Hinter dem Vorhang des Digitalen Nomadentums

Ich sitze in einem kleinen Eisladen, abends um halb zehn in Chiang Mai. Um mich herum eine kleine Gruppe frischer und nicht so frischer Digitaler Nomaden. Bis vor ein paar Stunden kannten sich die wenigsten von uns. Zumindest nicht analog.

Die Gesichter waren bekannt, von Facebook-Profilen und Skype-Calls. Die Blog- und Online-Namen fast eingebrannter als die, die im Reisepass neben dem biometrischen Foto von uns stehen.

Die Stimmung ist leicht, ungezwungen und wie so oft ein wenig so, als hätte man sich in der Apokalypse als einzige Überlebende gefunden. Nur dass wir keiner Katastrophe entkommen sind, sondern der selbst gewählten Isolation als Außenseiter. Als die seltsamen Wesen auf dieser Welt, die ein ganz anderes Leben führen als alle anderen Menschen.

Chiang Mai macht es uns leicht, das vergessen zu lassen. Hier machen wir mittlerweile gefühlt 50 % der Population aus. Es gibt spezielle Meet-ups für uns, die in immer größer werdenden Facebook-Gruppen geplant werden. Wir haben feste Orte, an denen wir uns zum Arbeiten, Essen und Netzwerken treffen.

Und doch sind wir nur ein kleiner Teil der Menschen hier, der heuschreckenartig eine kleine Stadt in Thailand besiedelt und sich zu eigen gemacht hat. Chiang Mai kommt dabei noch relativ gut weg, schaut man sich andere touristisch überlaufene Orte wie Bali im direkten Vergleich an. Hier hält es sich bei den vielen Expats, den Digitalen Nomaden, die dauerhaft hier leben, und den Durchziehenden, die nur ein oder zwei Monate bleiben, trotzdem noch die Waage zwischen denen, die ihren gewohnten Standard für sich einfordern, und denen, die immer noch das einheimische Leben suchen und teilen wollen.

Während ich mich also über Eiskugeln gebeugt in der Gruppe meiner neuen Freunde zu Social-Media-Strategien, Positionierung und Algorithmen austausche, merkt eine von uns an, dass wir uns schon wieder konstant über das Thema Online-Business unterhalten. Auch das ist so typisch für uns, wie das MacBook in der Tasche oder auf dem Tisch vor uns zu haben: Steckt man nur zwei von uns zusammen, die sich meist wie durch magnetische Kräfte überall finden, sind die Themen schnell klar. In einer Gruppe ab drei ist es unabwendbar.

Was die einen dabei allerdings Leidenschaft und Faszination empfinden lässt, ist für andere oft anstrengend und ein wenig entnervend. Die Themen sind schließlich immer wieder dieselben. Und nach ein paar Wochen an einem Ort wird auch klar, die Menschen in diesen Gruppen sind ebenfalls immer dieselben. Wir suchen einander. Wir finden einander. Und wir vernetzen einander. Teils verzweifelt, um aus der selbst geschaffenen Isolation auszubrechen, teils gezwungenermaßen, um nicht wie unsoziale Einzelgänger zu wirken, die viele von uns einfach von Natur aus sind – und völlig zufrieden damit.

Das ist einer der meistdiskutierten Mythen, die um unsere Personen wabern wie Nebelschwaden um einen Berg.

Sind wir nicht einsam?!

Einige von uns sind es. Und sobald es auch nur einer zugibt, fühlt sich die Masse derer bestätigt, die uns mit Argwohn und Skepsis aus der Ferne, im Eigenheim, mit 1,25 Kindern und festen Arbeitszeiten von 9 bis 5 beobachten. Sie fühlen sich bestätigt in ihrer Annahme, dass unser Bild des idealen Lifestyles, mit endlosen Strandbesuchen und einem Konto, das sich mit verkauften Träumen immer weiter füllen lässt, einfach nur eine gut aufgestellte Fassade ist, die irgendwann in sich zusammenbrechen wird.

Und sie haben recht. Zumindest viele von uns betreffend.

Es gibt nichts, was nicht schon über das Digitale Nomadentum geschrieben wurde und es entweder zerreißt oder in den Himmel lobt. Es gibt die unter uns, die immer noch auf der Suche sind. Auf der Suche nach Heilung, nach Erfüllung, nach dem Menschen, der sie endlich glücklich machen wird, und die sich in der jahrelangen Suche einfach nur selbst verlieren. Es gibt die, die das Schuldgefühl der gewonnenen Freiheit und des Luxus in Spenden an diverse wohltätige Zwecke ertränken, und die, die stattdessen in sich selbst ertrinken. Es gibt die unter uns, die immer mehr wollen. Mehr Geld, mehr Luxus, mehr Freiheit. Und die nie erkennen, dass Freiheit eine Illusion ist oder zumindest etwas, das jeder anders für sich definiert.

Freiheit kommt immer mit Verantwortung. Nur definieren wir beides sehr unterschiedlich. Während für die einen Freiheit bedeutet, genau zu wissen, in welchem Zuhause sie am nächsten Morgen aufwachen, wohin am nächsten 1. die Miete wandert und woher der Gehaltsscheck dafür kommt, Freiheit also die pure Gewissheit ist, ist es für andere das genaue Gegenteil. Während für die einen Verantwortung bedeutet, für sich selbst und das eigene Einkommen sorgen zu müssen, sich selbst Sicherheit und Geborgenheit geben zu müssen, ist das für andere der absolute Widerspruch in sich.

Die einzige Wahrheit hinter all diesen Mythen, Traumblasen und Illusionen ist eine ganz simple, die die wenigsten gerne hören und wahrhaben wollen:

DASS NICHTS, NICHT EINMAL DIE FREIHEIT, OHNE EIN PREISSCHILD KOMMT.

Dass wir alle – egal ob im Eigenheim, in der Festanstellung oder als Digitale Nomaden – im Grunde das gleiche Leben führen. Einfach nur mit unterschiedlichen Fassaden.

Ich kann todunglücklich in meinem Festangestellten-Job sein oder einsam hinter meinem Laptop auf den Philippinen am Strand sitzen. Ich kann in einer zermürbenden, selbstzerstörerischen Beziehung leben oder mich als Single abends in meinem Doppelbett in den Schlaf weinen. Ich kann dauerreisend auf der Suche nach immer größerer Erfüllung sein oder meine 100-Quadratmeter-Wohnung mit immer mehr Besitz vollstopfen, um eine innere Leere zu füllen, die sich einfach nicht ausfüllen lassen will. Ich kann mir Sorgen um das schwarze Loch der gesetzlichen Rentenkasse machen oder verzweifeln darüber, nicht zu wissen, wie ich als Selbständige im Alter für mich selbst sorgen soll.

Glück und Zufriedenheit hat nichts damit zu tun, wie wir unser Leben von außen bestimmen lassen, und alles damit, wie wir unser Leben gestalten.

Das Einzige, was uns im Grunde also voneinander unterscheidet, ist, worin wir den Sinn unseres Lebens sehen.

Aber für solche tiefgründigen, existenziellen und auch gefährlichen Fragen, die an unseren Grundfesten rütteln könnten, ist nicht genug Platz in Magazinen, Blog-Artikeln und 5-Minuten-Gesprächen mit den jeweiligen Kritikern. Deshalb kratzen wir weiterhin nur an der Oberfläche, kritisieren von beiden Seiten das jeweils Andersartige, versuchen, dem glänzenden Image eine Delle zu verpassen, wo wir nur können, und uns selbst mit der einzigen Wahrheit zu trösten, die wir kennen: unserer eigenen.

Das ist sicherer, als die Theorie in Betracht zu ziehen, dass wir vielleicht an irgendeiner Wegkreuzung im Leben falsch abgebogen sind. Oder offen zuzugeben, dass wir gerne auch mal den Weg daneben beschnuppert hätten. Das ist einfacher, als – statt das Leben des Gegenübers – das eigene genauer zu beleuchten. Es ist bequemer, sich in der eigenen Bestätigung des Richtigseins zu sonnen, als die Möglichkeit zu erwägen, dass es keine Norm gibt. Kein Ultimo. Keine perfekte Lösung. Kein Schwarz und kein Weiß.

Hier in Chiang Mai zieht es nun alle wieder zurück an ihre Laptops und zur To-do-Liste, zu den Büchern und Ratgebern über selbstbestimmtes Leben, die wir vor dem Einschlafen nach Antworten suchend wälzen, und an die Notizblöcke, grübelnd über neuen Business-Ideen, die uns noch mehr Freiheit verschaffen sollen. Während sich unsere Gruppe nach geleerten Eisbechern wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreut, ende ich auf dem Heimweg in mein temporäres Zuhause alleine mit mir und meinen Gedanken und muss mich wieder meiner eigenen Wahrheit stellen.

Und am Ende des Tages sind wir uns auch darin alle gleich.

 

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43 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Jenny

    Liebe Carina,

    ich liebe deinen Blog. Er inspiriert mich jedes Mal aufs Neue. Unglaublich! Aber wahr!!! Vielen Dank dafür!
    Nach meinem Empfinden hast du dich mich diesem Artikel komplett selbst übertroffen. Es ist großartig, wie du uns mit deinem Wissen, deinen Erfahrungen, deiner Offenheit und Ehrlichkeit an die Hand nimmst. Ich habe den Schritt, meine Ideen umzusetzen und in die Selbstständigkeit zu gehen zwar noch nicht umgesetzt. Aber ich bin bald soweit. Ganz bestimmt. Und das auch dank dir 🙂 Du schaffst es, Selbstzweifel so zu minimieren, dass alles möglich scheint.

    Mindestens genauso schön und wertvoll finde ich, wenn in deinen Artikeln zu sehen ist, wie auch du dich weiterentwickelst. Ein Prozess, den jeder für sich auf andere Art und Weise erlebt und durchmacht. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt. Danke für deine Zeilen. Ich freue mich heute schon auf deinen nächsten Beitrag. Vom ganzen Herzen: dein Blog ist großartig!

    Viele Grüße
    Jenny

  2. Martine

    Ein wunderbarer Artikel, Carina. Danke dafür.
    Viele Grüße
    Martine

  3. Anke

    Liebe Carina,

    dein Artikel hat mich wirklich tief berührt… das sind die Worte eines aufgewachten Menschen 🙂
    Danke, dass du bist wie du bist <3

    Alles Liebe
    Anke

  4. Hallo Carina,
    Danke für deine Ehrlichkeit. Bin zwar „noch“ nicht als digitale Nomadin unterwegs, erkenne jedoch einige Themen die mich auch beschäftigen … und das würden sie auch in Thailand, Bali oder sonst wo auf der Welt. Man nimmt sich halt selbst überall hin mit … Da sollte man ehrlich mit sich sein.

    Ich kann nicht mal schreiben das vieles unter der Sonne Thailands evtl. leichter zu ertragen wäre, weil ich wahrscheinlich eher die Nomadin für die kühleren Gegenden werde ?.

    Der Beitrag bringt mich dazu meine Beweggründe nochmal genau anzuschauen und mir bewusst zu machen warum ich anders leben möchte. Danke dafür.

    Mir hilft die Frage: wenn ich 80 bin, wo will ich dann sein? Woran will ich zurück denken können? Welche Erlebnisse und Erinnerungen möchte ich haben?

    Und da ist meine Antwort für mich: ich möchte nicht an ein Großraumbüro mit gestressten Kollegen und muffeligen Kunden denken sondern an mein „Beachoffice“ in Zandvoort mit Blick auf’s Meer.

    Liebe Grüße aus einem „Singel-Doppelbett“. Heute in der Nähe von Frankfurt.;-)

    Bettina

    PS: ja, für solche Blogbeiträge von dir sollte auch Platz sein ?

  5. martina pahr

    danke für deine offenheit, carina – so und nicht anders ist es: alles hat seinen preis – und die frage ist, ob wir bereit sind, ihn zu zahlen. ob wir wissen, was wir wollen und brauchen, und wirklich ehrlich zu uns selbst sind.

    ich überwintere gerade für zweieinhalb monate in asien (vor drei wochen war ich auch noch in chiang mai!) – allein mit meinem laptop, da kein urlaub, sondern arbeit bei schönerem wetter und besserem essen.

    und wie oft höre ich die frage: „und was ist mit deinen freunden daheim? fühlst du dich nicht allein?“ das sind gedanken, die mir selbst gar nicht kommen.

    natürlich vermisse ich gelegentlich meine freunde – aber dank der modernen kommunikationsmöglichkeiten ist es kein problem, kontakt zu halten, egal, wo ich bin. klar bin ich allein unterwegs und fühle mich manchmal auch allein – genau so wie zuhause, wo ich auch nicht symbiotisch mit anderen leuten verwachsen bin. hier wie dort mag ich momente des alleinseins manchmal sehr, während ich manchmal lieber unter leuten bin.

    eine fassade oder einen faulen kompromiss kann man aufrechterhalten, ob man nun zuhause lebt oder unterwegs ist. bringt einen aber nicht weiter 😉

  6. Liebe Carina,

    das Leben ist ein Widerspruch, den wir nicht aufzulösen vermögen. Oder nicht so oft oder nur manchmal oder manchmal dann doch…

    Was wir lernen oder akzeptieren sollten, ist die Tatsache, dass ein anderer Mensch mit einem ganz anderem Leben entweder genauso glücklich sein kann, wie wir es selbst mit unserem Leben sind, oder sich eben auch nicht ganz so glücklich fühlen kann, wie wir selbst erleben.

    Es sind immer noch die äußeren Umstände, die Andere glauben bewerten zu müssen. Es gibt immer noch das Ideal der Familie, obwohl auch dort viele einsam oder unglücklich sind, und es gibt die „armen“ Singles, die ja per se schon so einsam sein müssen, es oft aber nicht sind. Was die Menschen begreifen sollten, ist, dass es für nichts einen standardisierten Weg gibt, den man jemanden an die Hand geben kann. Und es ist unfair, einen Einzelnen oder eine Gruppe von Menschen in eine Schublade zu stecken, nur weil sie einen anderen Weg für ihr Leben gewählt haben, der nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Interessant dabei ist, dass es „der Gesellschaft“ oft schon klar ist, dass diese Norm viele Menschen nicht glücklich macht, daran aber fast verzweifelt festgehalten wird.

    Alles, was wir selbst für uns tun können, ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und das für uns zu erkennen, was uns gut tut. Diese Entscheidung ist keine, die jemand anderes treffen kann. Aber wir können uns erzählen lassen, wie es womöglich jemand anderem damit ergangen ist. Dennoch ist dies nur eine persönliche Erfahrung eines anderen Individuums. Und es sei auch diesem Menschen zugestanden, dass er dort, wo er war, nicht immer nur mit einem Lachen im Gesicht gestanden hat.

    Wir suchen nach der eigenen Erfüllung und dennoch nach der Verbundenheit mit denen, die so ähnlich sind wie wir. Eine schwere Aufgabe.

    Und doch gelingt sie in einigen Bereichen. Was wir nicht vergessen sollten, ist die Tatsache, dass es eben dann immer nur dieser Bereich oder noch ein paar andere kleine Bereiche unseres Lebens sind, die uns miteinander verbinden. Und das ist auch nicht schlimm. Was in Paar-Beziehungen oft verkehrt wird („Wir machen alles gemeinsam, sonst stimmt ja was nicht“), gilt auch für das Verhältnis zu Menschen, die uns irgendwie auf unserem Weg begleiten.

    Ab und an kann das auch Augen öffnen. Aber eben nur, wenn wir es zulassen.

    Und das ist Freiheit. Sich entscheiden können. Und sich entscheiden müssen, an der einen oder anderen Stelle.

    Ich bin froh um die Denkanstöße, die ich erhalte, wenn ich mit Menschen zusammen sein kann, die anders leben oder ein anderes Hobby haben oder… Das lässt mich frei fühlen, denn ich habe ja doch die Wahl, wie ich es für mich dann halte.

    Du hast einen sehr offenen Post geschrieben; ich halte ihn für den, der bisher am meisten von Dir gezeigt hat. Ist nur so ein Gefühl, und es fühlt sich gut an.

    Viele liebe Grüße aus der alten Heimat und eine Umarmung

    Birgit

    • Nadine

      Wow, Birgit… toller Beitrag. Was mich sehr zum Nachdenken anregt gerade, sind gerade folgende Sätze von dir: „Was wir nicht vergessen sollten, ist die Tatsache, dass es eben dann immer nur dieser Bereich oder noch ein paar andere kleine Bereiche unseres Lebens sind, die uns miteinander verbinden. Und das ist auch nicht schlimm.“ Das fühlt sich für mich so richtig an, was du schreibst, gerade weil es eine Falle ist, in die ich in meinem Leben leider auch sehr häufig getappt (bzw. immer noch tue). Nicht in Paar-Beziehungen sondern generell in Freundschaften seit meiner frühen Kindheit an. Aber ja, in Paarbeziehungen habe ich das wohl auch mal gedacht, sehe es heute aber auch so wie du. Bei den Freundschaften setze ich das allerdings in der Tat noch nicht so ideal um. Ertappt… 😀

      Liebe Grüße, Nadine

      • Liebe Nadine,

        ich kann das gut nachvollziehen, und gerade bei langjährigen Freundschaften würden wir uns diese Verschmelzung wünschen. Das ging mir auch schon so, und ja, es ist eine Falle 🙂 Wichtig ist doch, darum zu wissen, was man an diesem Freund hat, und sicher wird Dir das genauso bewusst, wie es mir auch immer bewusst wurde.

        Ein bisschen Reibung darf ja auch sein 🙂 Auch wichtig ist, dass wir uns – nachdem wir uns gefangen haben in den Gedanken – den Anderen auf seinem Weg begleiten so gut wir es können. So, wie wir es für uns auch wünschen würden.

        Kann einfach sein, ist es eben aber nicht immer.

        Du wirst das schon richtig machen für Dich.

        Viele liebe Grüße

        Birgit

  7. Hi Carina,

    seit der 1. DNX begleite ich Deine Anfänge und Deine Reisen. Ehrlicherweise hätte ich nicht gedacht, dass Du das „Digitale Nomadentum“ wirklich für Dich „so lange“ umsetzt.

    Mir gefällt immer wieder, wie offen und authentisch Du bist. In diesem Artikel reflektierst Du verschiedene Seiten, die jeden zum Nachdenken anspornen.

    Weiter Daumen hoch für Dich…und vielleicht sieht man sich ja mal als Digitaler(Teilzeit) Nomade am Nebentisch ;o)

    Gruß René

  8. Barbara

    Hi Carina,

    Dank dir, deinem Blog und deinen zwei Büchern bin ich nun 3 Monate allein unterwegs.

    Ich Danke dir wirklich sehr, für deine offene Art des Schreibens ❤ Und ja es stimmt, ob digitaler Nomade oder 9to5 worker, irgendwie suchen wir alle doch nur „unseren“ Weg❤

    Lg
    Barbara aus Bali

    P.S. Wo hast du in Chiang mai gewohnt, wenn du es verraten möchtest.

  9. Liebe Carina,

    ich verfolge Deinen Blog nun schon lange. Dieser Artikel ist hervorragend. Nicht nur inhaltlich sehr „weise“ und reflektierend, sondern dazu auch noch sehr lebendig und mit einem tollen Stil geschrieben.

    Was mir bei Chiang Mai in den Sinn kommt ist noch ein anderer Aspekt: Ich war vor Jahren dort, während ich ganz Thailand bereist habe. Und dieser Ort erschien mir schon damals als „unwirklich“ und mit viel zu vielen Ausländern. Mich hat es wahnsinnig gestört, dass diese in einer Parallelwelt leben und die wenigsten überhaupt Interesse an der thailändischen Kultur und den Menschen dort haben. Mir kam es so vor, als wollte man unter sich sein (und bleiben). Das fand ich sehr schade.

    Mein Eindruck war (und ist), dass viele der Expats und digitalen Nomaden dort eigentlich nur wegen des Klimas leben und, weil man dort ganz leicht Seinesgleichen trifft. Aber ein Interesse, die Einheimischen und deren Kultur kennen zu lernen besteht nicht. Das erinnert mich an Parallelwelten hier in Berlin, wo viele Menschen unterschiedlichster Herkunft in ihrer eigenen Welt leben ohne sich zu integrieren. Wie ist Dein Eindruck?

    Liebe Grüße
    Tanja

  10. Gerne mehr davon!

  11. Nadine

    Du hast (für mich) den Nagel auf den Kopf getroffen, Carina, was der Knackpunkt an den allermeisten Konflikten über Lifestyles ist. a) Die Unfähigkeit der meisten Menschen, Lebensstile zu akzeptieren, die von ihren eigenen abweichen. (aus verschiedenen Gründen, geht mir selbst manchmal noch so leider) und b) Der Unwillen zuerst (aber auch ganz generell) bei sich selbst nachzuschauen. Es ist immer so leicht andere zu verurteilen oder zu kritisieren und sich selbst als der Erleuchtete zu fühlen, der ja alles richtig macht, weil er es anders macht als die anderen (oder vielleicht auch gerade, weil er oder sie es ja macht wie alle anderen, weil das ja zeigt, dass man es richtig macht, wenn es alle anderen auch machen 😉 ). Aber du hast Recht, Freiheit zeigt sich nicht an irgendwelchen Äußerlichkeiten. Freiheit ist ein mindset. Wenn ich innerlich frei bin, dann spiegelt sich das auch im Außen, aber eben nicht immer auf identische Art und Weise. Wenn ich innerlich unfrei bin, helfen aber auch alle äußeren Anscheine von Freiheit nicht, das aufzuwiegen.

    Vor zwei, drei Jahren bin ich erstmals mit dem Thema Minimalismus in Kontakt gekommen und war direkt dermaßen abgeturnt davon. Nicht weil ich Menschen für verrückt und gestört halte, die sich materiell reduzieren und mit wenigen Dingen leben wollen – obwohl das damals von meiner persönlichen Lebensweise sehr stark abwich. Sondern weil mir die Art und Weise, wie es mir dort vorgestellt wurde, völlig abstrus erschien. Ich lasse los von allen materiellen Dingen, aber dafür versklave ich mich in einer neuen Ersatzreligion, die mir vorschreibt, wie viele Dinge ich haben darf (nach dem Motto „je weniger ich besitze, umso erleuchteter und freier bin ich“). Bsp.: Die betreffende Person erzählte mir, dass ihre Waschmaschine kaputt sei, aber sie keine neue kaufen würde, weil sie mit dem Gedanken spielte, eventuell in eine andere Wohnung zu ziehen. Da ich den Zusammenhang nicht verstand, erklärte er mir, dass es sich nicht lohnen würde, dann eine Waschmaschine zu kaufen, da er die ja beim Umzug nicht mitnehmen würde. Auf meine Frage nach dem Grund wurde der Minimalismus angeführt. Mir ist bis heute nicht klar, warum es Minimalismus ist, sich in jeder Wohnung, in die man zieht, große Gebrauchsgegenstände neu zu kaufen, statt die alten mitzunehmen. Ist das nicht erst recht consumerism (bin mir gerade nicht sicher, ob es ein deutsches Pendant hierzu gibt)? Auch dass dieselbe Person noch über 100 Videospiele plus Konsolen etc. besaß, die aber bei Mama und Papa gelagert waren, und damit wohl nicht zählten, hat mich eher zu der Ansicht gebracht, dass es mehr Schein als Sein war. Das Thema ist mir allerdings immer häufiger begegnet und jetzt beschäftige ich mich selbst für mich damit, allerdings ohne Zwang, wie viele Dinge ich dann immer noch hinterher besitzen darf, da ich auch gar kein Bedürfnis habe, in die Gruppe der anonymen Minimalisten aufgenommen zu werden. 😉

    Ich finde, das passt hierzu ganz gut, weil minimalistisches Leben ja auch als Ausdruck von Freiheit angesehen wird. Das ist es aber nur, wenn ich wirklich von innen heraus an meiner Freiheit arbeite. Wenn ich innerlich in einem Gefängnis lebe und mich nur im Außen reduziere, verkaufe, verschenke etc., bis fast nichts mehr da ist, und meine Freiheit daran festmache, wie viele Dinge auf meiner Besitzliste stehen oder ob sie alle in einen Koffer oder ein Auto passen, bin ich einfach nur vom einen Gefängnis direkt ins nächste geflüchtet.

    Und zu deiner Frage aus dem Newsletter: Ich würde mich sehr freuen, auch mehr Artikel dieser Art von dir zu lesen, wenn dir danach ist. Du hast eine tolle Art, die das wirklich Wesentliche zu analysieren und dann auf den Punkt zu bringen, und das auf eine Art und Weise, die nicht von oben herab sondern vielmehr amüsant zu lesen ist.

    Liebe Grüße!

  12. Liebe Carina,

    ich lese dich erst seit ein paar Monaten, dafür habe ich fast alle deine Beiträge gelesen und bin wirklich begeistert von dir!

    Mein Mann und ich lebten 3 Jahre in China und haben auch sehr viel gereist. Nun haben wir ein ganz anderes Leben, mit Eigenheim, Garten, 2 (leicht über 1,25) Kindern… Wir wohnen in einem kleinen Dorf und machen Urlaub in Österreich, da wir das Haus abzahlen müssen.

    Ich vermisse natürlich manchmal mein altes Leben und ich weiß, dass die Zeiten kommen, wenn wir wieder freier und mobiler sind.

    Aber ich fühle mich trotzdem wie eine Digitale Nomadin, obwohl ich mein Haus schon seit einer Woche nicht verlassen habe. Ich habe einen kreativen Mamablog und ich fühle mich frei mein Leben so zu gestalten, wie ich es möchte, so viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, wie ich möchte. Ohne die für den ganzen Tag in den Kindergarten abzuschieben, während ich von 9 bis 17 Uhr im Büro stecke.

    Selbstständigkeit ist sehr vielseitig und man muss nicht unbedingt einsam sein.

    Mit bunten Grüßen,
    Lisa von MamaKreativ

    • Hi Lisa,
      und genau das ist doch das wichtigste, oder?
      Das Gefühl in Dir drin?
      Wir fühlen uns manchmal eingesperrt ohne es zu sein und können uns ungebunden und frei fühlen, obwohl wir an einen Ort gebunden sind. Kommt alles auf die Einstellung und Ausrichtung an.
      Liebe Grüße,
      Carina

  13. Wow Carina, vielen Dank für deinen ehrlichen, offenen Beitrag!
    Ich glaube, du hast echt den Kern der Sache getroffen. Es gibt nicht entweder oder, schwarz oder weiß, gut oder schlecht. Jede/r muss da ihren/seinen Weg finden, was es heißt, ein gutes und glückliches Leben zu führen. Und das ist für manche Leute genau das Gegenteil von dem, was man selbst braucht. Ein Hoch auf die Unterschiede!
    Liebe Grüße
    Merve

  14. Liebe Carina
    Ich bewundere jeden von euch der den Mut hat, sein Leben so gravierend zu verändern!
    Eigentlich ist es egal wo man ist, Hauptsache dass es stimmt und passt! Glück kann man überall finden, am meisten in sich selbst!
    Da ich ja meinen happy-blog schreibe, weiss ich wovon ich spreche;-)…
    all the best, wo auch immer du bist! Schön, dass es so mutige Menschen gibt… lese immer gerne von dir hier in der kalten Schweiz!

  15. Sandra

    Liebe Carina
    Ehrlichkeit tut gut! Ja, für sein Glück muss man etwas tun und man kann nicht vor seinen Aufgaben davon laufen, sie verfolgen einen überall, wenn man das Nomadenleben nicht zur Flucht nutzt, denke ich wird man auch Erfolg darin haben, damit glücklich zu sein.. Dein Beitrag ist gnadenlos offen und das tut gut… Ehrlichkeit und und die Realität nicht aus den Augen zu verlieren ist sehr wichtig.. danke!
    Gerne mehr davon 🙂

    • Hi Sandra,
      der Artikel geht in zwei Richtungen, nicht nur in die der flüchtenden Digitalen Nomaden 😉
      Auch die Menschen, die in Eigenheim und festem Job immer darüber zetern und meckern, dass ja alles scheiße ist und sie ihren Job hassen, sollten anfangen etwas zu ändern, statt immer nur zu jammern.
      Egal ob DN oder Festangestellter, egal ob Single, in einer Beziehung, ohne Wohnsitz, mit Wohnsitz… jeder und jede ist genauso für die Art für Leben verantwortlich, das er oder sie gerade führt.
      Das war der Punkt 😉
      Liebe Grüße,
      Carina

  16. Die Hebamme meines Rückbildungskurses hat das ganz treffend erklärt: „Es gibt kein richtig und kein falsch, es gibt nur ein anders“. Das war zwar auf die Kindererziehung bezogen, lässt sich aber auch wunderbar auf jeden anderen Lebensbereich beziehen.

    Und nur, weil für mich der eine Weg der richtige ist, heißt es nicht, dass er für jemand anderen auch richtig ist. Und genau so wenig heißt es, dass dieser Weg für immer der richtige für mich sein wird. Ich habe schon so oft meine Meinung über Dinge verändert, weil ich mich weiterentwickelt habe, neue Menschen getroffen habe, gelernt und ausprobiert habe.

    Deshalb finde ich es schön zu sagen, dass jemand etwas anders macht und nicht falsch nur weil es nicht der Weg ist, den ich selber eingeschlagen habe und für mich als richtig empfinde.

  17. Angela

    Hi Carina,

    ein toller Artikel, der gerade jemanden wie mich, der noch ganz am Anfangs steht und vom Nomadenleben träumt, auf den Boden holt. Und das ist super, denn Illusionen zerplatzen oft schneller als Seifenblasen.

    Wir haben doch alle unsere eigenen Baustellen, egal wie wir unser Leben führen. Es gibt einfach kein Richtig oder Falsch und Tatsache ist, dass jeder und jede von uns seinen/ihren eigenen Weg finden muss.

    Und Leute(a), die mit dem Finger auf die Menschen(b) zeigen, die etwas anders machen, als alle anderen(a), weil sie(a) gehört haben, dass es denen(b) auch nicht so bombastisch geht, wie sie(a) es sich in ihrer eigenen Fantasie ausgemalt haben versuchen einfach immer noch, ihr eigenes Glück im Außen zu finden. Nur, sorry Leute, da ist es nicht… Es wird niemanden befriedigen zu erfahren, dass andere auch Leiden, das macht uns selbst einfach nicht weniger traurig…

    Ich würde es vielleicht nicht Preis nennen und von Bezahlung sprechen, aber klar, für alles gibt es Bedingungen und die müssen erfüllt werden. Wenn ich ständig reisen und 30 Orte im Jahr besuchen möchte, dann kann ich kaum bei jeder Familienfeier meiner 25 Verwandten dabei sein. Also, bin ich nun die Nomadin oder der Familienmensch? Welches Herz schlägt doller? Oder gibt es, für mich, doch einen Mittelweg. Es gibt da diesen abgelutschten Spruch, man kann nicht das eine wollen und das andere mögen. Richtig. Wenn ich etwas will, dann muss ich auch bereit sein, Dinge zu tun, die dafür notwendig sind, auch wenn ich diese Dinge eben nicht mag.

    Der Freiheitsgedanke ist wohl sehr groß. Ich denke viel über Freiheit nach, denn das ist es, was ich möchte und was ich mir unter dem Nomadentum vorstelle. Ganz frei sein? Wer weiß ob das geht. Aber frei sein von den Dingen, die ich persönlich zur Zeit als fesselnd empfinde, ja, dass geht! Ich habe mich vor einigen Wochen sehr intensiv damit beschäftigt und viele Leute gefragter as denn für die Freiheit eigentlich bedeutet und das ganze in einem Post verarbeitet: http://oasoap.bplaced.net/test2/

    Und ich finde, dass zeigt sehr eindeutig, wie egal das alles eigentlich ist. Jeder hat eine eigene Wahrnehmung, ein eigenes Verständnis der Dinge, für jeden ist alles etwas anderes, hat eine andere Bedeutung und somit auch das Glück! Wenn jemand also meint, er kann nur glücklich sein, wenn er über andere lacht und schadenfroh ist, dass ein Ausreißer (völlig positiv gemeint) aus dem 9 to 5 auch nicht glücklich ist als er selbst, bitte, dann ist das so. Tangieren muss uns das nicht. Wir haben, wie du so schön geschrieben hast, unsere eigene Wahrheit mit der wir uns beschäftigen müssen. Ganz allein. Jeder für sich!

    Und ja, tu das ruhig öfter 🙂

    LG nach Mexiko!

    Angela

  18. Liebe Carina
    ein schöner inspirierender Artikel über wohl das tiefsinnigste im Mensch sein selbst.
    Der Sinn des eigenen Lebens, wird wohl nie im außen zu finden sein,
    wenn im inneren und durch sich selbst kennen lernen.

    Wer weiß schon was gut für ihn ist, wie er sein Leben gestalten möchte,
    wenn er es nicht ausprobiert. Als 9to5 Schreibtischtäter, volle Teilzeitkraft, digitaler oder analoge Nomade, mit oder Online/Offline Business, als Single oder Polyamorer, in eigenen oder gemieteten 4 Wänden oder auch nur Rundzelt.

    „Wer nicht weiß wohin er segeln möchte, für den ist kein Wind der Richtige“.
    So fang an dein Leben zu gestalten und verschwende nicht die Zeit darauf zu schauen was die anderen machen. Lass dich von ihnen inspirieren ohne darüber zu richten denn das ist nur Ablenkung von dir selbst.

    Liebe Grüße

    • Hi Daniel,
      hast Du diese abschließenden Worte jetzt an mich gerichtet oder eher so allgemein vor Dich hin gesprochen?
      Sollte ersteres der Fall sein, hast Du den Artikel wohl nur halb gelesen 😀
      Viele Grüße,
      Carina

  19. Linda

    Hallo ihr Lieben,

    Zurück von meiner einjährigen Weltreise bin ich in ein Loch gefallen und fühlte mich total “unfrei“.
    Auf der Suche nach Lösungen habe ich für mich Meditation entdeckt. Mit meiner inneren Einstellungen kann ich nämlich soooo viel Gutes für mich tun und das ganz kostenlos, ohne einen Preis zu bezahlen.
    Zum Thema Freiheit möchte ich mit euch folgende buddhistische Weisheit teilen:

    Freiheit bedeutet immer da zufrieden zu sein, wo man gerade ist. Gefängnis heißt, sich woanders hin zu wünschen. Eine freie Welt erlebt derjenige, der zufrieden ist. Bei wahrer Freiheit hat man nie Wünsche frei, sondern ist frei von allen Wünschen.

    LG aus Bonn
    Linda

  20. Saskia

    Zurueck in Deutschland nach fast 14 Monaten reisen, spricht dein Artikel mir aus der Seele. Vielen Dank fuer deinen Mut zur Ehrlichkeit, der insperierend ist und die richtigen Fragen aufwirft.

    Auch 14 Monate weg von zu hause, haben mich nicht befreit von Selbstzweifeln und dunklen Gedankenstrudeln, die mich in ihre Tiefe ziehen wollen. Der Frage, ob es die richtige Entscheidung war loszuziehen, der Angst vor Vereinsamung (hoechst unwahrscheinlich) und dem (rational gesehen) noch unwahrscheinlicheren (aber in meiner Angstwelt sehr realen) Hungertod. Was sich veraendert hat, ist, dass ich gelernt habe, meine Aengste anzuschauen, die die Mauern meines Gefaengnisses waren (und sicher leider auch noch oft sind) und sie (ganz hippiemaessig) mit Wohlwollen betrachte, um mich dann darauf zu fokussieren, was ich ohne die Angst gerne machen will. Dann treffe ich eine Entscheidung und stehe dazu. Was haben wir schon zu verlieren ausser das Leben? (na, fuehlt ihr die Angst? Das heisst wohl wir sind am Leben :))

    Ich habe auch gelernt, dass es ein Wir gibt. Wir alle suchen nach Geborgenheit, Zufriedenheit, Seelenfrieden, wenn wir auch unterschiedliche Wege waehlen. Wir alle fuehlen. Angst, den Schmerz der Opportunitaetskosten eine Entscheidung fuer etwas zu treffen, Sehnsucht, aber auch Glueck, Genuss und Liebe.

    Und wir alle haben die Wahl. Wir koennen uns darauf konzentrieren zu bejammern, was wir nicht haben oder darauf, wie reich unser Leben jetzt grade ist und –
    wir koennen unsere Sehnsucht als Leitfaden fuer Veraenderung nehmen und uns gegenseitig unterstuetzen in der Erfuellung unserer Traeume. Durch Akzeptanz statt Verurteilung.

  21. Inge

    Liebe Carina,
    Du sprichst mir aus der Seele. Auch wenn ich keine DN bin so sehe ich inzwischen auch hinter den Vorhang. Danke für deine Ehrlichkeit und den Mut darüber zu schreiben. Motivation an Menschen weiterzugeben ist eine Sache, doch jeder muss seinen und wirklich seinen ureigenen Weg finden und gehen. Ich wünsche dir auf deinen Weg weiterhin Klarheit und Mut. Bleib dir treu, denn so inspirierst du Menschen ihren eigenen wundervollen Weg zu finden.
    Herzlichst Inge

  22. Liebe Carina.

    Dein Beitrag ist ehrlich und treffend. Sieht das Leben in den fernen Ländern auf den schönen Blogs doch immer so herrlich und easy aus.

    Das schöne ist- sie machen Mut aus der Komfortzone auszutreten. Aber sie können auch mahnen wie langweilig angeblich das eigene Leben in Deutschland ist- dabei gibt es kein richtig oder falsch wie oben schon erwähnt wurde. Jeder sollte sich wohlfühlen so wie es jeder macht.

    Wir sind eine ortsunabhängige Familie und haben nach zwei Jahren der Suche, endlich noch mehr freie Familien gefunden. Als Familie alleine zu reisen ist ein hartes Brot. Wir haben uns Dank des Internet viel vernetzt.Eine Generation ist auf dem Weg.

    Im Moment leben wir mit vielen anderen Familien aus Europa in einem Ressort auf einer schönen Insel. Es ist für uns eine lehrreiche Zeit- denn mit Kindern ist der digitale Nomaden Alltag ein großer Unterschied zu den kinderlosen digitalen Nomaden Alltag.

    Das Kind steht mit seinem Bedürfnissen ganz im Vordergrund- jeden Tag. Der Alltag ist anders und doch der gleiche wie im ehem. zu Hause. Aufstehen, Zähne putzen , Nahrungssuche….

    Jeder neue Ort braucht seine Zeit der Eingewöhnung. Gesunde Ernährung liegt hoch im Kurs- auch das will in einem neuen Land gesucht und gefunden werden. Die Tropen sind eine andere Klimazone- die Kinder und auch wir müssen uns daran gewöhnen. Arbeiten in der Sonne am Starnd ist auch für uns unmöglich denn der Tag gehört vorrangig den Kindern.

    So laufen ab 21:00 bis 2:00 morgens die W Lan Leitungen heiss und in den Morgenstunden ab 5:00- 7:00 ist bochmal kurz eine freie Zeit. Im Ressort haben wir Gesprächsrunden, Sportrunden und gemeinsame Aktivitäten organisiert. Wir alle können etwas und Sharen was das Zeug hält. Shiatsu gegen Ernährungsberatung, Online Tipps gegen ein Abendessen.

    Der Vorteil ist, das viele ander Kinder hier mitleben doch Kinder haben ihr eigenes Tempo sich kennen zu lernen. Ein Kind kann nicht gezwungen werden. So kann es 2 oder auch 6 Wochen brauchen bis ein Kind sich einen anderen Kindern anschliesst.

    Ich bin um diese Erfahrungen und noch viele mehr die hier den Rahmen sprengen würden sehr dankbar. Dein Artikel Carina, rundet das ganze ab. Es ist nicht weniger Alltag als back in Germany- und auch wir müssen unseren Lebensunterhalt wie ein Angestellter erarbeiten. Es gibt wenige die oben an der Spitze stehen und ein gut laufendes Bussiness haben- und auch dieses will irgendwie im Familien- u. Reisealltag organisiert werden.

    Die Zeiten des digitalen Nomaden Business – eben mal schnell mit einem Frebiee o. E Book ein paar 1000 Follower anlocken ist nicht mehr. Es braucht mehr dazu. Kreativität und Flexibilität sind gefragt.

    Wir lernen alle dazu- wir lernen alle über uns dazu- die eigenen Beziehungen werden transformiert- Partnerschaften begenen sich neu oder zerbrechen- denn hier zeigt es sich welches Paar ein Team ist. Altlasten aus der Heimat holen dich ein wie ein Bumerang und dann gehts ab.

    Allein dafür ist es mir Wert mich aufgemacht zu haben- das alles hätte ich auf meiner Couch und in meinen Alltag back in Germany nicht so schnell gelernt. Ich bin nah am Leben, bin dankbar neue Kulturen kennenzulernen und in diesen zu leben und das gemeinsam mit meinem Kind und meinem Mann.

    Doch ob das richtig oder falsch ist entscheidet jeder für sich am Ende selbst. Den du musst dich wohl dabei fühlen, das Kind darf nicht auf der Strecke beliben und hier gibt es keine Ideale und Glanzmagazine- hier zählt das tägliche (über) leben mit Höhen und Tiefen. Ganz normaler Alltag halt. Nix geschöhntes – nix neues.

    Liebe Grüße Diana

  23. Hallo Carina,

    danke für diesen Beitrag. Ich glaube ja, dass jeder für sich selbst rausfinden muss, welches Leben funktioniert. Ich hab einen 9-to-5-Job, eine feste Wohnung und verreise nur innerhalb meines Jahresurlaubs. Trotzdem fühlt es sich für mich gut an, in eine vertraute Umgebung nach Hause zu kommen, in einer gut ausgestatteten Küche mittlerweile täglich zu kochen, zu Hause mittlerweile eine gut ausgestattete Bibliothek zu haben und so weiter. All das sind Dinge, die sich für mich gut anfühlen, daher werde ich wohl so schnell kein Digitaler Nomade der nur mit einem Rucksack durch die Welt reist. Jede Lebenssituation hat Vor- und Nachteile. Was ich daher nicht leiden kann ist, wenn mir jemand sein Leben als die ultimative Lösung für ewiges Glück verkaufen will.
    Deshalb finde ich deinen Beitrag so großartig, da du aufzeigst, was für dich grade am besten funktioniert, aber für andere vielleicht einfach nicht das Richtige ist.
    Danke.

    • Hi Sarah,
      danke dafür!
      Genau so war er gemeint 🙂
      Liebe Grüße in die heimische Bibliothek,
      (diesen Aspekt vermisse ich auf Reisen durchaus…)
      Carina

  24. Hallo Carina,
    ein toller Artikel. Ich mache den Sprung und habe meine eigene UG gegründet. Finde das super, dass Du auch einmal über die Herausforderungen des digitalen Nomadentums schreibst. Das machen ja viele nicht und ich kann mir vorstellen, dass jeder die Probleme auch ins Ausland mitnimmt. Genauso wie ich damals meine Sorgen mit nach HH umgezogen habe.
    Ich wünsche Dir eine tolle Zeit und es ist ja immer so, dass auch das digitale Nomadentum jeden Tag eine Entscheidung ist, die jeder immer wieder zurück nehmen kann.
    Alles Liebe.
    Gaby

    • Hi Gaby,
      Glückwunsch zur UG!
      Es sollte eigentlich keine Schilderung über die Herausforderungen sein – ich als Introvertierte sehe viele dieser Punkte sogar als Vorteil an, gegenüber dem sesshaften Leben -, auch wenn ich mich denen immer gerne in Artikeln widme 😉
      Es kommt also sehr darauf an, aus welcher Perspektive Du ihn liest 😉
      Für mich ist es ein Lebensstil, der mich näher an das herangebracht hat, wie ich wirklich ticke und was ich brauche. Das muss eben nicht für alle Menschen so sein 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

  25. Hallo.
    Ziemlich zutreffend was hier drin steht. Das kannst du auch gleich über jede Menge Reiseblogger sagen: EineUnzufriedenheit triebt uns von zuhause fort. Dort, wo Menschen uns vielleicht nicht mögen, schätzen, wahrnehmen. Obwohl villeicht einfach nur unser eigener Blick verschoben, unsere Gefühle verletzt sind.
    Ich bin einer von denen, die „auf der Flucht“ sind. Aber zumindest weiss ich, dass ich zurückkehren werde. Entweder mit Antworten, aber zumindest mit einer Menge Erfahrungen, die mir zuhause sicher helfen werden. Helfen, die Probleme anders, besser, schneller lösen zu können.
    Gruß von irgendwo,
    Max

    • Hi Max,
      entweder hast Du den Artikel nicht ganz gelesen oder nicht ganz verstanden 😉
      Ich sage über niemanden, dass er oder sie auf der Flucht ist.
      Da hat Dich also wohl einzig Dein eigenes Verhalten geleitet…
      Ich wünsche Dir dann trotzdem, dass Du die Antworten findest, die Du gerne hättest!
      Viele Grüße,
      Carina

  26. Christin

    Ganz richtig und wunderbar geschrieben. Habe nichts hinzuzufügen 🙂
    Lieben Gruß Christin

  27. Hallo Carina.
    Sehr schöne und persönliche Worte.
    Vielen Dank dafür und für den Blick hinter die Fassade!

    Liebe Grüße,
    Daniel und Jessica

  28. Josi

    Hi Carina,

    Du spürst wie die Zeit dahin streicht und bist aus dem Fluss gestiegen und betrachtest, wie Deine Route verläuft. So wirkt Dein Beitrag auf mich. Viele Möglichkeiten, viele Lebensstile im Meer des Lebens. „Was bleibt von mir. Wird Afrika auch ein Lied von mir singen“, sagt in etwa Karen Blixen in Jenseits von Afrika. Was Du heute wichtig findest, kann morgen weit weg und banal sein. Eine Idee, Vorstellung an sich sagt gar nichts. Wie sie wirkt, ist entscheidend. Einsamkeit kennt beide Seiten, egal, wo Du bist. Jeder reist unterschiedlich durchs Leben. Herauszufinden, was, wer wie auf mich wirkt, bleibt eine ständige Aufgabe.

    Liebe Grüße aus der Eistonne im Voralpenland

  29. Liebe Carina,

    Ich folge dir seit einer Weile weil du einem weiterhilfst. Ja es gab die Zeit wo verschiedene Abschnitte deiner Bücher oberhalb meinem Schreibtisch hingen und mich immer erinnerten etwas zu tun und deine Worte aus der E-mail damals hallen mir immer nach wenn ich keine Lust mehr auf nichts habe „Einfach dranbleiben. Das ist das ganze Geheimnis“, danke dafür. Und danke das du mich und so viele andere Frauen immer wieder auf das neue motivierst.

    Zu diesem Artikel, ja du hast vollkommen Recht, er ist ehrlich und ernüchternd. Ich musste ihn erst verdauen und fand ihn danach umso besser. Ich bin noch lange nicht da wo ich sein möchte aber ich bin auf dem Weg und ich hab durch dich erst überhaupt angefangen. Besser später als nie. Ich weiß das auf mich Probleme zu kommen werden und das es nicht immer das ist was viele „Hochglanz“ Blogger uns sagen. Ich weiß das die meisten Instagram Profile eher einem Glanzmagazin ähnlich sind als dem wahren Leben. Aber ich muss erst das richtige für mich finden. Im Grunde genommen sind wir das ganze Leben auf einer Reise, ob wir nun digitale Nomaden oder sesshaft sind. Ob das Leben nun gut ist oder schlecht hängt von uns ab, nicht von Ort an dem wir Leben.
    Alles Liebe,
    Isy

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