Es gibt da dieses Wort... wie heißt das noch mal?! Ach, richtig: Nein!

Kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links (*) zu Produkten enthalten, die ich empfehlen kann.

Immer wieder habe ich das Bedürfnis, mich zu rechtfertigen oder zu erklären.

„LIEBE FREUNDE, ICH BIN SELBSTÄNDIG UND HABE EIN ONLINE-BUSINESS.“

Nein, das bedeutet nicht, dass ich nur ein Hobby pflege (auch wenn ich sage, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht – das ist anders gemeint,) oder den ganzen Tag nur zum Spaß auf Instagram verbringe.

Nein, das bedeutet nicht, dass ich Urlaub habe, den ganzen Tag Caipis am Strand schlürfe und dabei lässig auf meinem Laptop rumklicke.

Nein, das bedeutet nicht, dass ich unseriöse Geschäfte abwickele, die einen String-Bikini und eine Webcam beinhalten.

Und nein, es bedeutet auch nicht, dass ich einfach so Dinge und Dienstleistungen geschenkt bekomme.

Ich arbeite dafür. Ganz genauso wie andere für einen Gehaltsscheck.

Kennst Du das Gefühl? Dich immer wieder erklären zu müssen? Vor Deiner Familie? Freunden? (Ehemaligen) Kollegen?

Dafür, dass auch Du am Ende der Woche k.o. bist und andere dann mit den Augen rollen, weil sie sich Dich nur die ganze Woche auf der Couch gammelnd vorstellen.

Weil sie, selbst nach der zwölften Antwort auf die Frage „Was machst Du noch mal?“, immer noch nicht verstanden haben, wie Dein Geld auf Dein Konto kommt (und warum).

Oder wenn sie Dir wieder einmal subtil zu verstehen geben, dass Du Dir ja auch mal einen richtigen Job suchen könntest und sie da ja jemanden kennen, der gerade jemanden sucht, und Dir die Jobanzeige zuschieben.

Nicht genug, dass sie Dir kritische, zweifelnde, mitleidige, abfällige, verständnislose, überhebliche, besorgte, verwirrte, neidische, ängstliche Blicke zuwerfen, sie bringen Dich auch dazu, in einer Dauerschleife zu seufzen und Dich schlecht und schuldig zu fühlen. An Dir selbst und dem, was Du nun Deinen Job nennst, immer wieder zu zweifeln.

DU FÜHLST DICH SCHLECHT.
DU FÜHLST DICH UNZULÄNGLICH.

Dabei sollten sie sich eigentlich schlecht fühlen, weil sie Dich nicht unterstützen, Dir den Rücken stärken oder Dich aufmuntern, wenn gerade alles schiefläuft.

(Stattdessen werfen sie noch den „Ich hab’s Dir doch gesagt“-Blick hinterher, wenn Du Dich ausheulst.)

Sie sollten sich unzulänglich fühlen, weil sie im Grunde – mal ganz ehrlich – als Freunde auf ganzer Linie versagen, wenn sie sich nicht einmal die Mühe machen, sich von einem Treffen zum nächsten zu merken, was Du da eigentlich genau machst. Weil sie insgeheim erwarten, dass Du diesen ganzen Schmarrn dann sowieso schon wieder aufgegeben hast.

Sie sollten sich schämen, dass sie all die Arbeit, die Du Tag und Nacht investierst, um Deinen Traum von einem erfolgreichen Online-Business (der ganz und gar keine Seifenblase ist, der Du hinterherjagst, sondern viel eher ein ausgefeiltes, innovatives Business-Konzept) wahr zu machen, nicht anerkennen. Harte Arbeit.

Du magst Dich vielleicht nicht immer so fühlen, aber eigentlich bist Du die Heldin in diesem Szenario.

Du bist die, die aus dem Hamsterrad ausgebrochen ist. So gruselig es auch ist.

Also fang an, Grenzen zu setzen. Nicht nur bei Deiner Familie, Deinen Freunden und Bekannten, sondern vor allem in Deinem Kopf. Grenz Dich davon ab, Dich schlecht zu fühlen, weil sie nicht verstehen, was Du tust.

(Oder so arrogant sind, es nicht anzuerkennen.)

Es gibt da dieses eine Wort, das Du benutzen kannst… ich komme gerade nicht drauf… ach ja, doch:

NEIN.

Und ich möchte keine Interpretation von Dir hören wie „Ich kann leider nicht, weil…“, „Das geht gerade leider nicht, weil…“ oder „Aber ich mache das doch, weil…“.

NEIN.

Keine Entschuldigungen. Keine Erklärungen. Ok, vielleicht eine:

Ich arbeite.

Wenn also wieder einmal jemand von Dir verlangt, die Welt nach ihm auszurichten, weil Du ja „sowieso gerade nichts Wichtiges machst“, dann möchte ich, dass Du ihm oder ihr diese Antwort gibst.

NEIN, ICH ARBEITE.

Und stell Dir vor: Nach einer Weile werden sie sich daran gewöhnen, diese Antwort zu hören. Nach den ersten zehn Mal, bei denen die Augen groß und die Augenbrauen in die Höhe hüpfen werden. Aber danach wird es sacken. (Bei Dir übrigens auch und die Schuldgefühle werden immer leiser.)

Das ist reine Erziehungssache. Wie mit kleinen Kindern. Denen muss man auch erst mal Grenzen setzen und beibringen, was dieses Wort bedeutet. Aber früher oder später, wenn Du strikt und unumstößlich bleibst (nicht schwach werden!), werden sie lernen, es zu respektieren.

Und wo wir gerade so schön im Schwung sind, lass uns das gleich noch ausweiten, so richtig vogelwild werden und das auf Deine Klienten, Kunden oder Kooperations-Partner ausweiten.

Warte, wie jetzt?!

JA, HAST RICHTIG GELESEN.

Dort sind Grenzen genauso wichtig. Von Tag eins an.

Sonst wirst Du Dich irgendwann in der Situation wiederfinden, dass Du Autoresponder erstellst, in denen „Bürozeiten“ stehen oder wann Du Deine E-Mails abrufst.

Ich verrate Dir mal was: Du bist niemandem Rechenschaft darüber schuldig, wann Du E-Mails abrufst oder beantwortest. Denn auch das vermittelt Dir lediglich das Gefühl, dass Du ja nichts anderes zu tun hast, als kontinuierlich in Deinem Postfach zu sitzen.

(Wag es ja nicht, das Postfach stetig offen zu lassen, ich warne Dich. Ich komm zu Dir und nehm Dir die Tastatur ab, ich schwör’s.)

Du bist niemandem Rechenschaft oder Erklärungen schuldig, was Du den ganzen Tag tust oder wann Du etwas tust. Außer Dir selbst. Und Du schuldest es Dir und Deiner Produktivität, so effektiv zu arbeiten, wie es geht.

Sonst kommst Du neben den „Gefallen“, die Du gerade doch mal eben noch für Person XY, die leider superwichtig im Büro sitzen muss und „wirklich“ arbeitet, erledigen sollst, und den E-Mails, die alle fünf Minuten eintrudeln, zu gar nichts mehr und wirst auch noch dafür aufgezogen, dass Du alle Cocktail-Abende und Kino-Dates verpasst, weil Du die ganze Nacht nur „auf Facebook rumhängst“.

Also, üben wir doch mal im Kommentarbereich!

Was sagst Du ab sofort?

 

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UM180GRAD_GBT
2 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Ja Jaaa Jaaaa! Ich rufe ganz laut: NEIN! 😀

    Was ein toller Artikel und ich liebe einfach deine Art zu schreiben so sehr! <3

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