Hör auf zu reden. Fang an zu handeln.

Würde dieser Artikel auf Pink Compass erscheinen, würde ich ihn in die Kategorie „Artikel, die mir keine Freunde machen“ einordnen. Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, sie auch hier zu erstellen…

Ich habe es bereits bei der Flüchtlingsproblematik beobachtet und nun mit Paris.

Überall, wohin ich in den letzten zwei Tagen schaue, sehe ich den Eiffelturm. Er pflastert sich einmal quer über Instagram. Und hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack.

Ein Teil von mir ist begeistert von der Welle an Anteilnahme. Der Bekundungen, dass wir alle hinter Frankreich stehen. Dass wir mitleiden und mitfühlen. Weil es auch mir so geht. Ich bin erschüttert, verstört und fühle mich hilflos.

Allerdings verstört mich auch, wie das „Mitleiden“ überall regelrecht propagandiert wird.

Denn tun wir das wirklich?

Immer wieder sehe ich Social-Media-Kanäle und Blogs als Sprachrohr für politische Aussagen und Bekundungen und frage mich dabei auch oft, wie viel davon eigentlich Selbstbeweihräucherung ist. Like-Sammlungen. Aufmerksamkeits-Hascherei.

(Ja, das ist der Punkt, an dem die Hater nun ihre wahre Freude an meinem Artikel haben werden. Go for it. Kommentarbereich ist ganz unten, scroll einfach gleich dorthin…)

Es geht mir dabei nicht um die Tragik in Paris, die Problematik der Flüchlinge oder darum, dass beides keine Aufmerksamkeit verdient. (Ich möchte das gerne mit Textmarker markieren, aber ich bin sicher, es wird trotzdem überlesen.)

Aber ich halte mich grundsätzlich bewusst von allen politischen Bekundungen – egal auf welchen Kanälen – fern und ebenso von Floskeln wie „wie schrecklich“ – „Das ist so furchtbar“ – „Da muss dringend etwas getan werden“.

Weil sie eben genau das sind: Floskeln ohne Aktion.

Wir lamentieren gerne. Wir unterstützen gerne mit Worten, mit Bildern, mit Social Media Posts und teilen dramatische Artikel auf unseren Timelines. Aber wie oft siehst Du tatsächlich eine Aktion der Person dahinter?

Ist das lediglich ein Weg, damit wir uns selbst besser fühlen?

Damit wir nachher in die Hände klatschen, uns vormachen können, etwas „beigetragen“ zu haben, und dann wieder an den Strand, die Hängematte oder auf die Couch verschwinden können, ohne uns beim Anschauen der Nachrichten schlecht fühlen zu müssen?!

(Solltest Du Dich nun angesprochen oder sogar angegriffen fühlen, dann frag Dich lieber, warum, anstatt Dich darüber aufzuregen, wie ich so etwas überhaupt fragen kann.)

Diese Frage werde ich mir also nie wirklich beantworten können, denn ich weiß nicht, wer von ihnen sich hinter den Kulissen über Spendenmöglichkeiten informiert und tatsächlich handelt.

Aber ich vermute ganz stark, die Zahl ist deutlich kleiner als die Anzahl der Social Media Posts und Blogartikel. Und dass die, die am lautesten schreien, am wenigsten für Veränderungen der Lage verantwortlich sind.

Weil wir viel zu gerne reden. Und viel zu selten handeln.

Genau das Gleiche gilt auch für Dich, Dein Mindset, Dein Online-Business und wird von mir immer wieder kritisiert.

 

Wenn Du tatsächlich willst, dass sich etwas ändert, dann musst Du es ändern.

Sitz nicht auf der Couch oder hinter Deinem Laptop und rede davon, etwas ändern zu wollen. Tu es endlich.

Wenn Du aus Deinem Hamsterrad raus willst, dann brich aus und verteil nicht nur motivierende Zitate auf Instagram.

Wenn Du mit Deinem Online-Business erfolgreich sein willst, um etwas in der Welt zu verändern, dann heb Deinen Hintern und fang endlich an, daran zu arbeiten.

Wenn Du die Menschen von Deinem Mehrwert und Deiner Qualität überzeugen willst, dann pflastere Deine Webseite nicht nur mit gut klingenden Worten, sondern lebe sie vor.

Und wenn Du Missstände verbessern oder tragische Zustände verändern willst, dann ruf nicht zur Spende auf oder teile Artikel, sondern spende einen Teil Deiner eigenen Einnahmen.

Das ist die Lösung eines jeden Problems: handeln statt reden.

Lass Taten sprechen statt Worte.

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45 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Danke! 🙂
    Zumal in den meisten solcher Posts nichts anderes getan wird, als die negative Stimmung weiter zu verbreiten und anzuheizen. Dadurch ändert sich leider überhaupt nichts.

    Ich halte mich auch von Medien fern, gehe politischen und negativen Gesprächen aus dem Weg und versuche stattdessen, meine Welt besser zu gestalten.
    Das ist natürlich nicht immer leicht und wahrscheinlich ein Grund, warum viele Menschen lieber mit dem Strom schwimmen.

    Lieben Gruß
    Linda

    • Hi Linda,
      ich handhabe das genauso wie Du.
      Vor den Kulissen weniger Tam Tam, dafür hinter den Kulissen mehr bewegen.
      Gern auch global, je mehr meine Möglichkeiten wachsen.
      Das ist auch mein Ziel.
      Viele liebe Grüße,
      Carina

  2. Liebe Carina,

    Du hast mir mit Deinem Artikel aus dem Herzen gesprochen.
    Mit Lippenbekenntnissen sind wir sehr schnell, aber wenn es ans Umsetzen geht, ziehen viele den Schwanz ein.

    Ich mache es ähnlich wie Linda, ich halte mich von negativen Nachrichten fern. Wenn etwas wirklich wichtig ist, dann erreicht es mich auch. Dann kann ich schauen, ob und was ich im Rahmen meiner Möglichkeiten tun kann.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

    • Hi Sabine,
      da gebe ich Dir absolut recht.
      Ich meide diese Tage einfach die Social Media Kanäle. Informiert werde ich dadurch nämlich definitiv weder besser, noch objektiver. Ganz im Gegenteil.
      Liebe Grüße zurück,
      Carina

  3. Fran

    Ich finde es aber wichtig mit Freunden und Bekannten über gesellschaftliche und weltpolitische Probleme zu reden und vor allem auch für Demokratie und Frieden und gegen fremdenfeindliches Gedankengut einzustehen. Meinung zu zeigen und zu informieren. Und wir reden heutzutage eben viel über Social Media. Sollen wir diese Kanäle den Rechten überlassen? Die können das nämlich sehr gut.

    Abgesehen davon hinterlässt es bei mir einen faden Beigeschmack, wenn Du am Ende des Beitrags von den Geschehnissen in Paris und einer durchaus wichtigen Diskussion über Reden vs. Handeln auf einmal den Bogen zu unserem Business (und damit Deinem Business-Modell) schlägst. Das finde ich ziemlich unangebracht und unnötig.

    • Wow. Du hast weder das Thema des Artikels verstanden, noch scheinbar die Art des Blogs und sein Thema wahrgenommen.
      Aber da das Dein erster Kommentar auf Um 180 Grad – dem BUSINESS-Blog für Frauen ist, kann man das ja nachsehen.
      Ich hätte wohl doch mit Textmarker arbeiten sollen…
      Viele Grüße,
      Carina

      • Fran

        Dafür, dass Du (wie in Deiner letzten E-Mail steht), absichtlich einen „sehr kritischen, sehr direkten und auch etwas harten Artikel“ geschrieben hast, finde ich, dass Du nicht sehr gut mit Kritik daran umgehen kannst. Ich habe auch (sehr direkt, aber nicht unfreundlich) meine Meinung zu Deinem Artikel geschrieben.

        Ich verdrehe Dir nicht die Worte im Mund und ich habe den Artikel auch nicht nur quer gelesen.

        Du sagst, dass nur zu Reden, aber nicht zu Handeln, nichts bringt. Ich sage, dass auch Reden und das Einfärben von Profilbildern wichtig ist und habe das begründet. Einzig Deinen letzten Satz und den Bogen zum „Business“ fand ich unangebracht und das habe ich auch gesagt.

        Dass ich bisher nur still mitlese, aber dies mein erster Kommentar war, tut ja wohl eigentlich nichts zur Sache und war wohl nur ein Seitenhieb. War das mit dem trotzigen Kleinkind auch auf mich bezogen? Herzlichen Glückwunsch, sehr sachlich…

        Ansonsten gefiel mir Dein Blog bisher gut, muss aber sagen, dass ich den Newsletter auf Grund Deiner in Meinen Augen sehr unprofessionellen Reaktion jetzt abbestelle.

        Mit freundlichen Grüßen, Fran

        • Fran, Du bestätigst nur wieder einen Punkt, den niemand bestritten hat.
          Ich will mich aber nicht zum gefühlten vierten Mal wiederholen.

          Und der Newsletter ist eine völlig freiwillige Angelegenheit.
          Ich finde es auch interessant, dass ich mich zur Kritik zur Verfügung stelle, mir aber scheinbar das Recht aberkannt wird, diese Aussagen dann zu kritisieren. Hm. Wenn ich mich so schnell aus einer Diskussion werfen lassen würde, dann würde es diesen Blog wohl schon lange nicht mehr geben.

          Aber ja, ich würde sagen, diese Diskussion bringt auch keinen von uns beiden weiter.

          • Es spricht Dir doch niemand Dein Recht ab, Aussagen zu kritisieren, aber der Ton macht die Musik. Du diskutierst nicht, Du watscht ab und das in einem mehr als arroganten Ton.

          • Alles eine Frage des Blickwinkels.

    • Ich muss Fran Recht geben: Sich zu positionieren, Mitgefühl auszudrücken und Farbe zu bekennen, halte ich für wichtig und man kann doch nicht jedem, der abgesehen davon (noch) nichts tut, unterstellen, dass er das der Likes wegen tut oder gar nicht wirklich am Thema interessiert ist. Deine barsche Reaktion auf ihre Kritik kann ich nicht ganz nachvollziehen. Zumal Fran doch anerkennt, dass Du eine wichtige Diskussion – Handeln statt Reden – angestoßen hast.

      • Du reihst Dich ein, in die Tatsache, dass das überhaupt nicht der Punkt war.
        Es ging nicht darum sich nicht zu positionieren. Es ging nicht darum keine Farbe zu bekennen. Und es ging nicht darum, es jedem zu unterstellen. (Ich frag mich langsam, ob der Artikel einfach nur quergelesen wurde?!)

        Wie kann man also gleichermaßen sagen „Aber ich will mich positionieren“ und dabei wie ein trotziges kleines Kind klingen, obwohl es darum überhaupt nicht ging und sagen, dass Handeln statt Reden völlig richtig ist, aber wenn ich genau das am Ende von meinen Leserinnen einfordere, sagen, ich will nur auf mein Business verweisen?!

        Also nein, meine Reaktion war nicht barsch. Nur ehrlich.
        Ich mag es nicht, wenn man mir die Worte im Mund verdrehen will – zumal sie überdeutlich formuliert waren und es daran gar nichts zu drehen gibt.

        • Ich habe weder Deinen Artikel nur quer gelesen noch Deinen Dreh zu Deinem Online-Business kritisiert.

          Mein Punkt ist (Ich habe nicht den Eindruck, dass der Dich überhaupt interessiert): Ich finde es nicht verwerflich, wenn jemand „nur“ Mitgefühl bekundet oder sich anderweitig auf Social Media äußert, ohne sofort eine Idee zu haben, wie er aktiv werden kann. Ich käme nicht zwingend auf die Idee, dass es sich dabei um „Likes sammeln“ oder „Aufmerksamkeitsheischerei“ handelt.

    • Liebe Fran,

      was ist daran so schlimm, dass Carina den Bogen zu ihrem Business spannt? Das ist hier immerhin ihr Blog und die meisten Menschen kommen auf diesen Blog, weil sie sich eben für genau das Thema eigenes Business interessieren.

      Ich finde es genau richtig, dass Carina dem ganzen Problem zwar eine große Wichtigkeit zuschreibt, aber auch ein Zeichen setzt, dass wir unser Leben eben nicht danach ausrichten sollten, denn dann haben die Terroristen genau das erreicht, was sie wollten!

      Ich bin der Meinung, dass wir jetzt, noch mehr denn je, zeigen sollten, dass wir uns für Freiheit entschieden haben und uns nicht einschüchtern lassen!

      Carina hat ja auch vorher mehr als deutlich gemacht, dass ihr die Situation alles andere als egal ist (sonst hätte sie diesen Artikel erst gar nicht geschrieben!)

      Viele Grüße,
      Jana

  4. Liebe Carina, ich liebe deinen Artikel. Denn er greift ein grundsätzliches Problem von Social Media auf: ein like, ein neues Profilbild oder ein Teilen ist sehr leicht und gibt das Gefühl, etwas zu tun, Stellung zu beziehen und zwar ohne die eigene Selbstverpflichtung danach ins Handeln zu kommen. Ich stimme dir zu, dass Gleiches für das Business.
    Liebe Grüße

    • Hi Claudia,
      danke – das war exakt der Punkt den ich treffen wollte.
      Liebe Grüße zurück,
      Carina

  5. Bämmm Carina,
    in your Face und genau das was ich auch denke!
    Danke!
    MACHEN, und aktiv etwas tun und nicht nur labern…

    Be the change that you want so see in the world!

    Dazu gehört allerdings auch, zuerst in sich selber zu schauen, was ich in mir selber verändern kann. Das schaffen viele gar nicht, sondern schreien lieber rum und wollen, dass sich die Welt für sie verändert.

    Toller Artikel und mich hast du dadurch noch mehr gewonnen!!

    Alles Liebe
    Marcia

    • Eine wundervolle Antwort auf einen tollen Artikel! Vielen Dank!

      Ich bin auch eher der Typ, der erstmal guckt, was ich an mir ändern kann, um meine Umwelt und meine kleine Reichweite darauf zum Positiven zu ändern.

      Alles Liebe,
      Michelle

    • Hi Marcia,
      da kann ich nur zustimmend nicken.
      Danke Dir!
      Ganz liebe Grüße,
      Carina

  6. Annette

    Hallo Carina,

    ich finde du hast absolut recht. Die Leute reden gerne, handeln aber selten.
    Und die allgemeinen Floskeln, wie „wie schrecklich“ und „wir müssen dem ein Ende setzen“, sind selten ernst gemeint. Bzw. niemand handelt danach, sondern als nächstes sehe ich in Facebook von der Person ein Party-Bild am gleichen Abend.

    Handeln, bzw. wie jemand handelt, muss man aber jedem selbst überlassen.

    Ich halte nicht viel von Spendenaktionen.

    Ich bin der Mensch der viel darüber redet und diskutiert. Und wenn sich nur eine weitere Person darüber Gedanken macht, ob hier vielleicht sehr viel falsch läuft und dann bei sich selbst etwas ändert, finde ich ist das schon viel mehr, als man mittlerweile von den meisten Menschen erwarten kann.

    Ich bin gerade dabei, auch dank deines Blogs, mein Leben, ein Stück weit, zu ändern und auch wenn ich nicht die Welt verändern werde, zumindest will ich nach meinen eigenen Regeln mitspielen können 😉

    Danke für deinen tollen Blog 🙂 Weiter so.

    Liebe Grüße,

    Annette

    • Hi Annette,
      Spenden war nur ein Beispiel dafür, aktiv etwas zu ändern als nur zu reden. Da git es viele Möglichkeiten.
      Und ich wünsch Dir ganz viel Erfolg beim Umsetzen 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

  7. Ja liebe Carina, Reden allein genügt nicht.
    Und es ist leichter, etwas zu tun, als man denkt. Erst einmal reicht es schon, JEDEM Menschen freundlich entgegenzukommen. Ich bin sehr dankbar, in diesem Jahr eher zufällig syrische Flüchtlinge getroffen zu haben – und auf diese Weise ganz persönliche Einblicke zu Krieg und Vertreibung bekommen zu haben.
    Seitdem ich meinen nunmehr allerbesten syrischen Freund ein paar Tage mit zu uns in mein Heimatdorf im Erzgebirge genommen habe, hat sich die vorher eher skeptische Haltung meiner Familie und auch einiger Dorfbewohner spürbar entspannt (wir leben im derzeit zu recht berüchtigten Sachsen…)
    Wie gesagt, es ist ganz leicht, man muss nur im richtigen Moment seinem Bauchgefühl vertrauen und die Gelegenheit ergreifen, um Hilfe anbieten zu können, und seien es nur gemeinsame Kinobesuche oder die Einladung zum Kaffee. Um diesen Leuten das Gefühl zu geben, dass sie hier willkommen sind. Das mache ich übrigens auch mit Deutschen, die mir auf Anhieb sympathisch sind. Und gelernt habe ich es im gastfreundlichen Albanien…
    Es ist mir egal, ob der Rest der Welt an meiner Art der Hilfe Anteil nimmt oder es gut oder schlecht findet, ich würde es immer wieder vor allem auch für mich selbst tun, um mit der allgemein feindlichen Stimmung hier in Ostdeutschland irgendwie klarzukommen…
    Viele Grüße, ich lese deinen Blog immer mit viel Interesse und danke dir für die vielen interessanten Themen und herzerwärmenden Gedanken! Deine Karin

    • Wow Karin

      Ich finde das wahnsinnig toll, gäbe es mehr Menschen wie Dich, hätten wir einige Probleme weniger auf dieser Welt. Ein ganz tolles Beispiel für „Handeln“.
      Ich danke Dir für Deinen Einblick.

    • Sabine

      Genau, Karin, das ist der Punkt. Sich auf die Menschen einlassen, Kontakt suchen, und merken, dass wir, trotz kultureller Unterschiede, doch nur alle gleich sind.
      Unsere Familie hat eine Patenschaft für 2 Flüchtlinge übernommen. Es ist eine Bereicherung für uns alle. Das Handeln hat uns neue Erkenntnisse geschenkt, und frag nicht, wie aufgeregt wir waren als alles wir den ersten Kontakt suchten. Schmetterlinge in meinem Bauch. Ein super Gefühl.
      Handeln bringt Zuversicht und Wärme, egal wo

  8. Liebe Carina,

    danke für den tollen Artikel.

    Ich muss gestehen, ich habe es auch geteilt. Mit meinen eigenen Worten, aber nicht weil ich unbedingt wollte. Ich hatte schon fast den Eindruck zu „müssen“.

    Alle rundherum gehen in einem Meer von Fahnen und traurigen Posts unter. Ich hatte bald das Gefühl, wenn ich mich nicht dazu äußere und damit Stellung beziehe, diese Dinge still gut zu heißen.

    Für mich ging es nicht um Likes, sondern zu sagen, dass ich auch Stellung gegen dieses Verhalten beziehe… Ich glaube, da hat das „Nice-Girl-Syndrome“ wieder einmal zugeschlagen.

    Deshalb danke für den aufrüttelnden Artikel, dass nächste Mal werde ich wahrscheinlich anders handeln.

    lg Claudia

    • Liebe Claudia,

      ein ganz toller Blickwinkel!
      Unbewusst ging es mir ganz lange genauso.
      Was andere von uns denken wenn wir so oder so handeln – aber auch, wenn wir so oder so eben nicht handeln – beeinflusst uns extrem. Und gerade auf den Social Media Kanälen herrscht da fast schon eine Art Gruppenzwang.
      Ich habe mich da auch rausgezogen.
      Danke für Deinen Einblick dazu, kann ich absolut nachvollziehen.

      Viele Grüße,
      Carina

  9. Martina Pahr

    erst einmal: klasse Sache, dass du dieses doch heikle Thema so offen ansprichst. deine sehr persönliche, unprätentiöse art hebt deinen blog und deine Artikel von dem üblichen nivellierten mainstram ab – SUPA 🙂

    zum Thema: auch ich habe mir schon oft gedacht, dass das unterschreiben von online-petitionen die illusion erzeugen könnte, man resp. Frau habe ja was getan, sei ja aktiv geworden, würde Anteil nehmen. und ganz ehrlich: das ist es ja nicht. die Unterschrift unter eine petition kann „echte“ Aktion nicht ersetzen.

    und auf den ersten blick könnte es scheinen, dass auch die „Likes“ bei gesellschaftlichen Katastrophen wie dieser ein leeres Bekenntnis sind, das echte taten ersetzt. natürlich ist es einfacher, bekräftigend mit dem kopf zu nicken, wenn einer sich z.b. für die Flüchtlingshilfe ausspricht, als selbst zu spenden oder mal ein Wochenende in der Suppenküche zu stehen – geschweige denn mehr.

    aber ich empfinde in diesem fall, dass es vor allem um die Verarbeitung der Tragödie geht. jeder von uns ist getroffen und mag in der Trauer nicht allein sein, sondern sich austauschen. in alten zeigen ist man auf die Straße gelaufen und hat mit den Nachbarn geredet, wenn ein Unglück passiert ist. heute teilt man den schock und schmerz in den social media Kanälen. das ist m.e. eine notwendige phase der Verarbeitung.

    wichtig wäre dann nur, wie der zweite schritt aussieht: bleibt es beim „like“ oder geht man einen schritt weiter? zieht man die Solidarität, die man virtuell äußert, in den eigenen Alltag hinüber und lebt sie auch da?

    • Hi Martina,
      exakt. Danke, genau das war der Punkt.
      Keine Kritik daran sich mitzuteilen oder mitzuleiden.
      Sondern die Frage: Und dann?
      Denn die Realität ist, dass das Thema und die Tragödie jedes Mal in zwei Wochen von allen Kanälen verschwunden ist (und durch das nächste ersetzt wird). Die Realität allerdings nicht.
      Liebe Grüße,
      Carina

  10. Liebe Carina,

    also ich bin zufrieden mit meinem Blogbeitrag und habe ihn verfasst, weil ich denke, dass er Mehrwert bietet. Und wenn ich damit nur eine Hand voll Leserinnen zum Nachdenken angeregt habe, dann hat er schon seinen Zweck erfüllt 😉 http://datingrocks.de/die-welt-hat-liebeskummer/

    Ich verstehe aber was du meinst. Ich lese auch regelmäßig Facebook Posts von Leuten, die erst bedauern wie tragisch alles ist, dann streiten warum man sein Profilbild nicht mit der französischen Flagge geschmückt hat. Und am besten sind dann noch die, die eigentlich doch lieber nicht wollen, dass wir Flüchtlinge aufnehmen oder meine die Hilfe von einer Person mehr oder weniger würde es nicht rausreißen.

    Mit meinem Artikel möchte ich Menschen wachrütteln das zu tun, was uns alle nichts kostet. Ein Lächeln und ALLEN anderen Menschen mit einem offenen Herzen und Respekt zu begegnen.

    Liebe Grüße
    Simone

    PS: Ich finde den Bogen zum Business zu spannen absolut legitim! Wer das kritisiert, sollte den „Über 180 Grad“ Bereich nochmals lesen…

    PPS: Gute Besserung!

  11. Guten Morgen Carina,

    endlich wird hier mal Klartext gesprochen und endlich finde ich jemanden, der genauso darüber denkt wie ich! Sehr guter Beitrag und eine sehr gute Entscheidung das einmal öffentlich zu machen. Ich stimme dir in allen Punkten vollkommen zu. Und jetzt mal ehrlich – willst du von Leuten gemocht werden, die einem etwas vorgaukeln?! Also ich lege da keinen Wert drauf und wenn sich jetzt meine Leserschaft halbieren sollte, dann ist das eben so. That’s life! Ich bin ehrlich und direkt und ecke deswegen nicht selten an. Andere Leute schätzen genau diese Eigenschaft an mir. 🙂

    Warum soll ich all das machen, was die Mehrheit macht, nur um mehr Klicks und Fans zu generieren? Diese Rechnung geht für mich nicht auf. Ich nehme im Stillen Anteil, was in der Welt passiert.

    Ein großes DANKE für diesen Beitrag, der den Nagel auf den Kopf trifft – du sprichst mir aus der Seele!!! 🙂

    Liebe Grüße
    Sandra

  12. Martina Pahr

    wir leben in einer „betroffenheitskultur“. da gehört es zur vielbemühten political correctness, ja nicht zur falschen zeit etwas unpassendes zu sagen.

    ein „du respektierst unsere Trauer nicht“ ist ein totschlagargument, wenn jemand, wie du es gemacht hast, es wagt, genau diese frage zu stellen: Die Sichtbarkeit in den Medien ist bald verschwunden – die Realität aber nicht. UND DANN?

    Gibt es bei uns überhaupt noch kinder, die AIDS haben? Wie geht es den Leuten in der Ukraine? wenn ich von den Problemen nix mehr höre, muss sich das ganze ja erledigt haben…

    die Engländer sagen „put the money where your mouth is“ – lass deinen worten taten folgen, damit sie auch glaubwürdig sind. wer lernt, das im eigenen leben zu tun, wird das auch im öffentlichen leben tun können.

  13. Toller Beitrag, danke! Du sprichst mir aus der Seele. Was mir meist Sauer aufstößt ist die Tatsache, dass bei größeren Ereignissen ein riesen Hype gemacht wird, während es an vielen anderen Ecken und Stellen ähnlich zugeht. Es wird dabei so vieles auf einmal vergessen.
    Ich Lebe auch eher nach dem Motto „Liebe statt Angst“ und unterstütze und propagiere wofür ich bin, nehme zwar die Missstände wahr, aber gebe ihnen so wenig Macht wie möglich.

    l.g. Nadine

  14. Liebe Carina,

    dein Artikel hat mich tatsächlich etwas unangenehm berührt. Zwar beteilige ich mich grundsätzlich an keinen Facebook-Diskussionen, aber auch ich habe mein Profilbild in den letzten Tagen eingefärbt um mein Mitgefühl zu bekunden, und auch ich habe eine regionale Flüchtlingshilfe-Netzwerk-Gruppe auf FB geliked, in dem heroischen Enthusiasmus, mich doch da endlich mal aktiv zu betätigen.

    Und was ist passiert? Nichts. Das muss ich mir ehrlich und schmerzhaft eingestehen. Der Wille war da… aber es folgte kein Handeln. Aus Scheu? Aus Angst? Vor was eigentlich? Vor Nähe? Vor zu viel Verpflichtungen? Vor Konfrontationen? Ich kann es nicht genau sagen.

    Und immer wenn ich über all die Themen nachdenke, Flüchtlinge, Terror, oder auch mit Freunden/Bekannten/etc. darüber diskutiere, erwische ich mich, wie ich innerlich eine starre Haltung rutsche, weil ich so gerne eine nachhaltige Lösung sehen würde, aber keine finde. Und das lässt mich resignieren.

    Ich weiß, das ist nicht richtig, auch klitzekleine Dinge, Aktionen, Hilfestellungen, etc. können etwas bewegen, wenn auch nicht die Welt retten, dann vielleicht einem einzelnen Menschen ein positives Gefühl schenken.

    Wenn ich nicht sofort die Welt verändern kann, dann kann ich auch gleich aufgeben. Das ist der Leitsatz meines Unterbewusstseins, gegen den ich immer wieder ankämpfen muss und mich immer noch viel zu selten dagegen durchsetze.

    Um auch hier den Bogen zum Business zu spannen: Das zieht sich in alle Lebensbereiche, ich möchte die großen Schritte tun, scheitere daran, und verliere die Motivation für die kleinen Schritte. Das ist der innere Schweinehund. Dabei weiß ich ja, wenn ich es gewagt habe, in einem Punkt, den ich mir vorgenommen habe, aktiv zu werden, hat sich das eigentlich immer ausgezahlt und ich habe mich hinterher besser gefühlt – wie auch immer das Ergebnis dann aussah!

  15. Sandra Kipper

    Ich habe mir jetzt den Artikel, sowie alle Kommentare durchgelesen.
    Ich finde es auch weiterhin nicht verwerflich auf Social Media Kanälen sein Mitgefühl durch gefärbte Bilder wie auch Likes bei entsprechenden Artikel zu setzten.
    Natürlich zeigt das auch der Öffentlichkeit (je nachdem wie öffentlich man seine Profileinstellungen hat) welcher Meinung man ist. Ich finde es beruhigend zu sehen, dass bei Katastrophen viele ihre Mitgefühl ausdrücken. Das gibt mir die Hoffnung, dass die Welt doch noch zu retten ist und zwar mit den Menschen, die noch wissen was richtig und falsch ist und das Herz am rechten Fleck haben.
    Natürlich wissen wir auch, dass nicht alle ihren Worten Taten folgen lassen, aber es sind doch trotzdem sehr viele. Und wenn es nur die Kleiderspende oder das gemeinsame Plätzchen backen oder oder ist.
    Jeder Beitrag zählt. Man sollte den Menschen nicht gleich den Wind aus den Segeln nehmen. Vielleicht ist das bekennen zu einer gewissen Meinung auch einfach mal als ein Anfang an zu sehen!

    • Auch hier noch einmal, in aller Deutlichkeit: es ging nicht darum, NICHT auf Social Media reagieren zu dürfen.
      Es ging darum, dass dem in den wenigsten Fällen ein HANDELN folgt. (Siehe Titel.)
      Diesen Punkt habe ich kritisiert.
      Und ja, ich bin da zu 100% Deiner Meinung: jede kleine Geste zählt.
      Ob dann Handeln plus Reden ist jedem selbst überlassen. Solange es nicht nur beim Reden bleibt.

  16. Danke Carina,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Was du schreibst trifft aber nicht nur auf Anteilnahme zu, sondern auch auf jeden anderen Bereich des Lebens. Ewiges Jammern und Lamentieren, bringt überhaupt nichts (im Gegenteil).
    Wenn ich wirklich möchte, dass sich etwas ändert, muss ich damit anfangen.
    Sofort!

    Und mehr will ich jetzt auch nicht schreiben, ich habe zu tun.

    Daniel

  17. Liebe Carina,

    ich bin einer dieser Menschen, die sich normalerweise strikt an ihre Nachrichtendiät halten – aus wirklich guten Gründen. Am Samstagmorgen machte ich den Fehler (nachdem ich einige Posts auf Facebook gesehen hatte), eine Googlesuche nach Paris News anzustoßen.

    Nach kurzer Zeit saß ich tränenüberströmt da, für mich war der Angriff auf Menschen beim Genuss von kulturellen bzw. sportlichen Ereignissen wahnsinnig schlimm. Ich selbst bin schon nach Paris gefahren zum Konzert einer Herzensband und war ernsthaft bestürzt.
    Denn für mich sind Kultur + Sport gemeinsame Nenner, die uns weit über Landesgrenzen hinweg verbinden. Ich konnte an diesem Tag nicht einfach zur Normalität übergehen. Aber ich verstehe sehr gut, worauf Du hinauswillst.

    Es ist so leicht, einen Post zu schreiben, ein Instagrambild zu posten, das Profilbild einzufärben und das Gefühl zu haben „Mensch, da hab ich doch was getan“. Oft passiert das aber auch aus einer Hilflosigkeit heraus, wir wollen nicht untätig sein und da ist dieser kleine Klick der Solidarität vermutlich ein willkommener, wenn auch sinnloser Ausweg.

    Alles Liebe
    Andrea

  18. Ti na

    Ihr Lieben.
    Taten sprechen mehr als Worte. Darüber braucht man nicht mehr zu sagen. Punkt.

    Ich finde es sehr schön, dass im Artikel deutlich steht, dass man nie weiß, wer von den Leuten, die posten, auch handeln.
    Nur als food for thought, hoffentlich ohne eine weitere Diskussion anzuregen (immerhin haben nun die meisten schon kommentiert): Manchmal wissen wir auch nicht, warum die Leute nicht handeln. Dafür kann es ja durchaus Gründe geben. Zum Beispiel: Ich teile nur wenig. Und ich teile nie Aufrufe zu Typisierungen für die Knochenmarkspenderdatei, die immer mal wieder in meinem Feed aufploppen. Es ist mir sogar unangenehm, entsprechende Aufrufe zu sehen. Weil ich selbst nach den Richtlinien der DKMS von Spenden ausgeschlossen bin. In den Worten des Artikels gesprochen, ich rufe nicht zur Spende auf, weil ich selbst nicht spende. Nicht kann. Nicht darf. Tja. Bin ich damit konsequent, weil ich nicht rede, da ich auch nicht handeln kann? Oder das Gegenteil, weil ich zu etwas schweige, das mir am Herzen liegt? Würde ein Teilen des Aufrufs, das zwar nur ein Reden meinerseits wäre, dem kein Handeln folgen kann, vielleicht doch irgendwann mal zumindest einen Bekannten zum Handeln anstoßen?
    Das sind rhetorische Fragen. Es soll nur ein Beispiel sein. Weil nur wenig so einfach ist, wie es aussieht.
    Und ja, natürlich, es gibt viele andere Möglichkeiten, aktiv zu sein. Warum es mir besonders unangenehm ist, in genau diesem Bereich nichts tun zu können, hat private Gründe und heißt nicht, dass ich nicht andere Dinge tue.
    Einen angenehmen Tag euch allen.

  19. Anja Koller

    Hallo Carina,
    wow dein Artikel ist toll und ich musste bei einigen Kommentaren wirklich schmunzeln, ich gestehe dass ich mich auch dabei ertappe einfach mitmachen zu wollen, weil es wie du schon sagtest das Gewissen beruhigt, etwas wirklich zu tun ist zu mindestens für mich nicht so leicht und mir taten deine direkten Worte gut, allerdings ist es etwas unangenehm sich einzugestehen das Handeln etwas anderes bedeutet, als sein Profilbild zu ändern, wer möchte schon gerne die eigenen Schwächen sehen 😉 …
    Danke für den manchmal nötigen „Tritt in den Hintern“
    LG
    Anja

  20. Anja

    …gute Besserung

  21. Ich freue mich richtig über diesen Artikel. Noch bevor ich überhaupt in meinem Kopf angefangen habe zu formulieren, hast du diesen Artikel rausgehämmert. Danke! Deswegen bekommt er auch einen Platz in meinem Wochenrückblick. 🙂

    Liebe Grüße,
    Melina

  22. FETTES DANKE fürs Erinnern ma‘ anzufangen, Verantwortung zu übernehmen. Wenn jeder vor seiner Haustüre kehren würde, dann wärs sauber 😉

  23. Das Reden steht am Anfang von allem. Das Behandeln eines Themas, das Sprechen über beispielsweise eine Tragödie, die sich ereignet hat, ist notwendig, um die Menschen dafür zu sensibilisieren. Die Notwendigkeit zu Handeln muss erkannt werden. Es bringt überhaupt nichts, Themen totzuschweigen. Die Welle der Solidarität ist (war) ein sehr schönes, sichtbares Zeichen, das die Welt gesetzt hat. Einfach anzunehmen, die Menschen würden, angesehen davon, nichts weiter tun (denn darauf läuft der Artikel hinaus) ist gewagt. Und ist eine so harsche Kritik an der Allgemeinheit nicht auch eine Art Selbstbeweihräucherung? (Denn ich tue ja etwas, ich spende…)

    • Hallo Kasia,
      klar, kann man immer auch umdrehen, wortwörtlich nehmen und zerlegen 🙂
      Ich kann mit dem Image der Selbstbeweihräucherung leben, wenn ich dadurch auch nur eine einzige Person zum handeln, statt nur zum Facebook-Posten motiviert habe 😉
      Liebe Grüße,
      Carina

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