Pitch Perfect:

Wo ist eigentlich dieser Aufzug, von dem alle reden?!

Eines der ersten Dinge, die ich vor drei Jahren lernte, als ich anfing, mich mit Online-Marketing zu beschäftigen, war, dass ich unbedingt einen Elevator Pitch haben sollte. Ich hatte keinerlei Ahnung von Marketing und konnte mir deshalb nur wenig darunter vorstellen.

Das bekannteste Video dazu erklärte mir dann, dass ich eine genaue Beschreibung davon haben müsste, was ich eigentlich mache, welches Angebot ich habe und warum das für andere Menschen überhaupt interessant sein könnte.

Also erstellte ich brav meine 3-4 Sätze, wurde so knackig wie möglich und wartete auf den Aufzug.

Den Aufzug, in dem ich den Menschen treffen und von mir überzeugen sollte, der für mein Online-Business so unglaublich wichtig sein sollte.

Kam natürlich nie.

Das solltest Du jetzt nicht wörtlich verstehen. Aber wie bei so vielen Marketing-Begriffen verstand ich auch hier nicht ganz den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis.

Genauso wie ich anfangs ganz brav meine Zielperson erschuf (und dann in die Schublade schob und dort vergaß), wanderte auch mein Elevator Pitch bald hinterher.

Erst nach zwei Jahren wurde mir wirklich bewusst, was schlaue Online-Marketer mir damit beibringen wollten… und warum das für mich so wichtig war!

Fangen wir also noch einmal von vorne an:

Du solltest Dich relativ am Anfang einmal mit einem Blatt Papier und einem Stift bewaffnen (oder alternativ auch mit Tastatur und Evernote) und Dir in maximal vier Sätzen aufschreiben, welches das Ziel Deines Online-Business ist, warum sich jemand dafür interessieren sollte (kleiner Hinweis: was DU davon hast, interessiert im Grunde niemanden) und was jemand anderes davon hat.

Denn hier kommen die vier Knackpunkte…

A – Was Dir ein guter Elevator Pitch bringt

Im ersten Schritt vor allem eines: Klarheit.

Du wirst Dich selten wieder so sehr auf den Kern Deines Online-Business konzentrieren wie in der einen Stunde, in der Du an Deinem Elevator Pitch basteln wirst.

Kein Herumgedruckse, kein ellenlanger Monolog. In 10-20 Sekunden oder auch 3-4 Sätzen musst Du alles auf den Punkt bringen und gesagt haben, was Du sagen willst.

Schon mal versucht?

B – Was Du damit erreichen kannst

Jeden Menschen, dem Du begegnest, von Dir zu überzeugen und vor allem etwas, dass uns gerade zu Beginn unglaublich schwerfällt: Selbstbewusstsein auszustrahlen.

Wie oft hast Du Dir gewünscht, Du hättest eine schlagfertige, knackige Antwort für alle Skeptiker, Zweifler und Nein-Sager da draußen, die Dich fragen, was Du da eigentlich zur Hölle treibst?!

Besser als mit einem ausgefeilten Elevator Pitch kannst Du sie gar nicht zum Verstummen bringen. Denn je klarer Du erklären kannst, was es ist, das Du tust oder verkaufst, desto unsicherer wird Dein Gegenüber. Im Gegensatz zu Dir. Weil er dann nämlich merkt, dass er keine Ahnung hat, wovon Du da eigentlich redest – oder er wird Dein größter Fan!

C – Wie er Dir das gibt, was Du brauchst

Wenn Du dem Menschen, der Dir gerade gegenübersteht, zeigen kannst, was er davon hat, was Du anbietest (vielleicht hab ich’s schon mal erwähnt: Menschen sind kleine Egoisten), und dass es genau das ist, was er will, braucht und sucht, dann wirst Du zur begehrtesten Person im Raum.

D – Wie viel das mit dem Aufzug zu tun hat

Gar nichts. Absolut gar nichts. Der Grundgedanke, der mich allerdings einfach nur verwirrt hat, war lediglich der Kern, dass Du Dich dabei so kurz und knackig wie möglich fassen solltest.

Was dann wiederum einfach bedeutet: Je besser und klarer Du Dich in wenigen Sätzen beschreiben kannst, desto besser weißt Du selbst, was genau Dein Thema ist. Und wirst es automatisch auch überall viel besser kommunizieren.

Auf Deiner Homepage, in Deinen Texten, auf Deinen Verkaufsseiten.

Genau wie mit der Zielperson geht es im Grunde immer wieder nur um das eine (Nein! Nicht darum, sie ins Bett zu kriegen). Nämlich um die richtige Kommunikation.

Nun bist Du dran! Stell Dir vor, Du triffst mich… im Aufzug, auf einer Party, in einem Café oder in einem Coworking-Space und ich frage Dich:

Und? Was machst Du so?

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22 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Hallo Carina,

    um Deine Frage zuerst zu beantworten:

    „Ich style das Aussehen deiner Marke durch meine kreative Arbeit und lasse sie dadurch fantastisch aussehen.

    Außerdem schreibe ich zwei Blogs (Bereich Grafikdesign und Religion Islam) und betreibe einen Onlineshop. “

    Das ist bisher meine Vorstellung. Die meisten werden dann neugierig und fragen mich weiter aus 😉

    Aber ich gebe Dir recht, dass ganze ist eher für mich. Denn vorher konnte ich das kaum in ein paar Sätze zusammenfassen.

    Ich habe dann immer was daher genuschelt wie: Ich gestalte Flyer, Visitenkarten etc. Kann auch ganz gut sein, bringt es aber eigentlich nie auf den Punkt und die Menschen haben nur reagiert, wenn gerade mal das passende Werbemittel für sie dabei war. Also fast nie 😀

    Lieber Gruß
    Verena

    • Hi Verena!
      Sehr schön, fast perfekt! Dein Einstieg war super, beim zweiten Teil kommt die Frage auf „Und was hab ICH davon“?
      Es geht im Grunde immer darum, alles was wir tun so zu drehen, dass unser Gegenüber, unsere Leser, unsere Kunden, klar sehen, welchen Vorteil sie davon haben.
      Auf jeden Fall besser, als jedes Genuschel 😀
      Liebe Grüße,
      Carina

  2. Hallo Carina,
    meine Antwort ist:
    Mein Name ist Gabriele Lügger, ich bin Sichtbarkeitscoach, das heißt, ich helfe Dir, dass Deine Kunden Dich finden, indem Du Deine Sichtbarkeit steigerst.

    Das mit der Elevator Pitch ist mir auch sehr schwer gefallen. Das ist so wichtig für die – wie Du schon gesagt hast – Klarheit.

    Liebe Grüsse
    Gaby

    • Liebe Gaby,
      klingt doch schon ziemlich gut 😉
      Und ohne das „das heißt“ klingt es sogar noch eine Spur verstärkend 🙂
      Viele Grüße,
      Carina

  3. Hallo Carina,
    in meinem Blog „Webdesign Journal“ helfe ich anderen Webdesignern, Agenturen, Selbständigen und Bloggern effektivere Webseiten zu erstellen in Form von umfangreichen Tips, Anleitungen, Beispielen und Tutorials.

    Und wenn ich das kurz erwähnen darf, ich habe neulich einen Artikel geschrieben, der Deinen schön ergänzt:
    http://www.webdesign-journal.de/elevator-pitch-webdesign/

    Viele Grüße
    Martin

  4. Moin!
    Ich helfe Eltern ihr Familienleben zu verbessern.
    Dazu gebe ich ihnen machtvolle und gleichzeitig sehr respektvolle Strategien an die Hand, die nachhaltig dafür sorgen, dass sich die Verbundenheit zueinander stetig steigert und die ersten Erfolge sehr früh für alle erlebbar sind.
    Im Ergebnis wundern sich dann alle, wie einfach Erziehung sein kann, … wenn man weiß wie´s geht.

    Gut?

    Gruß
    Rainer

    • Hi Rainer,
      starker Anfang.
      Ich hake nur bei „die ersten Erfolge sehr früh erlernbar sind“ – das ist irgendwie nicht logisch 😀
      Erfolge können erreicht werden und Techniken erlernt. Vielleicht für eines davon entscheiden? 😉
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Rainer Schäfers

        Deswegen steht da ja auch „erlebbar“ und nicht „erlernbar“ (grins)
        Gruß
        Rainer

        • Haha – ok, dann hast Du da vielleicht den nächsten Knotenpunkt gefunden: Missverständnispotential 😀
          Aber ja, so macht das deutlich mehr Sinn…
          Viele Grüße,
          Carina

  5. Hallo,
    ich tue mich mit dem Elevator Pitch auch immer schwer – zumal ich auch noch so einen inneren Kampf habe, weil ich mit meinem „day job“ (noch) mehr Geld verdiene, als mit meiner Selbstständigkeit als Künstlerin.
    Aber hier ist mein Versuch:

    „Ich bin Künstlerin und Ökologin und male botanische Aquarelle, die die Schönheit und Vielfalt der heimischen Flora zu meinen Kunden nach Hause bringen.
    Außerdem arbeite ich gerade an einem Kurs, der kreative Naturliebhaber hilft ihre Begeisterung für Pflanzen Ausdruck zu verleihen und Blumenaquarelle selber zu malen.“

    LG, Gesche

    • Liebe Gesche,
      vielleicht hilft da ein neuer Blickwinkel:
      Du konntest sogar mit kostenlosen Angeboten echten Mehrwert und Hilfe bieten. Wie viel Geld Du damit verdienst, sagt überhaupt nichts über die Qualität aus!
      Und ich würde niemals zwei Punkte gleichzeitig pitchen, die unterschiedliche Zielpersonen anspricht. Die einen wollen dekorieren, die anderen selbst machen. Vorsicht damit. Wenn Du also pitchst, dann überleg Dir genau, welche der beiden gerade vor Dir steht!
      Liebe Grüße,
      Carina

  6. Hallo Carina,

    hatte heute Morgen gerade gedacht: Wann höre ich mal wieder was von Carina … 😉

    Ich versuch´s auch mal:

    Ich helfe Menschen, selbstbestimmt, kreativ und entspannt zu leben.
    Die Stolpersteine, die meine Klienten davon abhalten, ihr Leben mit Freude zu gestalten, räumen wir zusammen aus dem Weg, damit sie echte Lebenskünstler werden können.

    LG Angela

    • Hi Angela,
      ich bin wie ein Bummerang, ich komm immer wieder 😀
      Scheu Dich nicht davor, die Person vor Dir direkt anzusprechen. Statt „meine Klienten“ sag „Dir“ oder „Ihnen“, wenn Dir das lieber ist. Das nimmt die Distanz im Pitch…
      Liebe Grüße,
      Carina

  7. Cooler Artikel. Ich bin eine große Freundin davon die Dinge selbstbestimmt anzugehen und nicht alles nachzubauen was so als „state of the art“ verkündet wird.
    Mein Elevator pitch lautet: „Ich helfe Frauen mit Familie und Job(s) dabei ihren Alltag mit mehr Gelassenheit, Selbstbewußtsein und Lebensfreude zu meister.
    Die Zaubertools die ich dabei anbiete sind: Yoga für Frauen, Relaxmeditationen, Frauen- und Jahreskreise. Schon 10 Minuten täglich reichen für ein neues, entspannteres Lebensgefühl.“

    • Hi Johanna,
      sehr schöner Pitch! Vielleicht überlegst Du aber mal von dem Wort „Zauber“ wegzugehen. Das impliziert immer, dass es keine Arbeit und vor allem, keinem Einfluss von außen benötigt. Wie von zauberhand ändert sich allerdings nie etwas 😉
      Nur als Denkanstoß. Worte sind sehr kraftvolle Werkzeuge und viel zu oft untergraben wir uns selbst damit.
      Liebe Grüße,
      Carina

  8. Hallo Carina,
    ich bin Tanztherapeutin und unterrichte Ägyptischen Tanz. Aber in Wirklichkeit unterstütze ich Dich als Frau dabei, Dich selbst zu mögen, zu Dir zu stehen und viel Spass, Bewegung und Freude in Dein Leben zu bringen 🙂

    Und wenn ich Dir persönlich gegenüberstehen würde gäbe es einen kleinen Zusatz: das mach ich auch auf Reisen 😉

    Und abgesehen davon: Ich finde es toll, wie Du immer wieder drauf hinweist, zu hinterfragen und zu schauen, was für mich selbst passt. Mir gings genauso wie Dir. Ich hab auch noch nie jemanden im Aufzug getroffen, und die Menschen für die ich arbeite, wollen nicht mal meine Zeugnisse sehen – aber das, was ich eigentlich tue in einem halbwegs verständlichen Satz zu formulieren hat mir eine Menge Klarheit für mich selbst und mein Marketing gebracht.

    Liebe Grüße
    Astrid

    • Hi Astrid,
      ich finde, Du hast einen tollen Ansatz und so ein schönes Thema!
      Auch hier eine kleine Wortkorrektur (wir reden uns oft ganz unbewusst selbst klein…)
      „In Wirklichkeit“ – sagt das also indirekt aus, dass Du eigentlich nur so tust als ob und das echte dahinter der zweite Punkt ist?
      Vorsichtig mit solchen Wortwahlen 🙂 Oft fällt uns das selbst nicht einmal auf.
      Vielen Dank für Deine lieben Worte!
      Carina

  9. Hi, ich bin Louise und schreibe „Zwerggeflüster“, den Elternblog für gutes Karma. Wenn du gern reist, anders denkst, dich selbst verwirklichen willst und alternative Wege suchst, das alles mit dir, deinem Inneren, und deiner Familie zu vereinen – schau´doch mal vorbei! Auf Zwerggeflüster findest du viele gute Tipps, Links, Ideen und Inspiration für einen erfüllten, alternativen Lebensstil – und wie der auch mit Kindern funktioniert.

    • Hi Louise,
      ich würde da noch ein wenig knackiger werden.
      Ich müsste nun tatsächlich erst vorbeischauen, um mir ein richtiges Bild zu machen, was Du eigentlich tust. Neugier ist gut – aber ein Pitch ist nicht dafür gedacht, sondern soll eher das Gefühl erwecken „Das ist EXAKT das, was ich brauche!“ Versuch also etwas klarer zu formulieren, was „das exakt“ ist.
      Liebe Grüße,
      Carina

  10. Liebe Carina, schön geschrieben….“wo bleibt der Aufzug?“ *grins*

    Egal ob online- oder offline Business. Ohne Zielgruppendefnition und Klarheit über die gesamte Positionierung kommt Frau nicht weit (genug)

    Mein eigener Pitch? Voila 🙂

    Ich helfe Einzel- und Kleinunternehmerinnen dabei, ihre Produkte und Dienstleistungen in persönlichen Kundengesprächen ohne Schuldgefühle zu einem angemessenen Preis zu verkaufen, bessere Kundenbeziehungen aufzubauen und klarer zu kommunizieren, so dass sie mehr Geld mit ihrem Soulbusiness verdienen ohne sich dabei verbiegen zu müssen.

    Ich bin ein Offline-Vertriebs-Profi … verstehe mich aber auch als Brückenbauerin zum Online-Marketing – daher ist Deine Seite für mich hoch spannend! Kompliment und Dank dafür.
    LG, Christina

    • Hi Christina,
      sehr schön!! Mich hättest Du dabei jetzt sofort in der Tasche, wenn Du es einen Hauch emotionaler verpackst. Man hört dabei sehr stark den Vertriebs-Profi heraus 😀
      Im positiven Sinne! „Zu den Preisen, die Sie verdienen“ packt mich nochmal ganz woanders als „angemessene Preise“
      Wird klar, was ich meine? 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Hallo Carina!
        Ja, absolut! Ist mir sofort klar, was Du meinst!
        Ich schaue mir das nochmal an. Müsste ich umbauen, damit sich das „verdienen“ nicht doppelt und der Satz nicht nöch länger wird. Aber „angemessen“ ist echt unsexy merk ich gerade.
        Da lohnt wohl mal wieder eine Satzrenovierung 🙂 Danke für den Anstoß!
        Liebe Grüße, Christina

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