Wie austauschbar bist Du??

...als Freelancerin

Nur ein kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links zu Produkten (erkennst Du am * hinter dem Link) enthalten, die ich nutze und liebe. Ich wurde nie dafür bezahlt, sie einzubinden! (Und auch nicht mit Salz & Essig Chips bestochen. Leider.)

Vor zwei Wochen habe ich hier so richtig kräftig auf dem Alleinstellungsmerkmal und Deiner Einzigartigkeit herumgehackt. Aber kurz danach dachte ich… warte – was ist, wenn Du gar kein Online-Business hast? Was, wenn Du als Freelancerin arbeitest, Kunden hast und für sie unersetzbar werden möchtest? Wie funktioniert das dann mit der Einzigartigkeit?

Das nageln wir heute fest!

Die Grundregeln sind eigentlich sehr ähnlich. Du solltest Dir also definitiv den ersten Artikel durchlesen und daraus alles mitnehmen (besonders das Rollenspiel) und für Dich anpassen, was Du kannst.

Aber dann gibt es noch ein paar grundsätzliche Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Dich für jeden Deiner Kunden absolut unersetzbar machen können. Sie völlig abhängig von Dir werden lassen…

 

Junkie-Potenzial #1 – Mach die Zusammenarbeit mit Dir zum reinsten Vergnügen.

„Pfff. Logisch, Carina. Den Punkt hättest Du Dir sparen können.“

Wirklich? Hätte ich das? Ich geh da lieber mal auf Nummer sicher…

In meinen Anfängen war ich definitiv auch nicht die Beste darin, meine Freelancer zu filtern. Ich hatte echte Glücksgriffe, und ich hab auch so manches Mal ins Klo gegriffen.

Dann musste ich ständig nachfragen, musste darauf achten, dass statt Dingen, die gar nicht auf meiner Liste standen, die Punkte erledigt wurden, die wirklich wichtig waren.

Hier spielt auch enorm #4 mit rein und die Gefahr, es mit #5 zu übertreiben. Aber dazu kommen wir gleich noch.

Tatsache ist, dass Du Deinen Kunden nicht noch mehr Kopfschmerzen bereiten solltest, sondern sie ihnen – in Deinem Bereich der Expertise – nehmen solltest.

Das ist manchmal schwer zu filtern. Dann halte Dich im Zweifel an #4!

Kontrollier also selbst immer wieder, wie die Stimmung zwischen euch ist. Ist sie mies, bitte um einen Gesprächstermin und sprich es an. Warte nicht einfach nur darauf, dass es Dein Kunde tut, denn es kann sein, dass der Gesprächstermin dann stattfindet, um eure Zusammenarbeit zu beenden.

Sprich also rechtzeitig alles an, was Dich stört, was nicht rundläuft, und biete Vorschläge, wie es besser laufen könnte. Niemand wird Dir deshalb den Auftrag wegnehmen. Ganz im Gegenteil!

 

Junkie-Potenzial #2 – Nutz die Stärken Deines Charakters.

Egal welche besonderen Eigenschaften Du hast, sorg dafür, dass Du sie in der Zusammenarbeit so nutzen kannst, dass sie Deinem Kunden oder Deiner Kundin zugutekommen.

Du bist besonders schlagfertig? Biete Deine Dienste im Kundenkontakt an.

Du bist besonders technikaffin? Übernimm für jemanden den Aufbau des Sales-Funnels.

Du bist richtig gut in der Projektplanung? Biete das zusätzlich zu Deinem kreativen Auftrag an.

Was auch immer Du besonders gut kannst – über erlernte Fähigkeiten hinaus –, integriere das in Dein Angebot und mach Dich so in einem Meer von virtuellen Assistentinnen, Grafik-Designerinnen, Texterinnen und Lektorinnen absolut einzigartig.

 

Junkie-Potenzial #3 – Denk immer an die 80/20-Regel.

Wann auch immer Du einen Auftrag mit verschiedenen Aufgaben hattest, sorg dafür, dass Du nicht aus purer Angst, etwas nicht absolut perfekt abzuliefern, das gestellte Pensum aus dem Blick verlierst.

Niemand hat etwas davon, wenn Du an einer Aufgabe so lange schraubst, dass die Zeit für keine anderen mehr reicht. Versuch hier zu filtern, wo Perfektionismus und absolute Detailtreue beginnen und Effizienz aufhört.

Es ist uns allen klar, dass Du keine halbherzig zusammengefummelte Arbeit abliefern solltest.

Aaaber. Du solltest in jedem Fall nachfragen, bevor Du Stunden und Stunden an einem Punkt verbringst, um ihn absolut perfekt werden zu lassen, wenn es noch eine lange Liste gibt, die darauf wartet, erledigt zu werden.

Dann versichere Dich einfach, dass hier exakt diese Perfektion auch gewünscht ist. Oder frag einfach nach, ob schon klar war, wie viel Zeit dieser Punkt fressen würde. Vielleicht war das niemandem bewusst und wurde unterschätzt?

Ich wiederhol mich gern. #4 ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Und niemand wird es Dir übel nehmen, wenn Du bezahlte Stunden zuvor absprichst, bevor Du sie leistest und in Rechnung stellst, wenn sich vorher hätte klären lassen, dass sie sich hätten vermeiden lassen. Mit einer Prise Kommunikation.

 

Junkie-Potenzial #4 – Rede mit Deinen Kunden. Quassel sie zu.

Genug geteasert. Weißt Du, was jemanden für mich absolut zum Goldstück macht? Wenn er oder sie mit mir redet. So simpel. So einfach. So unterschätzt.

Ich bin sicher, es geht den meisten Menschen wie mir, aber ich kann leider noch keine Gedanken lesen. Ich kann nicht klar erkennen, wann ich jemanden völlig überfordere.

Weswegen ich unglaublich dankbar bin, wenn es mir jemand sagt.

„Du, ich hab das noch nie gemacht, ich brauche dafür vielleicht etwas mehr Zeit, um mich einzuarbeiten. Ist das für Dich in Ordnung?“

„Du, auf meiner Liste stehen schon […] und Du hast mir gerade […] geschickt. Welches davon hat Priorität, könntest Du mir das kurz danach sortieren?“

„Du, das was Du machen möchtest, lässt sich nicht so leicht lösen, aber ich recherchiere gerne für Dich, wie es sich anders lösen lässt. Möchtest Du das?“

Heute bin ich bei diesen Punkten deutlich entspannter und lockerer eingestellt. Aber zu Beginn meiner Selbständigkeit war ein Freelancer absoluter Luxus für mich, und jede einzelne Stunde, die ich jemand anderem bezahlt habe, musste ich mir vorab hart verdienen.

Es hat mich also wirklich geschmerzt, wenn sich irgendwo unerwartet viele Stunden angesammelt haben, die ich vielleicht vorher von der Prioritätenliste gestrichen hätte, wenn ich davon gewusst hätte.

Hab Verständnis dafür, dass Deine Zeit auch gleichzeitig das hart verdiente Geld einer anderen Person ist und dass keines von beidem unnötig verschwendet werden sollte.

Egal an welchem Punkt ihr beide steht.

 

Junkie-Potenzial #5 – Denk über die Checkliste hinaus.

Was sich wunderbar an #4 anschließt, ist der Punkt, vorausschauend zu arbeiten.

Erinnerst Du Dich noch daran, wie uns dieses Wort in der Fahrschule eingebläut wurde? Vorausschauend zu fahren. Das war überlebenswichtig.

Genauso gilt das auch für Dein Überleben bei Kunden.

Wenn Du immer nur stur nach Checkliste arbeitest, bist Du absolut austauschbar. Das kann jede.

Ich kann jedem eine To-do-Liste erstellen, die Anleitung dazu legen, wie was erledigt werden soll, und sie dann einfach machen lassen.

Weswegen ich sofort Ausschlag bekommen habe, wenn sich jemand als virtuelle Assistentin beworben hat und dann einfach nur gefragt hat, was sie mir abnehmen kann. Was sie tun soll. 

Diese Lemming-Entwicklung unter den VAs wird meiner Ansicht nach auch ihr Untergang sein.

Wenn niemand aus der Masse hervorsticht, jede alles macht und sogar noch dafür angelernt werden möchte, dann wunder Dich nicht, wenn Du genauso leicht ersetzt wirst, wie Du eingestellt wurdest. Eigentlich solltest Du Dich wundern, wieso Du überhaupt eingestellt wurdest.

Das war ein absoluter Glücksfall, wenn Du mich fragst.

Damit Du also nicht nach kurzer Zeit ersetzt wirst, sorg dafür, dass Du vorausschauend arbeitest:

  • Erstell Dir eine Liste mit Aufgaben, die mal erwähnt wurden, aber die erst in Zukunft („irgendwann mal“) in Angriff genommen werden sollen. Ganz ohne dass man Dich darum bittet. Und wenn Du dann Deine Aufgaben alle erledigt hast oder abgerundet hast, dann frag einfach nach, wie es damit aussieht.

 

  • Schau bei Deinen Aufgaben, ob irgendwo Warnschilder in Deinem Kopf auftauchen. Also ob das, was Du machst und erledigen sollst, irgendwann in Zukunft Probleme machen könnte oder unlogisch ist.

 

  • Schau bei Deinen Aufgaben, ob alles so läuft, wie es soll, auch ein bisschen über den Tellerrand hinaus. Teste, was Du einrichtest. Prüfe, was Du erstellst. Schick alles durch den Double Check, wenn Du kannst – auch wenn Du nicht darum gebeten wurdest. Oder frag nach, ob Du es tun sollst, wenn Du Dir um #4 Sorgen machst.

 

  • Notier Dir, wenn etwas, was Du erledigen sollst, noch weitere Schritte benötigt oder etwas darauffolgend noch erledigt werden muss, und frag nach, ob Du das auch gleich erledigen sollst.

 

Du erkennst hier schnell, dass „vorausschauend“ leicht durch cleveres „Mitdenken“ ersetzt werden kann. (Aber denk auch wirklich mit und stell nicht einfach Fragen, die sich von selbst beantworten lassen könnten, um so zu wirken, als würdest Du mitdenken. Feiner, aber entscheidender Unterschied.)

Und genau das ist absolut, ultimativ, unbestreitbar un-er-setz-lich.

Das macht Dich unersetzlich.

Glaub mir. Jemand der mitdenkt und wie ein zweites Hirn ist? Den wird jeder um jeden Preis halten wollen.

 

Junkie-Potenzial #6 – Lass Dich von der Angst nicht beherrschen.

Und damit landen wir beim gleichen Punkt wie im ersten Artikel. Der Angst.

Der Angst, dass Dich jemand feuern könnte, weil Du zu viel fragst. Oder dass Du etwas nicht perfekt genug machst. Oder Deine Persönlichkeit zu sehr ins Spiel bringst.

Und merkst damit gar nicht, dass Du Dich exakt damit, dass Du den Kopf senkst, brav vor Dich hinarbeitest und so still und unauffällig wie möglich Punkte abhakst, genau das Gegenteil erreichst von dem, was Du eigentlich erreichen willst…

Du wirst völlig austauschbar.

Ich versteh das. Total. Die Evolution hat uns ja genau dahin erzogen. Was haben wir früher gemacht, wenn eine große Bedrohung wie ein Tiger ankam? Uns geduckt. Versteckt. Waren so leise wie möglich.

Was ist heute unsere größte Bedrohung? Etwas falsch zu machen. Unangenehm aufzufallen. Was tun wir also? Laufen geduckt durch die Gegend. Das wurde uns ja auch von klein auf weiter so beigebracht. Sei brav, unauffällig, eck nicht an. Und Mitdenken? Ist in unserer Gesellschaft sowieso nicht erwünscht. Das tun schließlich nur Rebellen.

Erinnere Dich immer wieder daran, dass das in unserer modernen Welt den echten Schaden bringt. Und wie viel Du mit Kommunikation, Deinem Köpfchen und Deinen Fähigkeiten erreichen kannst.

Du kannst Dich für jemanden wirklich unersetzlich machen. Aber nichts, was wie eine graue Masse wirkt und handelt, hat das je geschafft. Also trau Dich!

Werde für jemanden einzigartig. Goldwert. Un-er-setz-lich!

 

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1 Kommentar / Schreibe einen Kommentar
  1. Hach wie recht du doch hast, danke für den gedankenanstoss zum frühen Morgen 🙂

    Manches davon setze ich auch schon um, aber mit anderen Dingen tu ich mich doch noch schwer – aber zum Glück besteht ja immer die Möglichkeit sich persönlich weiter zu entwickeln.

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