Wie Du vermeidest, auf dem Spaghetti-Teller zum Herdentier zu werden!

Das Internet stelle ich mir immer wie einen Spaghetti-Teller vor.

Es ist voll, chaotisch, alles ist miteinander verwurschtelt, und keiner blickt so richtig durch. Alle Spaghetti sehen gleich aus, und es passiert nur selten, dass mal eine hervorsticht.

Vor allem aus Angst, nicht gemocht zu werden oder nicht genug Aufmerksamkeit zu erhalten, tun wir zu Beginn oft genau das Falsche: Wir sorgen dafür, wie alle anderen zu sein.

Oh, Du nutzt das Theme Eva? Und der andere Blogger da hinten rechts auch? Dann nehm ich das wohl auch besser. Scheint ja zu funktionieren.

Hm, Du bist noch auf Google+ und hast neben Snapchat jetzt auch InstaStories angefangen? Dann muss ich das wohl auch mal in meine To-do-Liste pressen.

Wir rennen nur noch allen anderen hinterher, werden zum kleinen Fisch im großen Teich und vergessen dabei das Wichtigste:

Einzigartigkeit ist alles. Und weniger ist mehr.

Twitter das

Immer häufiger bekomme ich die leicht verzweifelte Frage zu hören, ob man auf Social-Media-Kanal X oder Video-Plattform Y nun auch unbedingt dabei sein sollte. Das machen doch jetzt schließlich alle?!

Mein Rat ist dabei einfach und simpel. Eigentlich sind es sogar zwei.

Gib lieber auf einem Spielfeld Dein Bestes als auf fünf verschiedenen hohle Fließbandinhalte.

Diesen Punkt diskutierte ich vor Kurzem in knapper Version mit einer anderen Bloggerin, als es um den Punkt Facebook ging.

Sie fragte mich, wie ich das Plug-in „Tweet old Posts“ für Facebook eingestellt hätte, damit es regelmäßig automatisiert auf Facebook postet.

MEINE ANTWORT WAR: GAR NICHT.

Facebooks Algorithmen sorgen dafür, dass die Reichweite gedrosselt wird, sobald Du Inhalte von außerhalb zuführst, also Software-gesteuerte Updates, die nicht direkt aus Facebook kommen.

Deswegen hatte ich mich zu Beginn meiner Zeit auf Facebook schon dazu entschlossen, ausschließlich in Facebook selbst zu terminieren. Meist nahm ich mir dafür jeden Sonntag 3-4 Stunden Zeit und terminierte die gesamte Woche durch.

Seit einer Weile übernimmt das meine virtuelle Assistentin (worüber ich heilfroh bin…), aber ich habe diese Zeit investiert, weil ich gemerkt habe, dass es auf Facebook nur zwei Arten gibt, seine Liebe zu gewinnen (aka Reichweite):

Zeit oder Geld. Es gibt hier keine Abkürzungen und keine Schleichwege.

Aber dafür belohnt es Dich ausgiebig. Lange Zeit war Facebook für 1/4 meiner Reichweite auf dem Blog verantwortlich, und bis heute sind es noch 15–20 %. Das sind bis zu 10.000 Uniques jeden Monat, die ich einem einzigen Kanal zu verdanken habe.

Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Wenn Du Dich darauf konzentrierst, auf einem Kanal wirklich gut zu werden, und Dich wirklich reinkniest, hast Du deutlich mehr davon, als überall nur das Mindeste zu tun, weil Dir für mehr nicht die Zeit bleibt, und damit nur schlechte bis mittelmäßige Ergebnisse zu bekommen.

Und das Letzte, was wir sein wollen, ist mittelmäßig.

Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich sehe, wie jemand seine Einzigartigkeit aufgibt, weil dafür nicht genug Zeit ist.

Mach niemals diesen Fehler. Streich die Zeit an anderen Ecken, such nach Alternativen, um Zeit zu schaffen, aber versink in keinem Fall wieder zurück in den Spaghetti-Wust.

 

Mach das, was Dir liegt, statt das, was alle tun. Auch bekannt als: Setz auf Deine Stärken!

Ein weiterer Knackpunkt ist der Gruppenzwang. Aber aaalle sind doch jetzt auf Snapchat, dann muss ich doch sicher auch… oder nicht?!

Nein. Musst Du nicht. Wenn Videos nicht Dein Ding sind, dann musst Du weder auf YouTube, noch auf Snapchat, Periscope, InstaStories… Du musst gar nichts!

Erinnerst Du Dich noch daran, warum Du Dich selbständig gemacht hast?

ABER. ICH. WILL. NICHT.

Ich will nicht, ich mag nicht, ich hab keine Lust. Und da ich jedes Mal, wenn ich auf das imaginäre Türschild an meiner Büroglastür schaue, dort das Etikett „#girlboss“ lese, kann mich auch niemand zwingen.

Übrigens steht an Deiner das Gleiche. Also hör auf, Dich von etwas unter Druck setzen zu lassen, was definitiv kein Druckmittel ist. Du musst gar nichts, wenn Du nicht willst.

Auch hier gilt wieder der gleiche Ratschlag: Konzentrier Dich auf das, worin Du gut bist. Setz auf Deine Stärken, statt blind mit dem Strom der Massen zu schwimmen.

Ich bin gut mit Worten, also konzentriere ich mich auf das Schreiben, verwende all meine Arbeitszeit und Energie darauf, mich darin fortzubilden, besser zu werden und so all meinen Mitbewerbern, die viel zu sehr damit beschäftigt sind, auf 15 verschiedenen Partys zu tanzen, darin den Rang abzulaufen.

Denn am Ende des Tages werde ich es niemals schaffen, mich zu zerteilen. Also sorge ich lieber dafür, in einer Sache so richtig zu glänzen. (Ich strebe sogar das Glitzern an.)

BLEIB DIR SELBST TREU. NUTZ DEINE STÄRKEN. MACH SIE ZU DEINEM MERKMAL.

Und bau sie so weit aus, dass Du Dir um das hässliche Wort „Konkurrenz“ nie mehr wieder Sorgen machen musst.

Wenn Du nun mal darüber nachdenkst: was ist Deine größte Stärke?

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14 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Ich sehe das auch so und habe mich bewusst gegen Snapchat und Periscope entschieden. Ich probiere alles Neue erst einmal aus um zu sehen, ob es etwas für mich ist, aber gerade bei Snapchat habe ich sofort gemerkt, dass es nicht meine Plattform ist. Bei YouTube war es erstaunlicher Weise genau anders herum. Da dachte ich immer, Videos wären nicht mein Ding und dann hab ichs trotzdem
    mal probiert und festgestellt, dass ich es liebe!!! ?

    Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Und das ist ja auch gerade das Schöne am selbstständig
    sein!

    • Absolut, seh ich ganz genauso, Jana.
      Wer weiß, vielleicht wird man ja auch mal von sich selbst überrascht, aber das Wichtigste ist, nicht der Masse hinterher zu rennen… aus blinder Aktionswut.
      Liebe Grüße an euch drei!
      Carina

  2. Rica

    Moin, da hast Du wieder einmal den perfekten Montagmorgen -Schub platziert. Ich finde es toll, dass Du immer wieder den Finger punktgenau in die Wunde legst, etwas darin rumbohrst und dann den Lösungsansatz im Folgesatz lieferst.
    Ich liebe es, Deine Blogs zu verfolgen, sprechen sie mir doch aus der Seele.

  3. Hach wie recht du doch hast – da reden wir immer alle von einem selbstbestimmten Leben und beugen uns am Ende doch wieder irgendwelchen Trends und „du musst das tun, um erfolgreich zu sein“-Mantras. Danke fürs erinnern 🙂 Ich freu mich übrigens schon riesig auf den 1. September!

  4. Martina Spang

    Hallo Carina,
    vielen Dank für wieder mal einen tollen und informativen Artikel. Gerade, wenn man am Anfang seines Business steht, wird man überwältigt von all‘ den Möglichkeiten, die einem das Internet aufzeigt. Man holt sich so viele Informationen wie möglich, man saugt sie auf und will sie umsetzen. Alle. Bloggen, Social Media, Videos, Webinare, Podcast und was es sonst noch so geben mag. So erging es mir. Bis sich irgendwann mein Bauchgefühl gemeldet hat. Und mich hat innehalten lassen. Ich wollte mich nicht zu etwas zwingen, bei dem ich mich unwohl fühlen würde. Habe dann in mich reingehört und gefragt, was ich ganz gut kann und wie ich lernen könnte, darin besser zu werden. Auf diesem Weg bin ich jetzt und damit geht’s mir besser 🙂
    PS: Schreiben wird wohl mein Medium sein!
    PPS: Freue mich schon auf Femininjas!

  5. oh liebe Catina,

    den Glitzerstatus hast Du längst erreicht – das was alles um Dich herum funkelt sind keine Sonnenkringel, sondern der von Dir mit so viel Schwung und Ausdauer „erworbene“ Glitzer.
    Oh ja, bei den eigenen Stärken bleiben -ich bekomme auch immer Ratschläge was ich doch eigentlich machen sollte, was ich hinzunehmen sollte und vieles mehr. Danke für Deine Unterstützung bei mir zu bleiben – yes ich bin die Frau im Haus die das Sagen hat.
    Tschakka
    das wird auch so bleiben.
    Danke
    Greta

  6. Hallo Carina,

    mal wieder ein schöner Artikel – gut gemacht!
    Ehrlich gesagt denke ich, dass es ein Prozess ist sich nach und nach auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und sich damit auch bewusst gegen manche Bereiche, Themen oder Medien zu entscheiden.
    Ich selbst bin mittlerweile auf etlichen sozialen Netzwerken unterwegs und so nach und nach merke ich, welche ich mag und welche gut funktionieren. Gelernt habe ich das durchs Ausprobieren.

    Das Thema Fokus und Konzentration finde ich aber trotzdem sehr wichtig. Es gibt so viele interessante Themen und ich muss mich immer wieder selbst dazu ermahnen mich auf meinen Blog zu konzentrieren. Er wird nur weiter wachsen, wenn ich mich fokussiere und meine ganze Stärke investiere. Anderes muss erstmal warten, sonst mache ich viele halbe Sachen und nichts richtig.
    Trotz der Erkenntnis bleibt das schwierig für mich.

  7. Asli

    Liebe Carina,

    I love youuu! <3 Danke für Deine tollen Worte und die Bestärkung, sich auf das zu konzentrieren, was einem liegt und was man mag oder liebt! Und ja, wir müssen GAR NICHTS! Natürlich kann und darf man auch was Neues ausprobieren, aber man sollte nicht etwas tun (müssen), weil es alle anderen auch machen.
    Und Du glitzerst schon lange! :-*
    Ich freue mich auf die Femininjas!

    Fühl Dich gedrückt,
    Asli

  8. Hallo Carina,
    wir haben mit großer Freude diesen Artikel gelesen!
    Schön das es endlich mal jemanden gibt, der sagt, das man nicht jedem social Media Kanal bedienen und dauernd füttern muss.
    Denn auch das ist alles Arbeit die vom eigentlichen ablenken kann.
    Lieber auf die eigenen Stärken besinnen und eine Strategie fahren.
    Viele Grüße
    Daniel und Jens

  9. Jacko

    Du hast mir grad sehr geholfen. Eine Sache, die mich seit einem Jahr belastet. Danke Carina!

  10. Hallo Carina,

    „Ich will nicht, ich mag nicht, ich hab keine Lust.“ Wunderbar auf den Punkt gebracht! Leider kann ich mich nicht ganz ausklinken, denn ich betreue auch die Social Media Seiten meiner Kunden.
    Und obwohl ich auch FB nicht leiden kann, hab‘ ich es für meine Website installiert. Ein Stück weit muss ich meinen Kunden schon entgegen gehen.

    Aber was ich dazu sagen muss: Was man nur aus taktischen Gründen tut, wird niemals so gut, wie das, was man liebt. Kein Wunder – ohne Herzblut kann man nicht das Beste aus sich rausholen. Ich zumindest nicht! 😉

    LG, Petra

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