Wie ein falsches Selbstbild Deinen Erfolg ausbremst

(und wie Du das verhinderst!)

*Dies ist ein Gastartikel von Andrea von So Little Time*

Seitdem sich vor 7 Monaten der Vorhang gelüftet und mein Blog seine ersten, eigenen Schritte getan hat, kann ich die Uhr nach ihm stellen. Pünktlich einmal pro Woche, wenn mein neuer Artikel ansteht, geht die Türe auf und mein innerer Kritiker kommt mal wieder auf Besuch.

Er steigt ab von seinem hohen Ross, hängt seinen Hut und den altmodischen Trenchcoat auf. Dann setzt er sich gemütlich hin und schaut mich erwartungsvoll an.

Er muss gar nichts sagen, ich sehe ihm an, was er denkt. “Und, was hast Du diese Woche so erreicht?”

Und ich, nervös wie ein Kind am Nikolaustag, stehe da und bringe kein Wort heraus.

Ja, was habe ich eigentlich so erreicht? Was hab ich überhaupt gemacht? Mein Kopf ist wie leergefegt, meine Done-Liste auch nicht sonderlich hilfreich, da stehen ja nur die Peanuts drauf.

Also, klar, wieder nichts geschafft.

 

Der letzte Ausweg: auf Löschen klicken.

In mir wechseln sich Wut und Verzweiflung ab, der Kritiker sagt immer noch nichts, er schaut mich nur an. Prüfend. Und ich weiß schon, was er meint. Nur noch der Löschen-Knopf kann mir da noch helfen (wo ist der eigentlich bei WordPress?)

Alle Dateien vom Server entfernen, flüstert es dann in meinem Ohr, zurück in die heile Welt Deiner Komfortzone, ohne Plug-ins, ohne Planung, ohne Netzwerken und Schreiben.

Ich vermute stark, dass Du ihn auch kennst. Den inneren Kritiker, die nervige Stimme in Deinem Ohr, die Schlechtredner. Die Selbstzweifel.

Bei mir ist sie besonders laut und penetrant, wenn ich wieder mal über die Website einer beeindruckenden Frau stolpere. Eine mit gefühlten 2 Millionen Likes auf Facebook, 3500 hochqualitativen Blogartikeln und einem ausgefeilten Produktsortiment.

Genau dann kommt er so richtig in Fahrt, der nervige Typ auf seinem hohen Ross: Da sind sie wieder, diese erfolgreichen Menschen, denen Du doch nicht das Wasser reichen kannst. Was hast Du überhaupt erreicht? Du kannst eigentlich auch gleich aufgeben, Du wirst es nämlich nie so weit bringen!

Bla bla bla.

Und schon befinde ich mich im größten Loch, aus dem ich am liebsten nie wieder herauskommen will.

Kopf in den Sand und gut ist. Kennst Du auch, oder?

 

Die Vergleiche mit anderen – Chance oder Dilemma?

Im Grunde sind Vergleiche gar nicht schlecht. Sie helfen Dir, Dich selbst einzuschätzen. Sie wecken den Sportsgeist und spornen Dich im besten Fall sogar zu Höhenflügen an!

Das Blöde ist nur, dass wir uns beim Vergleichen immer wieder richtig blöd und kurzsichtig anstellen.

Oft siehst Du nur, wie weit die anderen gekommen sind, Du siehst ihre Erfolge und Errungenschaften. Aber Du blickst nie hinter die Kulissen. Du weißt nicht, wie viel Einsatz diese gloriosen Meilensteine gekostet haben, und es interessiert Dich oft auch gar nicht.

Denn Du siehst kein bisschen Blut, Schweiß und Tränen, sondern nur Glitzer, Content und Begeisterung.

Neben ihren Erfolgen fühlen sich Deine eher wie hässliches Entlein neben schönen Schwänen an.

 

Gewinne eine neue Sichtweise auf Deine Erfolge

Glücklicherweise gibt es einen ganz einfachen Trick, wie Du Deine Erfolge realistisch messen und Vergleiche mit anderen (objektiv!) für Dich nutzen kannst.

Halte Dich an dieses Motto:

Vergleiche nie Dein 2. Kapitel mit dem 20. Kapitel von jemand anderem.

Wenn Du Unternehmerinnen siehst, die schon seit 2, 3 oder mehr Jahren im Geschäft sind, und Dein Business mit ihrem in direkten Vergleich bringst, fühlst Du Dich wahrscheinlich sofort wie eine Versagerin.

Aber nur, weil Du übersiehst, dass Du den Anfang Deines Buchs mit dem spannenden Hauptteil des ihren vergleichst.

In dieser Gegenüberstellung kannst Du nur den Kürzeren ziehen.

Es ist also das A und O, Deine Erfolge in die richtigen Relationen zu setzen.

Eine kleine Übung, die mir bei der richtigen Sichtweise auf meine eigenen Erfolge hilft, mache ich gerne ab und an am Sonntag bei einem Tässchen Tee:

  • Stell Dir vor, Dein Business wäre das Deiner besten Freundin – genau das bist Du ja auch!
  • Schau Dir ganz genau an, was Deine beste Freundin schon alles erreicht hat. Ihren Werdegang, die einzelnen Stationen, die sie an den Punkt geführt haben, an dem sie gerade ist. Und auch, was jetzt gerade toll ist an diesem Punkt auf ihrem Weg. Nimm die Eigenschaften unter die Lupe, die andere an ihr bewundern.
  • Mach Dir Stichpunkte oder geh noch einen Schritt weiter und formuliere Deine Beobachtungen in einem Brief an Dich selbst (sehr gut für Dein Ego-Board!).

 

Stell Deine innere Stimme auf Erfolg ein

Diese objektive Sicht auf Deine Errungenschaften hilft Dir zum einen, mit vermeintlichen Rückschlägen viel besser umzugehen.

Du hast nämlich den wichtigsten Menschen überhaupt auf Deiner Seite: Dich selbst! Und durch die Sicht von außen bekommst Du außerdem noch eine positive Meinung von Dir. “Anderen” glauben wir nämlich immer mehr als uns selbst!

Wenn Du diese Übung einmal gemacht hast und das nächste Mal verzweifelst, weil gerade Deine Facebook-Likes stagnieren, dann kannst Du Dir selbst schwarz auf weiß belegen, wie weit Du schon gekommen bist!

Mein Tipp: Schreib Deine Beobachtungen aus der Übung auf – wirklich! Gerade wenn Du Dich in einem Tief befindest und an allem (ver)zweifelst, ist es fast unmöglich, Dich noch an Deine objektiven Beobachtungen zu erinnern.

Zum anderen kannst Du durch die Visualisierung Deines Werdegangs Deine Entwicklungsmöglichkeiten erkunden. Du siehst genau, wo Du noch Potenzial nach oben hast und auch Dein Business in einen realistischen Vergleich mit anderen setzen.

Es ist auch nichts Schlechtes dabei, hohe Ziele zu haben – sie sollten Dich nur nicht daran hindern, Deinen Weg weiterzugehen!

Und der Kritiker? Der kann sich mit seinem Gaul vom Acker machen.

Wann stellst Du Deine innere Stimme auf Erfolg ein?

 

 

Über die Gastautorin:

Andrea ist das Gesicht hinter So Little Time, dem Blog rund um das Thema, wie Du das beste aus Deiner Zeit rausholst.

Und nicht nur das: auf Fülleleben gibt sie viele wertvolle Tipps, für alle, die schlau mehr aus ihrem Geld machen möchten!

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8 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Liebe Carina, liebe Andrea,

    ich kenne diesen inneren Kritiker nur zu gut. Meiner poltert meist sofort ungefragt los mit seiner Meinung. Dann handle ich mit ihm aus, dass er jetzt eine begrenzte Redezeit hat. Manchmal kommt ja auch ein wichtiger Hinweis von ihm.
    Wenn ich aber merke, dass ich mich nur schlecht dabei fühle, dann sage ich laut zu ihm: „Jetzt halt die Klappe!“. Meistens hilft es. Manchmal hilft mir zusätzlich ein Spaziergang in der Natur. Dabei kann ich die aufbauenden und liebevollen Stimmen in mir stärken.
    Den Tip – von außen zu schauen – finde ich sehr gut.
    Vielen Dank.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

    • Liebe Sabine,

      ich stelle mir gerade vor, wie meine Kopfstimme mich zuquatscht während ich auf der Uhr die Zeit stoppe hihi 😀 Gefällt mir! Und ja, Du hast total recht: Manchmal gibt der innere Kritiker auch ganz gute Anhaltspunkte, gerade für die Bereiche, in denen tatsächlich noch Verbesserungspotenzial besteht.

      Liebe Grüße
      Andrea

  2. Puhhhh ich bin nicht alleine mit diesem irren Kritiker! Ich kenn ihn nur zu gut. Ich werde deine Tipps direkt mal bei seinem nächsten Besuch ausprobieren. Danke dafür! Lieben Gruß Josephine

    • Liebe Josephine,

      ich hab das auch immer gedacht!!! Aber nein, diesen blöden Deppen (sorry) kennen so viele Menschen!

      Sag mal Bescheid, wie es geklappt hat, ja?

      Liebe Grüße
      Andrea

  3. Ach, diesen inneren Kritiker kenne ich nur zu gut! Wenn mal wieder die Zugriffszahlen auf dem Blog immer noch nicht dem entsprechen, was man sich vorstellt…ist es die ganze Zeit und Mühe eigentlich wert? Hat man es einfach nicht drauf? Ja, ja, diese nervige innere Stimme, die dir manchmal einfach alles verleidet! Wenn ich mal wieder soweit bin, werde ich auch mal meine beste imaginäre Freundin herauholen und mal sehen, ob der Trick funktioniert.
    Liebe Grüße,
    Sabine

    • Liebe Sabine,

      waah, ja sie ist sowas von blöd, diese Stimme!

      Sag Bescheid, ob’s geklappt hat, ok? 🙂

      Liebe Grüße (und nicht unterkriegen lassen!)
      Andrea

  4. Marie

    Liebe Andrea,
    danke für Deinen Beitrag. „Glitzer, Content und Begeisterung“ ist eine super Formulierung. 🙂
    Mein innerer Kritiker ist leider nicht immer Einzelgänger, sondern bringt manchmal noch eine Horde fieser Gestalten mit, die auf dem armen Selbstbewusstsein rumtrampeln und alle verdammt nach meinen Mitschülerinnen aus der Grundschule klingen.

  5. Liebe Andrea,

    mit deinen Worten sprichst du mir total aus der Seele! Nur zu oft finde ich mich in einer Situation wieder, wo ich mich frage, ob ich nicht lieber alles sein lassen soll und in mein bequemes Leben zurück kehren soll. Zum Glück erinnere ich mich dann recht schnell wieder, dass ich daraus nicht umsonst geflohen bin und versuche nach vorn zu schauen, egal wie schwer es in manchen Situationen auch zu sein scheint.

    Dein Artikel hilft unheimlich, um die eigene Perspektive mal wieder klarzustellen. Morgen ist Sonntag…perfekt also, um mir das Tässchen Tee zu machen und mich bei meinem Wochenrückblick auch mal eingehend mit dem Business meiner besten Freundin zu beschäftigen.

    Viele Grüße und alles Gute
    Anja

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