufladen und ihn dann zaghaft wieder öffnen. Keine Frage.

Damit Du ihn aber auch danach nicht sofort wieder panisch zuknallst, halte Dich an ein paar Regeln, wenn Dir eigentlich gerade alles zu viel ist, aber Dein Business kurz davor ist, Dich wegen grober Vernachlässigung zu verklagen…

 

#1 – Hör auf, in Deinen Auszeiten zu schummeln. Oder ihrer Definition davon.

Eine „Auszeit“ ist nicht die Stunde, während Du kochst. Oder vor dem Schlafengehen. Das nennt sich Pause oder Feierabend und sollte völlig selbstverständlich in Deinem Alltag auftauchen (und nicht nur am siebten Tag oder einmal im Monat).

Wenn Du also merkst, Du bist am Limit, dann lass Deinen Laptop für mindestens ! (ein Ausrufezeichen nach diesem Wort ist fast nicht genug) einen kompletten Tag geschlossen. Vom Aufwachen bis zum Aufwachen am nächsten Tag. Mir wäre es lieber, Du würdest daraus gleich zwei machen, aber ich geb mich auch schon mit dem Minimal-Programm bei Dir zufrieden.

Das bedeutet: Nicht kurz mal E-Mails checken. Nicht mal kurz Apps durchscrollen. Keine Business-Ideen oder Probleme im Kopf durchwälzen.

Ich weiß, vor allem Letzteres lässt sich sehr schwer regulieren, deswegen habe ich an solchen Tagen immer einen Notizblock in greifbarer Nähe liegen. Sobald ich merke, mein Kopf taucht in Spiralen ab, notiere ich mir grob, worum es geht, und beschließe, mich am nächsten Tag darum zu kümmern. Oder dann weiter zu grübeln.

 

#2 – Pack Dir nach Deiner Auszeit nicht gleich wieder einen 230%-Tag in den Kalender.

Der nächste grobe Fehler, bei dem ich Dir liebevoll auf die Patschehändchen hauen will, ist, die To-do-Liste von heute einer Auszeit zuliebe einfach auf morgen zu packen – zusätzlich zu dem, was für morgen da schon draufsteht.

Wird nicht funktionieren.

Nicht nur machst Du damit den freien Tag sofort wieder zunichte – Du wirst auch im Hinterkopf ständig den drohenden Berg fühlen und alles andere als entspannen können.

Ich sortiere in solchen Fällen und frage mich völlig realistisch und knallhart, was davon wirklich, wirklich dringend ist. Und was ich einfach auch auf nächste Woche verschieben kann. (Stellt sich in 99% der Fälle heraus: Das ist verdammt viel.)

Ganz lange Zeit dachte ich, meine selbst gesetzten Deadlines wären unumgänglich. Ich war superstreng mit mir selbst und habe quasi schon mit Falten zwischen den Augen drohend auf mich selbst geschaut, wenn ich es nur erwägt habe, mir zu erlauben, einfach mal Luft zu holen.

Heute verschiebe ich einen Launch dann einfach auch mal um eine Woche. Oder den neuen Artikel. Oder was auch immer gerade ansteht. Und weißt Du, was? Die Welt ist davon noch nicht untergegangen. (Was für mich anfangs extrem überraschend kam… ich warte noch auf die Zeitverzögerung.)

Die meisten Termine und To-dos werden immer noch von dem kleinen, inneren Kind* in uns erzeugt, das uns einredet, dass wir nichts wert sind, wenn wir nichts leisten. Üb mal, diesem kleinen Knirps zu sagen, dass das nicht stimmt. In Dauerschleife mit Sprung in der Platte, bitte!

 

#3 – Setz Dir selbst (und allen anderen) klare Grenzen.

Kommen wir zum nächsten kniffligen Punkt. Dem Wort mit vier Buchstaben, das wir in etwa so gern aussprechen wie den Satz „Ich brauche einen Zahnarzttermin für eine Wurzelbehandlung“.

N.e.i.n.

Hab’s zur Sicherheit buchstabiert. Dann wirkt es weniger bedrohlich.

Nein zu sagen, ist auch eine dieser Sachen, die uns nicht einfach von der Zunge gehen, weil daran auch wieder der Selbstwert hängt. Wenn wir klare Grenzen ziehen, was von uns in welcher Zeit erwartet wird, dann könnten wir ja Gefahr laufen, nicht mehr so doll gemocht zu werden.

Und was, wenn nicht das Ziel, von allen Menschen auf dieser Welt geliebt zu werden, lässt uns dann jeden Morgen überhaupt aufstehen? Was gibt uns dann noch Sinn im Leben??

Nur falls Du es verpasst hast: das ist SARKASMUS.

Ich bin die Erste, die die Hand hebt und sich dessen schuldig bekennt. Auch heute noch.

Wenn ich nicht regelmäßig bei den Femininjas aufkreuze – weit häufiger, als ich es müsste –, dann habe ich nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern ganz tief in mir drin auch die panische Angst, in der Woche danach landen mindestens 55 Kündigungen in meinem Postfach.

Und um jetzt völlig blank zu ziehen… das sinkende Einkommen ist nicht das, was mir Schnappatmung bei diesem Gedanken verursacht. Sondern die Angst, nicht mehr gemocht zu werden, weil ich sie enttäuscht habe.

Daran muss ich mich immer wieder erinnern, tief Luft holen und klare Grenzen für mich und eben auch für alle anderen ziehen. Nicht nur mir selbst zuliebe, sondern eben auch ihnen zuliebe.

Denn wenn ich mehr Energie habe, dann ist ihnen deutlich mehr damit geholfen, wenn ich eine Stunde präsent bin, als drei Stunden genervt, ausgebrannt und leicht reizbar zu sein. (Carzilla in Aktion will wirklich niemand sehen, glaub mir…)

Erinner Dich also daran, dass Du mit klaren Grenzen nicht nur Dir hilfst (auch wenn das schon Grund genug wäre), sondern auch allen Menschen um dich herum, weil Du deutlich ausgeglichener sein wirst.

 

#4 – Komm mir nicht mit „Ja, aber…“

Ich weiß ganz genau, was Du mir gerade alles an den Kopf ballern willst. Wenn Du eine echte Auszeit nimmst, wird danach niemand mehr da sein und all Deine Fans/Follower/Leser nur ein sinkendes Schiff sehen und schneller die Flucht ergreifen, als Du „Auszeit“ überhaupt sagen kannst.

Bullshit.

Ich habe meinen Instagram-Kanal ein Jahr lang nicht angefasst, danach ohne Strategien und mit einem anderen thematischen Ansatz neu gestartet, tauche nur noch sporadisch auf, und trotzdem ist dort immer noch mehr als 10% meiner Reichweite interaktiv. Was auch nicht viel weniger ist als vorher.

Du kannst also alle Regeln im Buch der Regeln brechen, und trotzdem werden Dir die richtigen Menschen treu bleiben.

Verlier Dich nicht in diesem Mangeldenken, dass Menschen nur dann bei Dir bleiben, wenn Du konstant zu 100% funktionierst, perfekt bist und etwas leistest. Die Einzige, die das von Dir erwartet, bist Du. Das gilt für Blogs, Podcasts, Videos und Social-Media-Kanäle jeder Art.

Auch ich habe mich lange von Algorithmen ins Bockshorn jagen lassen.

Aber bedenk auch mal, wer Dir wirklich einredet, dass Du komplett von der Bildfläche verschwindest, wenn Du mal einen Tag auf der Couch abhängst…

Unternehmen, die mit Deinen Inhalten Geld verdienen. Deine treuen Fans und Leser? Die liegen selbst auf der Couch und freuen sich einfach, wenn Du wieder zurück bist. Keine Erklärung nötig.

 

4 knackige Punkte. Das ist alles. Sie sind keine 99 Tipps, wie die Pomodoro-Technik und die Sortierweise Deiner To-do-Liste, um wieder produktiver zu werden.

Aber dafür gehen sie deutlich tiefer, wenn Du sie befolgst.

Denn wenn Du einmal neben den Bergen an Geschirr und in der Netflix-Dauerschleife von Gilmore Girls angekommen bist, hilft Dir keine Produktivitäts-Technik der Welt, Dich da einfach rauszuschnipsen.

Dann wird es Zeit für Frühjahrsputz im Energie-Management.

Sogar (und erst recht) im Herbst.

 

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8 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Liebe Carina,
    danke für diesen wunderbaren Artikel! Mir geht es genauso wie dir, denn ich bin häufig im Leistungsdenken/fühlen gefangen. Leider! Aber wichtig ist, dass wir das, was wir tun mit Freude und guter Energie machen. Sonst wird es nichts Besonderes. Ich denke in Zeiten, wenn ich einfach nur noch genervt von meiner To-Do-Liste bin, auch darüber nach, was wirklich wichtig ist und was getrost liegenbleiben kann.
    Übrigens habe ich gestern im Radio genau dazu was gehört: es ging darum, dass wir nicht dafür da sind, Leistung zu erbringen, sondern es kann genauso sein, dass wir einfach nur anderen Menschen gut zuhören oder für sie da sind. Auch das kann der Lebenssinn sein. Und das ist doch einfach, oder?
    Liebe Grüße von Solveig 🙂

    • Hi Solveig,
      darin sehe ich wirklich auch noch einen riesigen Knackpunkt: Die Leistungsgesellschaft.
      Aber ich denke, auch das wird sich hoffentlich in den Griff bekommen lassen, wenn wir uns das immer wieder bewusst machen.
      Liebe Grüße zurück
      Carina

  2. Du machst alles richtig, Carina. Und weil du dich offen und ehrlich als Mensch zeigst, der auch mal seine Durchhänger hat, bist du mein größtes Vorbild. Jaaa, ich sehe immer wieder an mir selbst, woran es liegt, dass deine treuen Fans dir auch dann nicht abhanden kommen, wenn du Schwächen zeigst, sondern sich eher nur noch mehr in dich verlieben.

  3. Danke für diesen Artikel und vor allem für das Teilen deiner Erfahrungen. Schon das Lesen entspannt, weil ich an bestimmten Stellen tiiiiieeeef Luft holen musste (weil ertappt gefühlt), um dann beim Weiterlesen entspannt tief ausatmen zu können. Atmen funktioniert halt immer Die Angst aus der Umlaufbahn geworfen zu werden (oder gar aus dem social Universe), wenn man nicht mehr wie ein geöltes Maschinchen produziert kenne ich sehr gut. Im Prinzip geht es immer wieder darum, zu sich selbst zurückzufinden, bei sich zu bleiben und sich das auch immer wieder zu erlauben.

    Herzensgrüße
    Susan

    • Hi Susan,
      ganz genau. Und gerade beim "erlauben" versagen wir doch ganz oft 😉
      Liebe Grüße
      Carina

  4. Manuela

    Hey Carina,
    genau was ich momentan brauche. Ich hab erst im Urlaub gemerkt wie sehr ich es übertrieben hab mit dem ewigen :"Ja klar, das schaff ich auch noch!"
    Jetzt kämpfe ich grad damit, mir eine vernünftigere Arbeitsweise anzueignen. Gar nicht so leicht, weil das Umfald ja immer noch davon ausgeht, dass ich mich um alles kümmere 😉
    Danke für deine Punkte wie man sich selbst nicht ausbrennt!
    Alles Liebe
    Manuela

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