Warum ich nicht mit 6-stelligen Umsätzen werbe...

(Ganz besonders nicht jetzt!)

Nur ein kurzer Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links zu Produkten (erkennst Du am * hinter dem Link) enthalten, die ich nutze und liebe. Ich wurde nie dafür bezahlt, sie einzubinden! (Und auch nicht mit Salz&Essig-Chips bestochen. Leider.)

Bevor Du jetzt nach dem Lesen des Artikel-Titels sofort in den Kommentarbereich rennst und dort anfängst, die Fahne zu schwingen, dass wir Frauen aufhören müssen, unsere Erfolge kleinzureden, und doch stolz auf das sein sollten, was wir erreichen – STOP.

Du. hast. völlig. recht.

Und wenn Du mir schon mal online direkt begegnet bist, dann weißt Du definitiv auch, dass ich schon lange mit genau dieser Fahne bereitstehe, während Du gerade noch an Deiner bastelst. Wir Frauen dürfen und sollen stolz auf unsere Erfolge sein. (Ja, auch und gerade in Zeiten wie diesen.)

Also lass mich kurz erklären, was genau ich mit dem Titel meinte – und dann gern darüber diskutieren…

Eine lange Zeit habe ich so gut wie kaum über meine wachsenden Einnahmen gesprochen. Meinen Einnahmen-Report über die ersten drei Jahre meiner Selbständigkeit habe ich Stück für Stück veröffentlicht und nie auf die folgenden Jahre erweitert.

Kannst Du Dir übrigens hier schnappen:

Der Blick hinter die Kulissen

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Auf Verkaufsseiten habe ich mein aktuelles Einkommen immer nur angedeutet und vage umschrieben. Ich habe es vermieden, klare Zahlen zu nennen, und auch bei Testimonials immer darauf geachtet, dass Einnahmen und Prozentsätze möglichst nicht genannt wurden.

Warum?

Weil die meisten Zahlen, die online zur Bewerbung von Produkten und Kursen zum Online-Marketing oder Aufbau eines Online-Business genannt werden, #fakenews sind.

Damit meine ich nicht, dass sie erfunden oder gelogen sind. Das sind sie definitiv nicht. Viele belegen ihre Zahlen sogar mit Screenshots ihrer Buchhaltungssoftware oder Zahlungsanbieter. Kudos dafür!

Aber diese Zahlen sind reine Kurvenkosmetik.

Sie lassen Menschen gut aussehen, aber die nackte Wahrheit sieht eiiigentlich ein bisschen anders aus.

Lass mich mal kurz bei Dir nachhaken… wie oft hast Du Dir Deinen Abrechnungszettel von Deinem Angestelltenjob angeschaut und gedacht: „Mensch, wie cool wäre es, wenn ich die Zahl ganz oben in Scheinchen in meinen Händen halten würde – und nicht die Zahl ganz unten? Ich könnte sooo viel damit machen.“ – und danach tief geseufzt?

Wenn es Dir ein wenig wie mir früher geht, dann war das gar nicht so selten.

Aber das Leben ist eben kein Einhornhof und nach dem, was uns der Staat alles an Steuern und Abgaben abzieht, kommen dann auf dem Konto auch noch die ganzen Ausgaben dazu und schwups, bleibt von der schicken Zahl ganz oben auf dem Wisch nur noch eine Handvoll übrig.

Bei den schicken Zahlen eines Online-Business oder dem Umsatz eines Kurses? Ist es ganz genauso. Kurvenkosmetik.

Zunächst ziehen wir von diesen Screenshots also mal die 19% Mehrwertsteuer ab. (Das ist schon mal das Wattepad mit dem Make-up-Remover.) Danach kommen auch gleich die Zahlungsgebühren des Zahlungsdienstes mit runter. (Künstliche Wimpern, bye-bye…)

Whoops.

Die Zahl ist schon kräftig geschrumpft. Locker mal um ein Viertel.

Würden wir uns nun weiter auf die Suche zur nackten Wahrheit begeben, würden wir alle Ausgaben davon abziehen, die wir investieren mussten, um diese schicken Zahlen zu erreichen.

In vielen Fällen sind das Werbe-Ads, Freelance-Kosten für die Assistenz, schlaue Menschen, die die Technik hinbiegen, oder das Grafik-Design, das unsere Seiten und Produkte so richtig glänzen lässt. (Verabschiede Dich an dieser Stelle von den Haarverlängerungen…)

Nun kommen wir der Wahrheit schon deutlich näher und schwuppdiwupp – der sechsstellige Betrag, der da so schick aussah? Ist plötzlich nur noch eine untere bis mittlere 5-stellige Summe.

Hey, versteh mich nicht falsch: Diese Summe ist richtig toll! Großartig! Und gehört gefeiert!

Das Problem dabei ist nur? Genau das tun wir nicht.

Stattdessen fallen wir alle auf das „höher, schneller, weiter“-Syndrom herein. Wenn Zahlen nicht abartig spektakulär klingen und vor allem im Vergleich mit anderen Menschen nicht bombastisch wirken, dann ist uns das nicht gut genug.

Und genau dadurch ist eine Entwicklung auf dem deutschsprachigen Markt vom amerikanischen Vorbild übergeschwappt, die dazu neigt, mit Zahlen um sich zu werfen, die zum einen für den Normalmenschen unter uns unrealistisch sind und in uns zum anderen Erwartungen entstehen lassen, die so einfach nicht erfüllbar sind. Enttäuschung, Desillusion und vor allem Selbstzweifel und harte Selbstkritik (schließlich können ja nur wir selbst dafür verantwortlich sein, es nicht geschafft zu haben, richtig?! Wir sind nicht gut genug dafür, richtig??) sind so vorprogrammiert.

Kannst Du also wirklich – ganz in echt jetzt – einen 6-stelligen Umsatz erreichen, wenn ich Dir von meinem vorschwärme und damit in Dir den Eindruck erwecke, Du könntest das auch?

Nein.

Und bevor Du jetzt nach Deiner Fahnenstange greifst, um mich damit zu verhauen, lass mich kurz erklären:

Das sage ich nicht, weil ich mich für schlauer halte als Du.

(Ja, ich weiß, ich komme manchmal oft als Klugscheißerin daher – und glaub mir, die bin ich auch viel öfter, als mir lieb ist – aber nein, ich glaube nicht wirklich, schlauer zu sein als Du.)

Mein 6-stelliger Umsatz im letzten Jahr basierte im Kern auf drei Aspekten…

1. Ich stecke nun seit 7 Jahren im Online-Marketing. Und lerne auch schon genauso lange jeden Tag dazu. Mein Umsatz ist also nichts, was Du in 8 Wochen oder auch 6 Monaten aufbauen kannst. So etwas dauert für 99% von uns Jahre.

2. Diesen Umsatz konnte ich zum größten Teil aus Kursen generieren, die vierstellige Preisschilder tragen. Nicht jede Unternehmerin kann oder möchte Kurse anbieten. Und schon gar nicht in dieser Preisregion. Die ist meistens limitiert von der…

3. Positionierung. Ich stecke mit dem Thema Online-Marketing in einem Thema, das mir diese Umsätze auch „erlaubt“. Wäre ich zum Beispiel in der Reisebranche geblieben, dann bin ich mir sicher, dass ich mit meinen moralischen Grundsätzen und auch Einstellungen dazu, wie und mit welchen Strategien ich mein Geld verdienen möchte, niemals auch nur annähernd in diesem Einkommenssektor angekommen wäre. Was nichts mit Ethik zu tun hat – sondern einfach Typsache ist. (SEO, Affiliate… das wären meine Quellen gewesen. Und darauf hatte ich einfach keine Lust ab einem gewissen Grad.)

Wenn Du also Dein Thema im Online-Marketing gewählt hast, gerade die nächsten drei bis fünf Jahre nicht viel zu tun hast und eine Lücke an Kursen entdeckst, die Du vierstellig bepreisen kannst? Ah, sorry, ja DANN wäre das möglich, mit dem sechsstelligen Umsatz.

Klar, kein Thema. Sorry, dass ich Dir da reingeredet habe.

Aber die restlichen 99% von uns, äh, von euch – pardonnez-moi… die haben doch weder Lust auf diese Nische noch die Motivation zum Kursaufbau, oder?

Und das ist doch völlig ok! Mehr als das.

Der Welt fehlt gerade aktuell so vieles.

Es fehlen tolle Seiten zu so vielen grandiosen Themen. Und Deines ist mit Sicherheit darunter. Du wirst damit so vielen Menschen helfen können, so viel Dankbarkeit dadurch zurückgeschenkt bekommen und, ja, auch viel Geld damit verdienen können, dürfen und das auch absolut gerechtfertigt einfordern.

Aber bitte, lass Dir keine unrealistischen, schick klingenden Zahlen in den Kopf als Ziele setzen. Weder in Form eines hypothetischen Lohnzettels, noch was Deine Reichweite angeht – für die übrigens im Kern die gleichen Argumente gelten.

Was ich damit heute eigentlich nur sagen möchte, ist Folgendes…

Lass uns auch auf andere Erfolge stolz sein, die nichts mit Geld oder Reichweite zu tun haben, sondern vielleicht mit Wohlbefinden, Sicherheit und Zufriedenheit.

Lass uns auf unsere Zahlen stolz sein – ganz egal welche.

Und lass uns vor allem nicht weiter auf all die Kurvenkosmetik reinfallen, die uns einredet, Erfolg sei nur dann Erfolg, wenn er 6-stellig oder fantastilliardisch ist.

Erfolg kann so viele verschiedene Gesichter haben.

Und definitiv auch Deines!

 

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Hallo Carina,

    ich stimme dir bei deinem Artikel an einigen Stellen zu. Zum Beispiel, dass die Zahlen oft frisiert sind und damit die Leser geblendet werden. Auch können sie demotivieren, statt zu motivieren.

    Dennoch finde ich, dass wir Deutschen, vor allem wir Frauen, zu wenig über Geld reden. Was wäre denn so schlecht die echten Zahlen zu promoten? Das was du so kritisierst, könntest du doch einfach anders machen und damit zeigen, dass man kein "echtes" 6-stelliges Jahreseinkommen braucht um erfolgreich zu sein. Du könntest die Kosten genau aufschlüsseln und zeigen, dass der Umsatz an sich überhaupt nichts zu sagen hat.
    Viele Leserinnen würden so auch sensibilisiert werden und weniger auf die Blender hereinzufallen. Dadurch würde man genau nachfragen ob die Zahlen bereits ohne Mehrwertsteuer sind und wie hoch denn die Kosten sind.

    Sobald mehr Leser das hinterfragen, desto wahrscheinlicher werden die Umsätze den reellen Zahlen angepasst, bzw. die Blender werden es einfach lassen damit anzugeben. Versteht du was ich meine?

    Im amerikanischen Raum wird auch nicht immer nur die reine Umsatzzahl genannt. In vielen Einnahmenreports und Case Studies werden auch die Kosten aufgeschlüsselt. Ich persönlich konnte darüber viel lernen.

    Die Lösung ist meiner Meinung nach nicht, gar nicht über Geld zu reden.

    Liebe Grüße
    Elisa

    • Hi Elisa,
      das ist tatsächlich auch genau die Erkenntnis, zu der ich auch gekommen bin 🙂
      In einem Business-Training meiner Einkommens-Planung für dieses Jahr, hatte ich im Januar auch zum ersten Mal die reinen Netto-Zahlen eingetragen.
      In Artikeln und E-Mails kommuniziere ich, wenn es passt, auch die "echten" Zahlen, zum Beispiel, wenn ich mit einem Launch im Sommer 10.000 € bar auf die Hand bekommen habe, sage ich auch genau das dazu – dass der Umsatz 30.000 € war, aber die Teilung mit Partnern, die Zahlung von Freelancern, die Steuern, die Zahlungsplattform… daraus den entsprechenden Nettobetrag gemacht haben. Ich rechne für mich schon lange nur noch in Netto-Beträgen und versuche das auch so weiterzugeben.

      Es ging also hier nie darum gar nicht mehr darüber zu reden, sondern nicht mit den falschen Zahlen oder Begriffen zu werben 🙂
      Und gerade "sechs-stellig" ist ein beliebtes Trigger-Wort im Online-Marketing.

      Für echte Einnahmenreports hätte ich persönlich einfach nicht die Geduld, wenn ich ganz ehrlich bin. Das hat wenig damit zu tun, nicht darüber reden zu wollen… ich hasse einfach Buchhaltung in jeder Form 😀 (Allein das erste Update des Einnahmenreports hat mich zwei Jahre an Überwindung gekostet… und wurde deshalb danach auch nie wieder aktualisiert. Ähem. 😀 )

      Aber ich stimme Dir besonders was das Hinterfragen und die Desensiblisierung angeht absolut zu! Beides kommt auf dem deutschsprachigen Markt definitiv zu kurz.
      Liebe Grüße
      Carina

  2. Das mit den Zahlen kann ich verstehen 😀 Obwohl ich selbst drauf stehe 😉

    Aber dann habe ich dich einfach falsch verstanden.

    Ich rechne für mich auch nur in Netto-Beträge und kommuniziere das auch so, wenn man mich fragt.

    Interessant ist auch, wenn man mal die Leute fragt, welches Gehalt sie sich auszahlen, statt nach Umsätzen zu fragen. Da werde ich oft seltsam angeschaut oder wenn ich mein "Gehalt" sage, gefragt ob ich eine GmbH habe. Dabei finde ich es auch bei Einzelunternehmern so wichtig. Denn oft werden nahezu die kompletten Gewinne reinvestiert und am Ende bekommt man lediglich ein mini-Gehalt. Reinvestition ist wichtig, aber dennoch sollte man sich stets als erstes selbst bezahlen.

    Ich hoffe mal, dass sich in Zukunft die Geld-Mentalität ändert und wir mehr und offen über das Thema reden.

    Vielen Dank für deine Denkanstöße und diesen Beitrag 🙂

    Liebe Grüße
    Elisa

    • Uhh, jaaa, wichtiger Punkt!
      Ich muss gestehen… auch da bin ich nicht so konsequent. Aber ich habe trotzdem schon immer ganz genau im Blick, wie viel Geld ich monatlich privat brauche, wie viel ich in meine Zukunft investiere (also anlege) und wie viel ich mittlerweile in Philantropie stecke. "Der Rest" geht dann tatsächlich in Reinvestitionen für mein Business (was genaugenommen eben auch eine Investition in meine Zukunft ist). Also vielleicht ein wenig rückwärts gedacht aber ich glaube, trotzdem irgendwie so ähnlich, wie beim Gehalt auszahlen?! 😀
      Keine Ahnung, ob das maximal effektiv ist, aber es funktioniert soweit für mich ganz gut 🙂 Allerdings auch erst jetzt. Und die einzelnen Bereiche konnten sich auch erst nach und nach etablieren. Vor ein paar Jahren war es schlicht: Wie viel Geld brauche ich zum Leben – der Rest geht ins Business 😀
      Ich überleg mal, ob ich dazu nicht auch mal einen eigenen Beitrag (ohne Buchhaltung 😀 ) widme – nehme den Denkanstoß also auch mal mit 🙂
      Liebe Grüße zurück
      Carina

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