Der Existenzgründungszuschuss

und seine Hürden und Stolpersteine!

Als ich mich gerade selbständig gemacht habe, war ich eigentlich sicher zu versagen.

Ich habe das nicht an die große Glocke gehängt und mir selbst immer versucht Mut zuzusprechen, aber mir fehlten einfach als Kinderkrankenschwester so viele essenzielle Grundlagen.

Ich verkaufte mich ständig unter Wert, hatte gerade meinen ersten größeren Auftrag in den Sand gesetzt und es geschafft, mich einem potenziellen Auftraggeber regelrecht auszureden.

Mein Unternehmer-Gedanke war definitiv nicht vorhanden.

Mein Mindset war mies, mein Know-how auf das Bloggen beschränkt und alles, was mit Steuern und Bürokratie zusammenhing, jagte mir eine Heidenangst ein.

Aber wie so oft in meinem Leben waren mein Wille und mein Ehrgeiz stärker.

Ich erstellte mir also einen 6-Monats-Plan, steckte mir klare Ziele und erschuf einen Plan B: den Antrag auf den Existenzgründungszuschuss als Überbrückungsgeld, falls ich es nach 6 Monaten noch nicht geschafft hatte, auf festen Füßen zu stehen.

Wie gesagt, ich bin schrecklich ehrgeizig, und so hatte ich meine Ziele viel zu hoch gesteckt. Niemand sollte für den Erfolg der Selbständigkeit nur sechs Monate einplanen.

Aber auch das war eine Lektion, die ich lernen musste.

Im März, genau sechs Monate nach dem Beginn meiner Selbständigkeit, kam ich also nach Berlin zurück mit dem Entschluss, den Existenzgründungszuschuss zu beantragen.

Ich stand an einem wackeligen Punkt: Mein Erspartes näherte sich dem Ende, die Aufträge liefen langsam an, aber ermöglichten mir gerade durch Geo-Arbitrage zu überleben, doch ich war mir immer noch unsicher, ob meine Erfolgskurve weiter steigen würde, sodass es mich auch in westlichen Ländern füttern und schlafen ließ.

Also stand ich einen Tag nach meiner Rückkehr im Arbeitsamt Berlin, um mich zurückzumelden, meine Arbeitslosigkeit zu reaktivieren und mich zu informieren, welches die nächsten Schritte zum Existenzgründungszuschuss wären.

Und begab mich damit in die trägen und frustrierenden Mühlen unseres Sozialstaates…

 

Erkenntnis #1 – Geduld, Du wirst nichts so sehr benötigen wie Geduld!

Ich kam mit der Illusion wieder, in drei Monaten das Ganze geregelt zu haben und im Mai schon wieder auf dem Weg in die Freiheit zu sein.

Dieser Zahn wurde mir schon am ersten Tag gezogen, als ich einen Termin bei einer Beraterin zugeteilt bekam – vier Wochen später.

Der erste Lerneffekt, den ich Dir also schon einmal vorwegnehmen kann, ist, dass dieser Antrag nicht schnell und einfach gemacht ist. Du magst vielleicht Deine Papiere und Anträge in zwei Wochen komplett haben, das bedeutet aber nicht, dass Du zuvor noch endlose Hürden zu bewältigen hast.

Plan also die Zeit für den Antragsprozess für den Existenzgründungszuschuss nicht zu knapp ein, lass Dich davon nicht reizen und nervös machen und bleib ruhig. Auch wenn es schwerfällt.

Und glaub mir – das tut es!

Zuallererst wird das Arbeitsamt Deine Arbeitslosigkeit regeln wollen.

Du wirst also Papiere bekommen, die zunächst alles dafür wieder ins Rollen bringen.

Hattest Du zuvor einen gut vermittelbaren Job, wirst Du auch sofort in den Computer als verfügbar geschubst und schon vor Deinem Beratertermin vermutlich mit schriftlichen Aufforderungen zugemüllt, Dich zu bewerben.

Diese solltest Du ernst nehmen, denn wenn die Agentur für Arbeit eines nicht leiden kann, dann Widerstand und Trägheit. Selbst wenn es durchaus schon mal drei Monate dauern kann, bis sie etwas liefern, was Du gerne hättest…

Sei also gründlich, füll die Formulare aus, bewirb Dich, wenn es erforderlich ist, und sei zuverlässig.

Und das alles freundlich und mit einer Engelsgeduld. Es bringt am Ende des Tages mehr.

 

Erkenntnis #2 – Der Existenzgründerschuss steckt hinter 1000 Türen.

Grundvoraussetzung: Arbeitslosigkeit

Wie eben schon erwähnt: Um den Existenzgründungszuschuss als Überbrückungsgeld zu beantragen, musst Du arbeitslos gemeldet sein.

Deshalb – um mir diese Option und die Sicherheit zu gewährleisten, hatte ich mich bereits vor meiner Abreise arbeitslos gemeldet und bei meiner Rückkehr meine Selbständigkeit wieder als Nebenbetrieb eintragen lassen.

Denn wer Vollzeit-Selbständige ist, kann ja nicht gleichzeitig arbeitslos sein. Logisch, oder?!

 

Der Restanspruch von 150 Tagen

Die zweite Bedingung, die mit der Arbeitslosigkeit in Verbindung steht, ist der Mindest-Restanspruch von 150 Tagen.

Das bedeutet: Zu dem Zeitpunkt, an dem Du den Antrag zum Existenzgründungszuschuss abgibst, musst Du noch mindestens 150 Tage Deines Arbeitslosenanspruchs besitzen.

Und das ist verdammt viel, wenn jeder Termin bei der Agentur für Arbeit im 4-Wochen-Rhythmus geplant wird…

 

GUTE VERMITTELBARKEIT

Eine weitere Hürde ist, dem Arbeitsamt zum einen klarzumachen, warum Du nicht in Deinen alten Job zurück möchtest, und zum anderen die gute Vermittelbarkeit zu überwinden, wenn Du einen Job hast, nach dem sich alle die Finger lecken…

Als Kinderkrankenschwester mit einer unschlagbaren fachlichen Berufserfahrung war das für mich das K.-o.-Kriterium.

Da ich allerdings mit einem Burn-out aus dem Beruf ausgestiegen bin, war klar, dass ich nicht in die aktive Pflege zurück möchte und nach Alternativen – wie zum Beispiel der Selbständigkeit – gesucht habe.

Leider habe ich mich in einem Bereich selbständig gemacht, in dem ich weder Vorerfahrung noch Erfahrung oder eine Ausbildung hatte.

K.-o.-Kriterium Nummer zwei.

Hier musst Du also sehr, sehr gut argumentieren. Hol alles aus dem Ärmel, was Du vielleicht schon als Kompetenz nachweisen kannst.

Aufträge, Marktforschung, Marktlücke, sogar Onlinekurse können dabei helfen…

In meinem Fall hat all das leider nichts genutzt, denn um das Burn-out als Argument geltend zu machen, wurde ich zum Facharzt der Agentur für Arbeit geschickt und der hat mir, nun, zwei Jahre später und gut regeneriert, lediglich bescheinigt, dass ich keinem erhöhten, psychischen Stress ausgesetzt sein darf – und hat damit das perfekte Argument gegen eine Selbständigkeit geliefert.

Damit war ich dann, zusammen mit all meinen anderen Mankos, leicht abzulehnen.

 

Dein Businessplan

Davor hat es mich am allermeisten gegraut. Weswegen ich mich dann auch für das Businessplan-Coaching entschieden habe und die 150 € dafür als sinnvolle Investition abgehakt habe.

Letztendlich war es gar nicht mal der Businessplan selbst, der diese Einlage wert war, denn den bekommst Du mit einer guten Vorlage durchaus hin, sondern viel mehr die zahlreichen Tipps, die Dir ein Coach, der seit Jahren nichts anderes macht, als Menschen auf den Existenzgründungszuschuss vorzubereiten, immer wieder geben kann.

Viele der kleinen Tricks, die in diesem Artikel stecken, sind von ihm oder meinem Gründercoach und waren für mich unbezahlbar.

Was gibt es aber nun für Eckdaten und Tipps für Deinen Businessplan?

  • Wir stellen uns darunter oft und gerne eine Bibel vor, die wir schreiben müssen, dabei sind bis zu 10 Seiten völlig ausreichend. Zusätzlich zu Deiner Rentabilitätsplanung.
  • Deine Zusammenfassung davon, die Du mit einreichen musst, sollte nur knapp ½ bis 1 Seite füllen.
  • Statt der explizit gelernten Fähigkeiten (die Du eventuell gar nicht hast) beschreib eher die Anforderungen, die Du in Deiner Selbständigkeit erfüllen können musst, und wie Du das vorhast.(Beschreib Deine Vision – Was brauche ich alles? Was fehlt mir?)
  • Bürokratische Aufgaben und Fähigkeiten, die Dir dabei fehlen, planst Du also auszulagern, z. B. an einen Steuerberater, einen Buchhalter etc.
  • Statt sie auszulagern, kannst Du auch angeben, Dich mittels Kursen weiterbilden zu wollen. Vieles bietet dabei schon das Gründercoaching Deutschland an, und die Kosten dafür werden für ALG-Empfänger zu 90 % übernommen! Allerdings solltest Du hier keine EDV-Schulungen aufführen oder das Steuerwesen, sondern Fähigkeiten wie Kundenakquise, Verhandlungen führen, Marketing, Rechnungswesen (aber nicht Buchführung nennen!).
  • Deine Qualifikationen: Was habe ich bereits getan, was mich qualifiziert? Welche Erfahrungswerte habe ich? Welche Stärken? Was ist mein Alleinstellungsmerkmal? (Deine motivierende Persönlichkeit und Dein Empathievermögen zum Beispiel können Dich auch qualifizieren. Soft Skills nicht vergessen oder unterschätzen!)

 

Weitere gute Tipps und ausführliche, gut verständliche Informationen gibt es in diesem Heftchen kostenlos zum Download: GründerZeiten Nr. 16

 

DIE RENTABILITÄTSPLANUNG

Das war der Punkt, bei dem ich froh war, ihn einfach meinem Businessplan-Coach übergeben zu können.

Im Nachhinein habe ich das zwar alles nachvollziehen können, aber es hätte mich arge Überwindung gekostet. Ganz abgesehen davon, dass ich gar nicht gewusst hätte, wo da vorne und hinten ist.

Hier also leider nicht viele Tipps von mir, außer: Der Plan muss eindeutig zeigen…

  1. dass Du ohne den Existenzgründungszuschuss als Überbrückungsgeld finanziell nicht überleben könntest,
  2. aber nach dem Überbrückungsgeld und nach Ablauf des Existenzgründungszuschusses genug Einkommen hast, um Dich komplett selbst zu finanzieren.

 

Eine Gratwanderung mit Zahlen.

 

Der Antrag zum Existenzgründungszuschuss

Hier der beste und wichtigste Tipp, den ich erhalten habe und der mir Feuer unterm Hintern gemacht hat:

Es wird immer wieder gesagt, dass der schwierigste Punkt der ist, den Antrag überhaupt ausgehändigt zu bekommen. Die Agentur für Arbeit rückt den nämlich nur ungern und erst dann heraus, wenn sie eigentlich sicher sind, dass er Sinn macht und Erfolg haben könnte.

Das ist ja grundsätzlich nicht verwerflich, da er zu Zeiten, als der Existenzgründungszuschuss noch eine Pflicht- und keine Ermessensleistung war (also ihn quasi jeder mit einem annehmbaren Businessplan erhalten hat), auch schamlos ausgenutzt wurde und die Antragsrate in etwa der Konkursrate entsprach.

Allerdings bekommt man nun den Eindruck, er wird so arg hinter Schloss und Riegel behalten, dass selbst Unternehmen mit Potenzial einen wahren Kampf darum ausfechten müssen.

Daher ganz wichtig:

Die Agentur für Arbeit darf Dir den Antrag nicht verweigern, lediglich den Antrag ablehnen!

Solltest Du dabei also auf Widerstand stoßen, bleiben Dir noch zwei Hintertürchen:

Zum einen der nette und freundliche (!) Hinweis auf Rechtsbeistand.

„Ich fühle mich bisher sehr gut betreut, aber bei diesem Punkt hat mich mein Rechtsanwalt anders beraten. (Nett und freundlich bleiben!) Daher könnten Sie mir bitte schriftlich geben, dass ich den Antrag nicht bekomme? Da ich mich damit nicht auskenne, brauche ich rechtlichen Beistand.“

Oder – diesen Weg habe ich gewählt – den Antrag telefonisch zu beantragen, denn er wird Dir dann ohne Diskussion zugeschickt!

Hier gibt es keine Möglichkeit, abgewiesen zu werden, wenn Du es ein wenig begründest, da dies ihre Pflicht ist, allerdings nicht unbedingt öffentlich bekannt.

„Mir wird die Zeit knapp und ich würde den Antrag gerne beim nächsten Termin schon vorbereitet haben…“

„Ich hatte gerade meinen Termin und habe vergessen, danach zu fragen…“

Ich musste zwar dreimal anrufen, da mir trotz freundlicher Zusage der Antrag nicht zugeschickt wurde, aber letztendlich habe ich ihn so erhalten.

 

DEINE BISHERIGE SELBSTÄNDIGKEIT – UND DEINE GEPLANTE!

Nebengewerblich tätig sein darfst Du bisher bis unter 15 Std. pro Woche ohne Probleme, ab Gründung musst Du vollerwerblich tätig sein.

Achte also darauf, dass Du zuvor noch keine vollerwerbliche Selbständigkeit hast – schon gar nicht in dem Bereich, mit dem Du gründen möchtest.

Solltest Du also bereits selbständig sein, bau Dir ein etwas anderes Businesskonzept auf, mit dem Du den Existenzgründungszuschuss nutzen willst.

Mein Beispiel: Ich war zuvor Reisebloggerin mit Einkommen als Autorin und wollte als Coach und Reiseberaterin gründen. In meinem Businessplan habe ich Workshops und Einzelcoachings als Unternehmensgrundlage aufgezeigt.

Ein Nebeneinkommen darfst Du selbstverständlich auch weiterhin haben, um Dich finanziell zu stärken. Das wäre dann meine redaktionelle Selbständigkeit gewesen.

 

DIE FACHKUNDIGE STELLUNGNAHME

Um Deinen Businessplan und Deine Rentabilitätsrechnung abgeben zu dürfen, muss beides von einer fachkundigen Stelle abgesegnet sein. Das kann zum Beispiel eine Handelskammer sein oder ist im Businessplan-Coaching inbegriffen. Mehr dazu in den GründerZeiten.

 

Erkenntnis #3 – Es gibt Menschen, die Dir helfen wollen, und solche, die… naja.

In meiner Antragsphase für den Existenzgründungszuschuss hatte ich verschiedene Berater in der Agentur für Arbeit, da ich irrtümlich anfangs falsch eingeteilt wurde.

Dabei hatte ich das Gefühl, je nach Stimmung, Tageslage und meiner Argumentation (so traurig es ist, man wird mit meinem Aussehen anfangs sehr gern unterschätzt, bis ich mal eine Weile den Mund aufmache) fühlte ich mich mal besser, mal weniger gut unterstützt.

Auch Berater sind nur Menschen und wenn ich Dir einen Rat geben kann: Vergiss das nie.

Sei freundlich, lass Dich nicht reizen und bedenke, mit wie vielen Menschen verschiedener Arten und Motivationsstufen sie sich herumschlagen müssen.

Überzeuge sie von Dir und von Deiner Idee, damit hast Du die größten Chancen!

Bedenk aber vor allem eines (etwas, dass mir erst sehr spät so richtig klar geworden ist…):

Der Existenzgründungszuschuss aus dem ALG1 heraus ist eine Versicherungsleistung – keine Sozialleistung!

Twitter das

Das bedeutet, Du musst um nichts betteln. Du hast mindestens ein Jahr regelmäßig in die Arbeitslosenversicherung und in genau den Topf eingezahlt, aus dem Dir Arbeitslosengeld gezahlt wird. Du bekommst also nichts geschenkt!

Deshalb profitiert auch indirekt die Agentur für Arbeit, wenn Du Dich selbständig machst, denn dann fallen ja 150 Tage an ALG1 weg, die Du eventuell noch in Anspruch genommen hättest.

Aber leider ist der Existenzgründungszuschuss eben auch eine Ermessensleistung… was bedeutet, Deinem Berater nett und freundlich gegenüberzutreten, kann Dir nur helfen.

 

Erkenntnis #4 – Hol Dir Hilfe. Von Anfang an.

Gründerseminar – nur eine Pflichtübung?!

Egal was ich über die Berater der Agentur für Arbeit denke, von niemandem habe ich mich so gut unterstützt gefühlt wie von den Coaches der Existenzgründerhilfe.

Das Existenzgründerseminar, das auch als Voraussetzung für den Existenzgründungszuschuss herhält, ist trotz allem eines der hilfreichsten Wochenenden gewesen, die ich seit Beginn meiner Selbständigkeit hatte. Hier kannst Du alle Fragen zu allen Themen loswerden, wirst einmal grundinformiert und auch darüber hinaus noch betreut. Vielleicht lag es an meinem Coach, aber dieses Wochenende war Gold wert!

Ich habe mich letztendlich geärgert, das nicht gleich vor Beginn schon gemacht zu haben.

 

Das Businessplan-Coaching zum Existenzgründerzuschuss

Auch hier wäre ich, wie schon beschrieben, alleine nicht so weit gekommen (trotz Absage des Existenzgründungszuschusses habe ich unglaublich viel für meine erfolgreiche Business-Gründung gelernt!) ohne meinen Coach. Wenn Du also auch aus einem völlig anderen Berufszweig kommst, absolut zu empfehlen.

 

frag-einen-anwalt.de

Ein weiterer Tipp, den ich von meinem Coach habe: In rechtlichen Dingen frag unkompliziert einen Anwalt. Die Empfehlungen, die Du dort erhältst, sind rechtlich bindend, aber bezahlbar. Habe ich seitdem stetig im Hinterkopf, sollte ich mal nicht weiterwissen.

 

Erkenntnis #5 – Vernachlässige auf keinen Fall Plan B

Neue Aufträge, Jobs & Einnahmequellen

Verlass Dich während der Zeit der Antragstellung auf gar keinen Fall darauf, dass Du den Existenzgründungszuschuss als Überbrückungsgeld erhältst!

Kümmere Dich weiter oder bereits jetzt um Auftraggeber, Zusatzeinnahmen (wie passive Einnahmequellen) oder Nebenjobs.

Bau Deine Selbständigkeit auf, als würdest Du sie ohne den Existenzgründerzuschuss planen.

 

Kredite?!

Falls Du ganz ohne Überbrückungsgeld sowieso nicht gründen könntest, dann solltest Du vielleicht schon mal nach anderen Möglichkeiten schauen.

 

Warten auf den Existenzgründungszuschuss…

Ab der Gründung erhältst Du kein Geld mehr – denn nun bist Du ja nicht mehr arbeitslos!

Da der Antrag leicht drei Monate in der Verarbeitung brauchen kann, stell also schon mal sicher, dass Du diese Zeit auch überbrücken kannst und vor allem Dich nicht in der Hoffnung auf die Nachzahlung unter Schulden begräbst!

 

Erkenntnis #6 – Niemand wird Dir etwas in den Schoß legen. Nimm die Dinge selbst in die Hand!

Die allerwichtigste Lektion, die ich in dieser Zeit gelernt habe!

Niemand hat Dein eigenes Interesse als oberste Priorität – außer Dir!

Egal wie nett sich also Berater, Coaches und Freunde kümmern, kümmere Du Dich am meisten.

Sorg dafür, dass Du weißt, wie Du den Antrag bekommst, dafür, dass Du ihn rechtzeitig hast und Deine Unterlagen makellos zusammenbekommst.

Trödel nicht! Die Zeit wird schneller verrinnen, als Du denkst.

 

Wichtige Anmerkungen:

Diese sehr persönlichen Erfahrungen sind genau das – persönliche Erfahrungen meines Antrags auf den Existenzgründungszuschuss! Ich habe sie hier geteilt, um Dir einen besseren Einblick zu verschaffen, aber das bedeutet nicht, dass es Dir genauso ergehen muss oder kann.

Dies ist kein fachlicher Artikel, er beschreibt lediglich meinen Weg durch die Antragstellung, gespickt mit Informationen und Tipps, die ich erhalten und recherchiert habe. Lass Dich also weder er- noch entmutigen. Dafür gibt es leider in diesem Prozess viel zu viele Faktoren. Menschliche wie auch bürokratische.

Lies diesen Artikel gründlich, nimm, was Du brauchst, und dann mach es auf Deine Art!

Ich mag mit meiner Ablehnung vielleicht in Deinen Augen kein gutes Beispiel sein und schon gar niemand, der Dir hier schlaue Tipps verkaufen sollte. Aber meine Ablehnung hatte letztendlich weder etwas mit meinem Business-Vorhaben noch mit dem Erfolg meiner Selbständigkeit zu tun, sondern lediglich mit meinem erlernten Beruf und den Aspekten meiner Berufsunfähigkeit.

 

Welche Erfahrungen hast Du gemacht?

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14 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Hallo Carina,

    den Tipp, sich möglichst früh um alle Dokumente zu kümmern, kann ich nur ganz dick unterstreichen. Allerdings habe ich dann ausgesprochen positive Erfahrungen mit den Behörden gemacht. Vielleicht liegst auch daran, dass ich im manchmal noch „heile Welt München“ lebe?

    Bei mir hat es am längsten gedauert, den Termin bei der IHK zur fachkundigen Stellungnahme zu bekommen (auf jeden Fall 6-8 Wochen vorher anfragen). Dort hatte ich mich schon im Vorfeld beraten lassen, Business Plan stand, Dokumente hatte ich zusammen und wir mussten alles nur noch gemeinsam durchgehen. Das Arbeitsamt war sehr kooperativ, hat mir beim Beratungsgespräch mit einem sehr kompetenten, hilfreichen Mitarbeiter gleich die Formulare ausgehändigt und in ca. 4 Wochen hatte ich die Zusage.

    Das einzige, was Monate gedauert hat – und nur durch wiederholtes Rückfragen geklappt hat, war die Beantragung einer Steuernummer.

    Viele Grüße

    Daniela

    • Hallo Daniela,
      interessant!
      Die fachkundige Stellungnahme war bei mir im Business-Plan Coaching inbegriffen. Das hat diesen Gang deutlich vereinfacht und nach 2 Wochen hatte ich den Businessplan, meine Papiere und die Stellungnahme fertig.
      Das war das einzige, was bei mir schnell ging 😉

      Auch meine Steuernummer hatte ich zum Glück relativ schnell – aber zeigt eigentlich nur eines: Dass es bei jedem alles anders sein kann…
      Danke für Deine Erfahrungen!

      Viele liebe Grüße,
      Carina

  2. Katja Brößling

    Was ich schade finde: dass je nach Arbeitsamt und Mitarbeiter anscheinend eine andere Messlatte angelegt wird. Ich stecke in der gleichen Situation und möchte gern den Gründungszuschuss nutzen. Bei mir sieht es aber bis jetzt nicht so stur bürokratisch aus. Bei meinem ersten Gespräch habe ich bereits meinen Antrag ausgehändigt bekommen und die Beratung für die erfolgreiche Beantragung bei einer Coachingagentur bekomme ich über den Vermittlungsgutschein bezahlt. Darum bin ich bis jetzt noch guter Dinge. Ich drücke jedenfalls allen die gerade gründen fest die Daumen, dass es ein Erfolg wird.

    • Hallo Katja,
      dann kann ich Dir ja schon halb gratulieren!
      Super!
      Mich hat das auch sehr geärgert. Vor allem, dass meinem Business-Konzept allein schon wegen all der vorherigen Hürden kaum mit einem Blick gewürdigt wurde. Und wie sich zeigt, hatte es nicht nur Potential, sondern Erfolg! Schade, schade.
      Aber naja… so hat sich die Agentur für Arbeit eindeutig Geld gespart…
      Liebe Grüße,
      Carina

  3. Daniel

    Hallo Carina,

    ich kann bestätigen, was du schreibst: Es ist auf jeden Fall sinnvoll, freundlich zu bleiben und die Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit von sich zu überzeugen. Bei mir hat es geklappt, ich habe den Gründungszuschuss erhalten. Da ich eine Unternehmensberaterin engagiert habe (die Investition hat sich durch den GZ rentiert), habe ich die fachkundige Beurteilung auch schnell vorliegen gehabt. Das Finanzamt hat sich auch nicht quergestellt. Alles in allem also sehr rund.

    Es hängt bei der Agentur für Arbeit tatsächlich von den Ansprechpartnern sowie von der Strategie ab, die man fährt. Ganz wichtig ist, im ersten Gespräch NICHT zu erwähnen, dass man sich selbstständig machen möchte. Ein Kollege von mir war dadurch sofort aus dem Rennen. Etwas taktieren ist zwingend notwendig. Und ja, man sollte seine Unterlagen so schnell wie möglich einreichen und nicht trödeln. Es gibt so viele bürokratische Hürden und meistens arbeitet keiner so schnell wie man selbst 😉

    Und ist es nicht so, dass wenn man noch 150 Tage Restanspruch auf ALG I hat und mit seiner Selbstständigkeit scheitern sollte (woran ich im Moment nicht denke), diesen Restanspruch aufbrauchen kann?

    Carina, was ich mich frage: Wie verdienst du bei deinen Reiseberichten Geld? Wer bezahlt dich für deine Artikel?

    Viele Grüße
    Daniel

  4. Melanie

    Hallo Carina, vielen Dank für den informativen Artikel, über den ich durch Wirelesslife gestoßen bin. Könntest du mir bitte einen Link zu dem Business Coaching bzw. dem Coach schicken, welches dir sehr weitergeholfen hat?
    Vielen Dank Melanie

    • Hi Melanie,
      ich war bei der Existenzgründerhilfe, zunächst in Frankfurt, dann zum Business-Plan Coaching in Berlin. Beide Coachs waren super! -> http://www.existenzgruenderhilfe.de/
      Liebe Grüße,
      Carina

      • Melanie

        Hi Carina, super und lieben Dank für die schnelle Antwort, werde ich mir gleich mal anschauen 🙂

  5. Hallo Carina,
    ich kann auch nur positiv über die Agentur für Arbeit und den Existenzgründerzuschuss reden. Bei mir ging alles super flott und sehr komplikationslos. Ich habe dem Sachbearbeiter gleich einen fertigen Flyer, die fertige Webseite und den Businessplan unter die Nase gehalten und erzählt, wie toll das alles werden wird. Er war einfach begeistert von der Idee und dann ging es halt auch. Es kommt glaube ich sehr auf den persönlichen Ansprechpartner an.
    Was mich allerdings sehr ärgert ist vor allem, dass er nur für 6 Monate gezahlt wird. Da braucht man schon ein Durchstarterbusiness, dass man dann so schnell davon leben kann. Die 300 Euro in der zweiten Phase sind da ja eher ein Witz.
    Die Beratung bzw. Bewertung meines Businessplanes habe ich übrigens bei den Aktiven Wirtschaftssenioren gemacht. Sehr zu empfehlen!

    • Sehr, sehr gut!
      Es kommt definitiv auf den Ansprechpartner an – aber wenn Du den „falschen“ erlernten Beruf hast, kann auch leider der beste Berater Dir nicht helfen. Mein Business-Plan war niet und nagelfest, aber mit einem gesuchten Beruf, hatte ich auch damit keine Chance.
      Es war trotzallem gut so! Das hat mcih gezwungen auf meinen eigenen Beinen zu stehen, noch einen Zahn zuzulegen und wirklich alles zu geben. Und es hat sich gelohnt 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina
      P.S. Sieh es lieber sorum: Das sind 6 Monate GESCHENKTES Geld, ohne Forderung nach Erfolg. Wo gibt es das schon??

  6. Jenny

    Hallo Carina,

    mich interessiert die Rentabilitätsplanung bei Deinem Businessplan interessieren. Wie berechnet der Berater Einkünfte speziell für einen Blog? Was wurde bei dir berechnet? Sind Affiliate Marketing und andere Möglichkeiten der Monetarisierung ein Teil davon oder wurde die Berechnung anhand der Dienstleistungen die du anbietest gemacht?
    Vielen Dank für Deine Antwort und viele Grüße
    Jenny

    • Hallo Jenny,
      dazu kann ich Dir nicht viel sagen, außer dass es ein Irrglaube ist, ein Blog wäre ein Business oder eine Einnahmequelle.
      Dein Blog verdient kein Geld. Das Geld verdienst Du mit Affiliate-Marketing, gesponserten Artikeln, ebooks, Workshops…
      Also ja, das Einkommen anhand der Dienstleistungen berechnet.
      Ich habe meinen Gründerzuschuss auch nicht als Bloggerin beantragt. Ich wüsste gar nicht, ob das überhaupt geht oder Sinn macht, aus oben genannten Gründen.
      Liebe Grüße,
      Carina

  7. Klaus

    Ein wirklicher guter und ausführlicher Bericht. Ein wichtiger Punkt den du genannt hast, der aber vielleicht etwas unterging, war bei der Rentabilitätsplanung der Spagat zwischen Tragfähigkeit und Bedürftigkeit. Nach der schweren Vermittelbarkeit ist das einer Hauptgründe warum viele Gründer abgelehnt werden.

    Grundsätzlich besteht die erste Aufgabe darin die schwere Vermittelbarkeit abzubilden – wer das nicht schafft braucht sich nicht mit dem Businessplan zu beschäftigen (außer für sich selbst).

    Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Gründe die schwere Vermittelbarkeit darzustellen. Aus meiner eigenen Beratungserfahrung heraus reicht das von Burnout, Boreout, politische Tätigkeit, Teamunfähigkeit, zu hohe und zu niedrige Qualifikationen und/ oder Gehälter, Kinder- und/ oder Elternbetreuuung, nachgewiesene Ablehnungen und vielem mehr.
    Als Gründer muss man tatsächlich Einiges an „Hausaufgaben“ machen um entweder den Gründungszuschuss direkt zu erhalten oder die Grundlage für einen qualifizierten Einspruch vorzubereiten.

    Und ja es gibt auch Alternativen zum Gründungszuschuss. Das besagte 90% Gründercoaching nach der Gründung gibt es nicht mehr – es hilft aber ja auch nicht vor der Gründung.
    Seit 2014 gibt es aber ein zu 100% gefördertes Gründercoaching für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit vor der Existenzgründung. Und wer z.B. in Bayern wohnt oder gründen möchte kann ein 70/ geförderte Gründungsberatung in Anspruch nehmen vor der Gründung.

    Insgesamt ist es oftmals ein Informationsdefizit das bei den Gründern herrscht und zu Ablehnungen führt.

    Gruss Klaus

    • Hallo Klaus,
      danke für diesen wertvollen Kommentar!
      Ganz tolle und wichtige Punkte, ich nicke dabei nur stetig.
      Viele Grüße,
      Carina

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