Darf ich in einer Krise überhaupt verkaufen?

Oder macht mich das zum Monster?!

Kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links (*) zu Produkten enthalten, die ich empfehlen kann.

Während die Nachrichten in den letzten Monaten immer wieder über die drohende Konjunkturkrise fachsimpeln, habe ich mich stattdessen bis vor zwei Wochen hauptsächlich in einer Sinnkrise befunden.

Schön brav bescheiden und zurückhaltend habe ich in meiner Ecke des Internets gesessen und gewartet. Worauf? Wusste ich selbst nicht so genau. Besseres Konjunkturwetter. Bessere Stimmung. Bessere Menschen.

Bis ich endlich merkte (Megawatt-Glühbirnen-Moment im Hirn), dass ich selbst die Lösung des Problems war.

Oder zumindest ein Teil davon.

Ich hatte Angst davor, in einer Krise, die so viele Menschen betrifft, von Verkaufen oder meinen hochpreisigen (und hilfreichen) Angeboten zu sprechen. Oder auch nur ans Verkaufen zu denken.

Aus vielen verschiedenen Gründen.

Stellt sich raus? Alle davon sind blanker Unsinn, den mir mein (teils nicht besonderes kompetentes) Hirn verzapft hat. Fake News deluxe. Und da ich fast sicher bin, dass Dein Hirn Dir ganz ähnliche Fake News vorsetzt, lass uns die doch mal gemeinsam widerlegen…

 

Geld zu verdienen, wenn es gerade so vielen Menschen schlecht geht, ist herzlos.

Liebes, ich sag’s Dir echt nur ungern… aber es geht Menschen immer schlecht. Zu jeder Zeit.

Armut, Gewalt und Kriege gehören in unserer Realität zu unserem Alltag. Der Unterschied aktuell? Du siehst vielleicht eher, dass es Menschen schlecht geht. Vielleicht aber sogar nicht mal das – sondern bekommst von den Medien suggeriert, dass es den Menschen direkt um Dich herum schlecht geht.

Denn die Bilder und Nachrichten, die wir aktuell vorgesetzt bekommen, sind zwar näher an uns dran – zumindest räumlich gesehen–, weil sie aus Europa kommen, aber nur wenige von uns sind wirklich betroffen oder haben betroffene Familie oder jemanden im Freundeskreis.

Zähl einfach nur mal alle Menschen, die Du kennst und zähl davon mal, wie viele so stark von der Krise betroffen sind, dass es ihnen erheblich (!) schlechter geht als zuvor.

Ich habe viel Mitgefühl (manchmal fast zu viel) für die, die gerade stark betroffen sind… aber der Punkt und die Tatsache ist: die Mehrzahl ist es nicht. Das klingt natürlich online gerade komplett anders und genau das versetzt uns in diese Schockstarre.

„Ich kann doch nicht jetzt, wenn es so vielen Menschen in meiner E-Mail-Liste schlecht geht, so herzlos sein und Geld mit ihnen verdienen??“

In diesem Satz steckt mehr als nur ein einziger Mindfuck – und zu denen kommen wir gleich, brav einem nach dem anderen. Das Wichtigste aber für mich? Ist darin das Wort „herzlos“.

Wenn Du etwas zu verkaufen hast, das ihnen aktuell das Leben erleichtert, ihnen bessere Perspektiven eröffnet, sie Geld verdienen lässt, gesünder macht, mehr Liebe in ihrem Leben erzeugt oder ihnen auch einfach nur ein bisschen Ablenkung oder Wohlbefinden bietet?

Wie herzlos bist Du dann, wenn Du ihnen die Möglichkeit entziehst, in dieses Angebot zu investieren??

 

In dieser Situation Geld zu verlangen, ist einfach egoistisch.

Und damit kommen wir zum zweiten Knoten in Deinem Hirn.

Zugegeben, der ist nicht schön anzusehen.

Und vielleicht fühlst Du Dich gleich von mir persönlich angegriffen, aber behalt dabei in Erinnerung: Diese Gedanken und Knoten waren meine eigenen. Ich halte mich also nicht für etwas Besseres als Dich – ich zeig Dir einfach nur auf, was ich an mir selbst entdeckt und aufgelöst habe.

Der Gedanke, dass es egoistisch wäre, Geld zu verlangen? Ist in sich egoistisch.

Ja, ich weiß… fühlt sich an, als würden gerade U-Bahnen in Deinem Hirn quer durcheinander fahren… Gib mir ne Sekunde, dann verstehst Du, was ich sagen will.

Was genau sagt dieser Gedanke gleichzeitig? Dass Du Dir (vor allem) Sorgen darum machst, dass Dich jemand für egoistisch halten könnte. Was andere Menschen von Dir denken, wenn Du jetzt verkaufst. Was sie über Dich sagen, hinter Deinem Rücken. Dass sie Dich für einen schlechten Menschen halten werden.

Und genau das, ist Dein Ego, was da spricht.

Du möchtest von allen Menschen geliebt und respektiert werden. Angehimmelt und bejubelt. (Komm schon… das wollen wir doch heimlich alle.) Aber die Realität sieht einfach anders aus.

Und dieser Gedanke, der Dir Dein Ego vorgesetzt hat, bei dem Du Dir also eigentlich mehr Sorgen um Dich und wie andere Menschen Dich ansehen könnten machst, verhindert, dass Du Menschen hilfst.

Denn danach verschwindest Du fast unsichtbar in Deiner Ecke des Internets oder haust maximal kostenloses Zeug raus, wie Kamelle an Fastnacht, um bloß nicht von einer kleinen, negativen Gruppe von Menschen schlecht beurteilt zu werden.

Während Du den Großteil Deiner Fans und Reichweite… im Regen stehen lässt! Weil sie dringend Deinen Schirm gebraucht hätten – den Du aber dank Deines Egos nicht verkaufen willst (und nun mal auch einfach nicht verschenken kannst).

 

Ich nehme Menschen mit meinen Verkäufen Geld weg, das sie gerade gar nicht haben.

Arrrg. Hier hätte ich mich gern selbst geschüttelt, als mir diese Glühbirne aufging, aber zumindest kann ich gerade Dich vielleicht da rausschütteln:

Wo bitte, an welcher Stelle, setzt Du Deinen Käuferinnen und Käufern die Pistole an die Brust?

Wo genau lässt Du ihnen keine andere Wahl, als auf den Kaufbutton zu klicken, statt, sagen wir mal völlig vogelwild, Deine E-Mail oder die Verkaufsseite einfach zu schließen?

Wo bitte, sagst Du ihnen, dass Du zu ihnen nach Hause kommst, sie verprügeln wirst und ihnen ihre Harry Potter-Sammlung wegnehmen wirst, wenn sie jetzt nicht sofort heute-nicht-morgen Dein Angebot kaufen?

Wo bitte, nimmst Du ihre Kreditkarte, trägst ihre Daten in Dein Zahlungssystem ein und buchst von ihrem Konto Betrag X ab?

Wo??

Ich sag Dir wo: NIRGENDWO.

Stattdessen tauschst Du ihr Geld, das sie Dir freiwillig, im vollen Besitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte überweisen, gegen wertvolle, hilfreiche, liebevoll gestaltete, mit Mühe erstellten Inhalte, Produkte und Angebote ein.

Sie geben Dir dieses Geld nicht für Luft und Liebe, verdammt. Du gibst ihnen damit etwas (sehr wahrscheinlich) sehr viel Wertvolleres zurück. Das ist ein Tausch, bei dem – wenn ich Dich richtig einschätze – Du sogar mehr gibst, als Du bekommst. Kein schmieriger Diebstahl. Kam das nun an?

 

Niemand hat was davon, wenn ich jetzt Geld verdiene. Außer mir.

Und DAS, das war eine Erleuchtung, bei der in bester ‚Stranger Things‘-Manier eine ganze Kette von Glühbirnen bei mir anging und die ich erst vor ein paar Tagen dank Chris Harder anknipsen konnte.

Dieser Satz ist so falsch, falscher geht es gar nicht.

Denk mal kurz weiter…

Unsere Wirtschaft geht gerade n bisschen den Bach runter, richtig? Nennt sich in schlau „Rezession“, die im schlimmsten Fall in der „Depression“ endet. Hat nichts mit der Krankheit zu tun. Aber ich vermute stark, unsere Wirtschaft fühlt sich dann schon so. (Um der vollen Wahrheit die Ehre zu erteilen: musste ich grad nachgooglen, damit ich keinen Unsinn erzähle. Bin schließlich kein BWL-Master oder so.)

Ok, also was heißt das im Klartext?

Unternehmen, Geschäfte und der Einzelhandel haben weniger Umsatz und geraten in die Krise. (Schlagwort des Jahres 2020, gesponsert von: Corona) Sie straucheln also gerade und brauchen definitiv was? Richtig, Umsatz.

Aber woher bekommen sie den? Ich meine, mal so grundsätzlich, in normalen Zeiten?

Von Menschen. Konsumenten. Kunden.

Wenn ich eines in den letzten Wochen immer und immer wieder gehört habe, dann den Satz „Unterstütz Dein Lieblingsgeschäft und die ganzen Einzelhandel jetzt ganz besonders.“

Bin dabei. Ganz vorne. Find ich toll und dabei geht mir das Herz auf. Und ich bin sehr sicher, Dir auch.

Aber wie willst Du Deine kleine, kuschelige Lieblingsbuchhandlung, den kleinen veganen Burger-Laden zwei Straßen weiter und den Bastelladen, bei dem Du heimlich Junkie-Status hältst, unterstützen – wenn Du selbst kein Geld einnimmst? Nichts verkaufst? Nicht mal versuchst, etwas zu verkaufen??

Hier beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

When good people make good money they do great things.

Chris Harder

Also, fassen wir hier diesen Punkt kurz zusammen:

Du kannst Teil des Problems sein oder Teil der Bekämpfung davon. Du kannst Dich, indem Du aufhörst zu verkaufen, mit in die Rezession ziehen lassen, oder kannst mit dem Geld, das Du verdienst, in andere investieren und damit die Rezessions-Kurve abflachen. (Sorry. Das war einfach eine Steilvorlage.)

 

Menschen brauchen ihr Geld gerade für wichtigere Dinge als meine Angebote.

Ok, noch mal zum Abschluss ein Aspekt, bei dem Du vielleicht wieder nicht gerne hören wirst, was ich zu sagen habe – aber das Pflaster müssen wir jetzt einfach abreißen:

Für wen halten wir uns, dass wir besser wissen, wofür Menschen ihr Geld ausgeben sollten, als sie selbst?

Ist das nicht verdammt arrogant zu behaupten, wir könnten besser einschätzen, worin unsere potentiellen Kundinnen und Kunden in dieser Zeit ihr Geld investieren sollten?

Wir nehmen ihnen also einfach mal die Entscheidung komplett ab, sich für oder gegen unsere Dienstleistungen, Kurse, Produkte und Beratungen zu entscheiden, indem wir sie ihnen nicht einmal vorlegen.

Und es kommt noch schlimmer.

Du machst das aus wirklich guten Absichten. Naja, zumindest halbguten. Denn es sagt gleichzeitig, dass Du das Geld nicht verdienst, was sie in Dich investieren würden. Den Brocken gehen wir an anderer Stelle an…

Aber im Grunde möchtest Du ja, dass sie ihr Geld in sinnvolle, lebenswichtige Anschaffungen stecken. Problem hierbei ist allerdings:

Nicht jede denkt so wie Du.

Es gibt gerade Hunderte von echt widerlichen Angeboten da draußen, die an unserer Krise und Situation fett Geld verdienen wollen. Im Kleinen wie im Großen. Ich wette, Dir fallen leicht ein paar ein, die Du die letzten Wochen beobachtest hast.

Und in dem Moment, in dem Du Menschen verweigerst, ihr Geld in DICH zu investieren – und ich möchte, dass Du Dir diesen Satz wirklich zu Herzen nimmst – in dem Moment lässt Du es da draußen auf der Straße liegen, damit diese schmierigen Anbieter es sich schnappen können.

Denn die haben keine Skrupel, kein Schamgefühl und nicht besonders viel Ehrgefühl.

Ich bin also ganz offen mit Dir… mir ist es tausend Mal lieber, jemand investiert aktuell in meine Angebote, als dass sie auf eine der vielen aufmerksamkeitsheischenden und opportunistischen Produkte reinfällt, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen.

Aber da darfst Du gern anderer Meinung sein.

 

Ehrlich gesagt hätte ich noch endlose weitere Beispiele anführen können, aber die Grundaussage sollte auch jetzt schon glasklar sein und Du hoffentlich eben Deine ganz eigenen Glühbirnen-Momente gehabt haben.

Also belassen wir es für heute erst mal dabei.

Die gesamten Fake News Deines Mindsets an einem Tag zu widerlegen?

Unmöglich.

Ab heute wieder anzufangen selbstbewusst zu verkaufen?

Nicht nur möglich – es ist Deine Pflicht!

Also geh raus und zeig, was Du hast!

 

PS: Pin diesen Artikel auf Pinterest, um auch anderen diese Aha-Momente zu schenken. Sie brauchen sie genauso dringend wie Du!

 

Artikel zu teilen, ist das Trinkgeld für Autoren. Gibst Du mir eins?
UM180GRAD_GBT
0 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Pin51
    Buffer
    Pocket