Gewerbetreibende oder freiberufliche Tätigkeit?

Ein Anfänger-Guide

Volle Transparenz: Meine Texte enthalten werbende Inhalte zu meinen Produkten und/oder Werbe-Links zu Produkten, die ich nutze und liebe. Letzteres erkennst Du am * nach dem Link. Ich wurde in keinem Fall von Unternehmen oder Produkt-Anbietern dafür bezahlt, sie einzubinden!

Wenn Du vor dem Schritt stehst, Dich selbständig zu machen, wirst Du mit Tausenden von Fragen überschüttet.

Ich weiß es, denn vor exakt einem Jahr (heute bin ich genau 1 Jahr Vollzeit-Selbständige) stand ich selbst im Fragenhagel und habe mir mühsam alle Informationen zusammengekratzt.

Freiberufliche Tätigkeit oder Gewerbe? Wie ist das mit den Steuern? Welche finanziellen Förderungen gibt es? Welche Versicherungen brauche ich?

Die Fragenliste war endlos.

Zum Geburtstag meiner Unabhängigkeit möchte ich Dir also das Geschenk machen, Dir diesen Schritt ein wenig zu erleichtern.

In der heute startenden mehrteiligen Serie zum Thema findest Du Anstoß und Tipps zu den dringendsten Fragen, und ich werde mich anstrengen, sie immer so aktuell wie möglich zu halten und stetig auszubauen.

Falls also danach noch Fragen offengeblieben sind oder ich für Dich wichtige Themen nicht angesprochen habe: rein damit in die Kommentare!

 

Wo zur Hölle fange ich bloß an??

Du hast die Entscheidung getroffen, Dich selbständig zu machen. Herzlichen Glückwunsch!

Oder vielleicht haderst Du noch mit dieser Entscheidung, weil Dich die ganze Bürokratie überfordert?

Mach es wie ich: Nimm Dir einen Brocken nach dem nächsten vor, und Du wirst feststellen, dass sich viele Brocken als Steinchen herausstellen, vor denen Du Dich einfach nur viel zu lange gedrückt hast.

Aber jedes Steinchen ist wichtig, denn leider zeigt sich zu oft, dass sie einfach in den Wind geschlagen wie ein Bumerang zurückkommen.

Also nicht prokrastinieren oder ignorieren: Anpacken ist angesagt!

Wähle ich eine freiberufliche Tätigkeit, gründe ich ein Kleinunternehmen (vielleicht sogar nur als Nebenjob) oder ein Gewerbe, bei dem ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichte?

Wuaaahhh…

Wer soll denn da durchblicken?

Ich habe es zumindest anfangs nicht, bin viel nach meinem Bauchgefühl gegangen und habe erst nach und nach entdeckt, dass ich zwar mit Glück die richtige Entscheidung getroffen habe, aber das definitiv nicht der schlauste Weg ist.

 

Freiberufliche Tätigkeit oder Gewerbe?

Auch wenn sich die meisten überlegen, was für sie angenehmer erscheint, ist es eigentlich ein Irrglaube, dass Dir diese Entscheidung frei zusteht.

Nicht Du entscheidest das, sondern das Finanzamt.

Es gibt eine ellenlange Liste von freiberuflichen Tätigkeiten, also Berufen, die unter den Freiberufler-Status fallen (ganz grob umschrieben: Ärzte, Juristen, Web-Designer, Berater…).

Gehörst Du dazu, übst Du automatisch eine freiberufliche Tätigkeit aus. Basta. Keine Diskussion.

Diesen Schritt solltest Du vom Finanzamt erzwingen, auch wenn manche Angestellte Dich dort gerne zum Gewerbeamt schicken, um herauszufinden, welche Rechtsform zu Dir gehört.

So ging es mir, und ich hatte Glück, an einen geduldigen Beamten beim Gewerbeamt zu geraten.

Fakt ist:

Das Finanzamt ist zuständig für diese Einteilung, und im besten Fall solltest Du Dir das sogar schriftlich geben lassen, damit Du nachträglich keine steuerlichen Schwierigkeiten bekommst.

Ein Gewerbe brauchst Du in jedem Fall ab dem Zeitpunkt, ab dem Du etwas verkaufst. Egal ob das physische Produkte sind (Bücher, Dinge, die Du anfassen kannst…) oder digitale (eBooks, Informationsprodukte, Onlinekurse…)

Der Knackpunkt ist:

Du kannst eine freiberufliche Tätigkeit ausführen UND ein Gewerbe besitzen. Dann muss wieder das Finanzamt entscheiden, welche Rechtsform in Deinem Unternehmen die Hauptrolle spielt und wie Du Deine Steuererklärungen machen musst.

All das habe ich übrigens erst beim Existenzgründer-Seminar erfahren, das ich leider erst sechs Monate nach meinem Start gemacht habe.

Dieses Seminar kann ich Dir sehr ans Herz legen. Du selbst musst dafür nur 40 € bezahlen (es ist staatlich unterstützt) und Du bekommst in einer kleinen Gruppe zwei Tage lang alles erzählt, was Du für Deine Gründung wissen musst.

 

Soll ich die Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn ich ein Gewerbe angemeldet habe?

Wenn Du ein Gewerbe anmeldest, hast Du die Wahl, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen oder darauf zu verzichten.

Was genau bedeutet das aber nun schon wieder?

Ganz einfach: Hast Du vor, schon im ersten Jahr mächtig viel Kohle einzunehmen? Also mehr als 17.500 €? (Deine Ausgaben spielen dabei absolut keine Rolle)

Dann bist Du definitiv kein Kleinunternehmer. Also kannst Du auch den steuerlichen Vorteil dafür nicht nutzen.

Da ich aber annehme, Dir geht es wie mir und Du baust Deine Selbständigkeit ohne Sponsoren, ohne großen bestehenden Kundenkreis und erst nach und nach durch Kundenakquise und Reichweite auf, dann wirst Du zu den armen Schluckern gehören, die im ersten Jahr deutlich weniger als das einnehmen.

Dann kannst Du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Diese Regelung erlischt aber quasi mit dem ersten Jahr, in dem Du mehr als 17.500 € eingenommen hast.

Bleibst Du in dem Jahr, in dem Du die Grenze übertrittst, aber noch unter 50.000 € Einnahmen, musst Du keine Umsatzsteuer für das laufende Jahr zahlen. Wohl aber ab dem nächsten Jahr.

Sehr verwirrend, ich weiß.

Was bedeutet das also? Welche Vorteile hast Du wirklich von einem Kleinunternehmen?

Normalerweise werden auf alle Rechnungen, die Du ausstellst, auch Steuern gelegt. Wenn Du in einem Geschäft eine Rechnung siehst, steht darauf ja auch die Mehrwertsteuer.

Lass Dich nicht so verwirren wie ich: Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer sind im Grunde das gleiche (bis auf bürokratische Details – für uns spielt das aber erstmal keine Rolle).

Wenn Du also als Unternehmerin dann eine Rechnung ausstellst, musst Du eigentlich auch Umsatzsteuer ansetzen.

Solltest Du aber eben im laufenden Jahr weniger als 17.500 € verdienen, ist das Finanzamt gnädig und gibt Dir die Wahl, die Umsatzsteuer wegzulassen.

Das bedeutet, Du stellst Rechnungen mit einem Netto-Betrag auf, setzt unter Deine Rechnung einen Vermerk, dass Du aufgrund der Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer einfordern musst, und bekommst so den Netto-Betrag auf die Hand. Oder auf’s Konto. Ganz egal.

Als Beispiel für Deine Rechnungen reicht dieser Satz:

 Als Kleinunternehmer im Sinne von §19 Abs. 1 UStG wird Umsatzsteuer nicht berechnet!

Wie eine Rechnung für Dich als Kleinunternehmen aussehen sollte oder kann, findest Du zum Beispiel hier. Aber das kannst Du grafisch deutlich ansprechender gestalten.

Was ist denn nun besser? Eine freiberufliche Tätigkeit oder ein Kleinunternehmen auszuführen?

Diese Diskussion musste ich immer wieder aussitzen zu Beginn meiner Selbständigkeit, vor allem wenn mich Freiberufler überzeugen wollten, dass das doch viel mehr Vorteile bringt.

Ist völlig unwichtig!

Denn letztendlich entscheidet das sowieso das Finanzamt für Dich und jegliche Diskutiererei darüber können wir uns also einfach sparen.

 

Der Businessplan – das Monster unter dem Bett?

Mittlerweile weiß ich nicht mehr, warum ich mich vor einem Businessplan so gefürchtet habe.

Wahrscheinlich davor, dass es eine 60-seitige Bibel voller BWL-Fachausdrücke sein müsste.

Schwachsinn!

Ich habe im Businessplan-Coaching (auch über die Existenzgründerhilfe angeboten) gelernt, einen Businessplan für den Existenzgründerzuschuss aufzustellen, und auch wenn ich ihn letztendlich nicht bekommen habe, hätte mir nichts Besseres passieren können!

Ein Businessplan hilft Dir dabei, die Lücken in Deiner Selbständigkeit zu finden, konkrete Ziele und Strategien zu entwickeln und letztendlich einfach einen roten Faden in allem zu finden.

Dabei reichen knapp 10 Seiten (die Du leicht zusammenbekommst) für den Antrag des Existenzgründungszuschusses oder einfach nur drei Seiten für Dich selbst.

Aber überspring diesen Schritt nicht!

Um 180 Grad Artikel-Tipp: Der Businessplan – Dein Routenplan zum Erfolg 

Damit machen wir für heute Pause!

Lies Dir die besprochenen Punkte gründlich durch, überleg Dir, was für Dich zutrifft, und vor allem:

Wenn noch Fragen offengeblieben sind: rein damit in die Kommentare!

Artikel zu teilen, ist das Trinkgeld für Autoren. Gibst Du mir eins?

Hörst Du schon zu?

Verpass keinen der neuen Um 180 Grad Audioblogs und lass Dich per E-Mail von mir benachrichtigen, wenn ich mein Hirn in eine neue Folge schütte:

41 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Anke

    Hallo Carina,
    ein sehr interessanter Artikel. Was mich noch brennend interessieren würde ist (und darauf konnte oder wollte mir bis dato niemand konkret Auskunft geben) wie das mit der Müllgebühr funktioniert. Ich lese immer wieder GEZ und Gema, Versicherungen usw., aber auf die Frage ob ich Müllgebühren zahlen muss gab es bis dato noch keine Antwort. Wie ist das bei dir?
    Liebe Grüße aus dem ebenfalls herbstlichen Hannover,
    Anke

    • Hi Anke,
      hm, interessante Frage. Das habe ich tatsächlich noch nie gehört 😀
      Kannst Du das genauer beschreiben?
      In welchem Fall müsstest Du denn Müllgebühren zahlen und für welchen Fall möchtest Du das denn abschaffen?
      Da ich momentan keine eigene Wohnung habe, bin ich mit der Frage tatsächlich noch nie in Kontakt gekommen…
      Viele Grüße,
      Carina

  2. Anna

    Ich bin schon ganz gespannt auf den nächsten Teil, liebe Carina!

  3. Christiane

    Liebe Carina,
    es ist wirklich toll, dass du die ganze Bürokratie so gut aufdröselst, denn wenn frau damit anfängt, ist es wirklich verwirrend.
    Ich war fast mein ganzes Leben als Freiberuflerin selbständig (Ärztin), dann habe ich kurz ein Gewerbe gehabt (ärztl. Gutachterin, weil keine Patientenbehandlung angestrebt wird, ist das ein Gewerbe).
    Dabei habe ich festgestellt, dass Freiberuflichkeit und Kleingewerbe letztlich steuerlich gleich gehandhabt wird: Man kann Mehrwertsteuer, die man ausgibt, nicht von dem abziehen, was man an Mehrwertsteuer einnimmt, denn man darf sie ja nicht getrennt auf der Rechnung ansetzen.

    Ein normales Gewerbe mit Verrechnung der ausgegebenen Mehrwertsteuer gegen die eingenommene kann sich eventuell lohnen, wenn man gerade höhere Ausgaben hat wie ein neues Laptop, Smartphone o.ä. Allerdings sollte man dann auch Einnahmen haben, für die Mehrwertsteuer anfällt, sonst hat man nichts zum Verrechnen. Wer eine normale Gewerbe-Regelung begonnen hat, ist für 5 Jahre daran gebunden und kann dann erst wieder die Kleinunternehmerregelung wählen, selbst wenn die Umsätze die ganze Zeit unter 17500 € lagen.
    Und wie du sagst, Carina: Ich fand es auch am einfachsten mit der Kleinunternehmer-Regelung.

    Alles klar wie dicke Tinte?
    Viele Grüße,
    Christiane

    • Haha – Christiane, nun saß ich eben mit nem dicken Fragezeichen hier 😀
      Aber nach dem zweiten Mal lesen hat alles Sinn gemacht.
      Vielen Dank für die tollen und wichtigen Hinweise! (und das Mitlesen!)
      Liebe Grüße,
      Carina

  4. Ildiko Varga

    Super, wie du das aufgeschlüsselt hast. ich habe ein Seminar mitgemacht vor 4Jahren, damals hat die Selbstständigkeit leider nicht geklappt, lag aber in erster Linie an meinem Mindset. Diesmal möchte ich alles anders anpacken.
    Und das mit den Unternehmerformen und Kleinunternehmerregel usw. ist echt ein Garaus. Das bringt mich grad auf die Idee meine Notizen von damals hervor zunehmen und noch einmal aufzufrischen.
    Ich finde, wir Frauen dürfen uns in Sachen Unternehmertum sehr viel mehr zu trauen, als es noch tatsächlich passiert. Von daher finde ich es toll, dass es solche „Leader“ wie dich gibt. 🙂

    • Hi Ildiko,
      vielen Dank für die tollen Worte!
      Was hat denn mit Deinem Mindset nicht gepasst?
      Würde mich sehr interessieren!
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Ildiko Varga

        Hallo Carina,

        nun es war so, dass ich zu dem Zeitpunkt das erste Mal mit dem „Geld im Internet verdienen“ konfrontiert war, ich habe also diese fremde Welt quasi das erste Mal betreten und du weisst ja bestimmt, die ganzen Versprechungen.

        Mach X oder Y und du verdienst sofort Geld. Innerhalb der nächsten 48Stunden die ersten 500€, bla bla bla..

        Nun ja, auch wenn ich wusste, dass das so nicht funktionieren kann (zumal ein sehr guter Freund von mir schon Ahnung hatte und mir schon zeigte, wie es geht), war dieses „ich brauch nicht viel machen, und bekommen trotzdem ganz leicht das Geld“ irgendwie in meinem Kopf und wurde dementsprechend umgesetzt.
        Es war auch so, dass ich vorher von Persönlichkeitsentwicklung nicht viel Ahnung hatte, es brauchte alles letztlich Zeit, um in mir zu reifen und für mich, dass ich begreife, was ich dafür tun muss und tun will, damit das alles so klappt, wie ich es mir wünsche.
        Das es funktioniert, sehe ich ja an so tollen Beispielen wie dir, Connie oder Sebastian :), die ich auch seit einiger Zeit „mitverfolge“…

        • Hi Ildiko,
          danke für Deinen Einblick. Das ist wirklich interessant!
          Und ich glaube auf die Falle „das geht alles ganz schnell“ fallen viele bei der Selbständigkeit generell hinein…
          Liebe Grüße und viel Erfolg beim zweiten Anlauf,
          Carina

  5. Svenja

    Hallo Carina, ich könnte glatt sagen “ du bist ein Schatz „!!!
    Ich habe genau das dicke , große , angsteinflößende Fragezeichen über dem Kopf, von welchem du sprichst!!! Muss ich Gewerbe anmelden? Wie schreibe ich Rechnungen, was muss ich am Jahresende abgeben beim Finanzamt, wie mache ich das?? Ich freue mich auf deine Reihe mit Artikeln genau zu dem Thema – das ist was ich brauche!!!! 🙂 Vielen Dank!

    Liebe Grüße
    Svenja

  6. Sarah

    Hallo Carina,
    vielen, vielen Dank hierfür! Ich spiele zur Zeit auch mit dem Gedanken ein Gewerbe anzumelden oder freiberuflich zu arbeiten oder was auch immer. Daher bin ich mir auch grade die Informationen am zusammensuchen. Jeden den ich frage hat so ein Halbwissen, aber nichts Genaues. Daher: die richtigen Infos hier so gebündelt zu bekommen ist großartig!!!

  7. Hi Carina,
    ein toller Artikel! Komplexe Sachverhalte – anschaulich und sehr gut erklärt. Vielen Dank dafür, dass Du auch die „bürokratischen“ Aspekte der Selbständigkeit thematisierst. Ich finde es ganz wichtig, dass Entrepreneurship ganzheitlich betrachtet wird. Die Existenzgründerhilfe kann ich ebenfalls empfehlen. Es geht darum, den ersten Schritt zu machen und anzufangen, sich mit diesen Formalitäten zu beschäftigen. Dann ist ein Gründerseminar aus meiner Sicht ein guter Einstieg. Ich freue mich auf die weiteren Artikel, insbesondere auf Deinen Bericht zum Gründerzuschuss!:-)
    Liebe Grüße,
    Vasilena

  8. Janina

    Hey Carina!
    Erstmal: Suuuuper, dass es deine Seite gibt 🙂 Hilft mir sehr weiter. Aber auch mich verwirrt dieses „freiberuflich“ versus Kleinunternehmer über alle Maßen. Bis lang bin ich als Freiberuflerin registriert, ab und an verdiene ich mir durch „Social-Media- und Website-Zeugs“ oder als Honorarkraft im Sozialen Bereich was dazu und dann wird das als freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt verbucht. Ist ab und an mal ne Kombi aus völlig verschiedenen Berufsfeldern, das macht es mir irgendwie schwierig… Dieses Kleinunternehmerding klingt auch gut… Das macht mich, so wie dich damals, echt fertig! Du hast geschrieben, dass es das Finanzamt entscheidet. Aber wie denn? Gehe ich dahin und frage nochmal nach? Also ungefähr so: „Sagen Sie mal, was bin ich denn nun eigentlich? Nach wie vor freiberuflich? Sagen Sie mal an…“?
    Liebe Grüße,
    Janina

    • Hi Janina,
      ja, ich würde exakt das machen: Ruf dort mal an und frag nach einem Beratungstermin und geh einfach hin und sei hartnäckig. Sie machen es einem nicht einfach dort, aber hin und wieder erwischt man auch einfach jemanden, der sich ein wenig Zeit nimmt und mit einem ein Problem durchkaut.
      Mit dem Argument, dass man Sorge hat seine Steuern nicht korrekt abzuführen, werden sie Dich kaum im Regen stehen lassen.
      Lass mich wissen, wie es gelaufen ist!
      Liebe Grüße aus New York,
      Carina

  9. Barbara

    Hi Carina,

    ich habe seit 2008 mein Gewerbe und für einen Teil meiner Tätigkeiten brauche ich das auch. Aber als Übersetzerin könnte ich auch freiberuflich tätig sein. Steuerlich ist es letztendlich egal, weil ich schon seit einiger Zeit kein Kleinunternehmen mehr habe (übrigens hat die Kleinunternehmerregelung auch Nachteile!).

    Was ich aber anmerken wollte, ist, dass das Finanzamt klar und deutlich sagte, dass ich meine Freiberuflichkeit NICHT separat anmelden soll. Das läuft alles über mein Gewerbe, über eine Steuernummer. Ich weiß nicht, ob du das so gemeint hast, aber ich hatte es in deinem Post so verstanden, dass man ein Kleingewerbe UND einen Freiberuf parallel haben kann. Zumindest mein Finanzamt möchte das nicht… Vielleicht ist das woanders anders…

    Wollte nur meine Erfahrungen teilen 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Hi Barbara,

      super, immer her mit allen Weisheiten! 🙂
      Jein, ich meinte nicht, dass man beides haben muss, nur, dass es wohl Fälle gibt, in denen das so ist. In welchem Fall genau, weiß ich auch nicht. Aber der Punkt den Du genannt hast, finde ich den wichtigsten: Dass nicht Du das auswählst, sondern Dir vom Finanzamt genau gesagt wird, wo Du Dich einzuordnen hast.

      Magst Du kurz ausführen, welche Nachteile der Kleinunternehmerregelung Du meinst? Ich lerne auch immer gern dazu 🙂

      Liebe Grüße,
      Carina

  10. Mia

    Hallo Conny,
    ich liebe deine zweite Homepage… Ich habe wie du damals einen Traum und arbeite daran.
    Ich bin zwar noch weit von meinen Zielen entfernt und ich denke die Frage kann ich mir noch aufsparen, aber sie interessiert mich schon jetzt brennend.
    Wie ist es denn mit Sponsoring? Wenn ich nun eingeladen werde sollte ein Hotel zu testen oder einen Koffer und dann darüber schreibe, muss da rechtlich/gesetzlich irgendetwas vereinbart/gemeldet oder sonst irgendwas werden?
    Würd mich Freuen wenn du darauf antworten kannst 🙂

    Liebe Grüße aus München!
    Mia

    • Hi Mia,
      ich heiße zwar Carina, nicht Conny 😉 aber die Frage beantworte ich Dir trotzdem gerne:
      Gesetzlich gibt es da soweit ich weiß noch keine Regelung, aber Google möchte, dass du das kennzeichnest. Sonnst kann es sein, dass es beschließt dich irgendwann nicht mehr in seiner Suchmaschine zu berücksichtigen.
      Ich bin allerdings nicht hundert Prozentig sicher, ob man dafür einen Geldwert angeben müsste, bei der Steuererklärung zum Beispiel…
      Und für Deine Leser ist es natürlich auch fair, wenn sie wissen, dass Du quasi beschenkt wurdest 😉
      Wie Du das kennzeichnest, dabei hast Du allerdings Spielraum.
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Mia

        Oh Peinlich, tut mir leid. :/
        Also C A R I N A, danke für deine Antwort. Das hat mich wirklich interessiert wie Sponsoring funktioniert!
        Viel Erfolg noch.

        Gruß

        Mia

  11. Janina

    Hi Carina,
    so, ich wollte dich ja auf dem Laufenden halten 🙂 Das Fragezeichen ist leider immer noch ganz groß! Ich habe mir mit einem sehr nettem Menschen aus der Existenzgründungsabteilung des Finanzamtes Mails hin und her geschrieben. Da ich zukünftig auch Coaching und Workshops zum Thema Website und Soziale Medien in Sozialen Organisationen (bislang meistens Frauen-Organisationen) machen will, ist meine Tätigkeit schwammig zwischen freiberuflich und Unternehmen. Ich habe in der Mail alle geplanten Tätigkeiten aufgeführt (und gesagt, dass ich die erwarteten Einnahmen 17.000€ keinesfalls überschreiten werden) und der Mensch vom Finanzamt meinte nun, er würde meine Angaben nun an meinen zuständigen Steuermenschen weiterleiten und meine Pflicht sei hiermit erfüllt… Das verunsichert mich natürlich, denn mir wurde noch immer nicht gesagt, in welchen Bereich ich nun falle. Am Liebsten würde ich einfach zum Gewerbeamt laufen und mich da registrieren, weil ich Warterei so hasse. Aber du meintest ja, das Finanzamt entscheidet und nicht ich. Also? Vorschläge?? Warten? 😉
    Viele Grüße,
    Janina

  12. Micha

    Hi Carina,
    ich hoffe, das ich auch als Mann hier kurz ein Statement zu geben kann 😉

    Die Unterscheidung Gewerbe oder freiberuflich halte ich schon für sehr wichig. Innerhalb der Kleinunternehmerregelung (Umsätze <17.500 EUR) ist das relativ schnuppe. Übersteigt man diese aber, ist man auch schnell bei 24.500 EUR angelangt. Und das ist die magische Grenze der Gewerbesteuer. Da ist das dann schon sehr wichtig, ob es sich um eine freiberufliche Tätigkeit (keine Gewerbesteuerpflicht) oder eine gewerbliche Tätigkeit (Gewerbesteuerpflicht) handelt. Stellt sich die Frage, worunter fallen Einkünfte von Google+Affiliates…
    lg
    Micha

    • Hi Micha, Ich habe Deinen Punkt nicht ganz verstanden?!
      Soweit ich das verstanden habe, zählt Affiliate-Marketing unter Online-Werbung und damit Gewerbe.
      Aber diese Aussage ist ohne Gewähr 😉
      Ich habe es zumindest auf meinem Gewerbeschein.
      Viele Grüße,
      Carina

  13. Chris

    so ganz richtig sind deine Aussagen nicht:

    1. „Kleinunternehmerin oder Freiberufliche Tätigkeit“ und „Was ist denn nun besser? Eine freiberufliche Tätigkeit oder ein Kleinunternehmen auszuführen?“ schreibst du.
    Jedoch: Das eine schließt das andere NICHT aus! Ich bin Freiberuflerin UND falle unter die Kleinunternehmerregelung.
    Du verwechselst hier einen, ich sage mal, steuerrechtlichen STATUS (Freiberufler versus Gewerbetreibender) mit der Frage nach Geschäftsumfang im Sinne von Gewinn/Umsatz, denn hier kommt zum Tragen ob Kleinunternehmen ja oder nein.
    Ein Freiberufler kann ein Kleinunternehmen sein genauso wie ein Gewerbetreibender (= mit Gewerbeschein, nicht Freiberufler) und umgekehrt!

    2. Du schreibst: „Ein Gewerbe brauchst Du in jedem Fall ab dem Zeitpunkt, ab dem Du etwas verkaufst. “
    Auch das ist nicht richtig, denn ein Freiberufler „verkauft“ auch „etwas“ – ich zum Beispiel Malerei und fotografische Kunstwerke. Ich arbeite nicht als Auftragskünstler, bin also freischaffender Künstler, also Freiberufler, falle aber aufgrund der Grenze von 17.500 EUR in die „Kleinunternehmerregelung“.
    Ergo: ich VERKAUFE + bin Freiberufler + habe ein Kleinunternehmen.

    • Hmm… interessant.
      Beim ersten Punkt gebe ich Dir Recht, den werde ich die Tage korrigieren. Danke für den Hinweis, das ist missverständlich formuliert.
      Aber nur mal aus Neugier: Wie sicher bist Du Dir denn, dass Du nicht eigentlich auch ein Gewerbe brauchst, wenn Du physische Produkte verkaufst, was ja keine Dienstleistung ist?!
      Ich bin Autorin, mittlerweile auch Freiberuflerin, aber wenn ich meine „Werke“ – also Bücher – selbst verkaufe, brauche ich einen Gwerebeschein dafür…

  14. Verena

    Wo kann ich denn ein Existenzgründer-Seminar machen? Wohin kann ich mich wenden? Ich möchte als Yoga-Lehrerin Stunden geben (in Studios).
    Liebe Grüße
    Verena

  15. Daniel

    Die IHK bietet kostenlos 4-stündige Einführungsseminare an. Mal so als Tipp …

  16. Hallo Carina,
    ich lese seit einiger Zeit deine Blogs und finde es toll wie Du Dich weiterentwickelt hast.
    Deine Artikeln sind sehr informativ und motivierend.
    Ich überlege seit einiger Zeit mich mit meinem Blog selbständig zu machen, leider hat mir bisher etwas Mut gefehlt. Außerdem haben mich die Formalitäten beim Finanzamt und co. etwas davor abgeschreckt.
    Was ich mich immer gefragt habe, ab wann muss ich es beim Finanzamt anmelden? Ab dem ersten verdienten Euro? Was ist wenn ich in den ersten Monaten es erst nebenberuflich mache und merke dass es nicht läuft?
    Danke Dir!

  17. Nancy

    Toller Artikel.
    Genau vor diesen Fragen steht jede Frau die sich Selbständig machen möchte. Es wäre toll wenn du noch auf das Thema Gesetzliche- und Private-Krankenversicherung eingehen würdest.

    Danke dir für diesen Motivationsschub, habe mich gleich beim Existenzgründerseminar angemeldet.:-D

  18. Hallo Carina, ich habe gerade mein erstes Jahr als Freiberuflerin gefeiert.
    Ich kann auch nur dazu raten, alles an Seminaren und Beratungsangeboten für Existenzgründer(innen) mitzunehmen. Die Veranstaltungen sind sehr kostengünstig und vielfältig. Es gibt auch immer spezielle Frauenseminare vom Gründerinnenconsult. Der Businessplan hat mich zwar auch erstmal genervt, aber hat letztlich doch geholfen, Struktur reinzubringen in die vielen Gedanken und Pläne. Am Allerbesten finde ich, dass man in den Veranstaltungen so viele verschiedene Existenzgründerinnen und auch Selbständige kennenlernt. Das hilft bei der Selbsteinschätzung, das Abgleichen mit anderen Gleichdenkenden nimmt Ängste und bereichert ungemein!

    • Hallo Dörte,
      vielen Dank für Deinen Einblick 🙂
      Ich bin da absolut bei Dir!
      Liebe Grüße aus Chiang Mai,
      Carina

  19. Peter

    Danke für super Artikel!
    Darf überhaupt der Freiberufler (z.B. Programmierer), ein Teil des Codes kaufen (woanders, nicht selber schreiben) und weiter direkt an den direkten Auftraggeber als eigene Dienstleistung verkaufen? Dh. Du gibst ein Teil der Arbeit weiter an die anderen Firmen, aber selber für das ganze Paket verantwortlich bist?

  20. Petra

    Liebe Carina,

    Hab vielen Dank für diesen Beitrag. Man verliert sich so schnell in dem Dachungel. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
    Alles Liebe
    Petra

  21. Thelma

    Hallo Carina, seid langem verfolge ich deine beiden Blogs, und nun bin ich Kleinunternehmerin, und dennoch etwas verunsichert. Ich habe ein Kleingewerbe als Reiseleiterin angemeldet. nun ist es aber so, da es mit der Bezahlung nach über meine Autfraggeber nicht so rosig aussieht und ich als Chat Moderatorin ebenfalls etwas dazu verdienen möchte, das da für mich zeitlich am besten möglich ist. Ich werde allerdings nicht schlau daraus, ob ich zu meiner touristischen Tätigkeit auf den selben Gewerbeschein Chat Moaderation (Bereich Handyanbieter oder Flirthotline) noch anmelden kann. Vielleicht kannst du Licht in meine Unsicherheitbringen. Ich möchte da jetzt keinen Fehler machen. Beste Grüße Thelma

  22. Liebe Carina,
    ich male in meiner Freizeit Acrylbilder auf Leinwand. Mal nach einer Fotovorlage, mal mein eigenes Gespür für Kunst. Die meisten Werke habe ich an Bekannte und Freunde gegen Materialkostenpreis und Arbeitszeit verkauft. So langsam nimmt das aber Fahrt auf, da immer mehr Leute interessiert sind. Aber ich bin noch weit weg von irgendwelchen regelmäßigen Einnahmen oder einer Wertgrenze bis 17.500 Euro. Letztes Jahr waren es ca. 800 Euro (Material noch nicht gegengerechnet, also wahrscheinlich nur 500 Euro reinen Gewinn). Ich würde aber zukünftig gerne offiziell über ebay verkaufen oder auf Märkten gehen etc.

    Nun stellt sich die Frage, ob ich dafür etwas anmelden muss, bevor der liebe Nachbar o.ä. mal beim Finanzamt nachfragt. Kannst du mir hierzu Informationen geben?
    Viele Grüße, Jana

    • Hi Jana,
      eine Selbständigkeit muss ab dem ersten Euro Einnahmen beim Finanzamt angemeldet werden. Da spielt die Höhe keine Rolle. Also solltest Du das schnellstens beim Finanzamt und bei Bedarf auch beim Gewerbeamt anmelden. Momentan zählt das, was Du tust, nämlich potentiell als Schwarzarbeit…
      Liebe Grüße,
      Carina

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