Warum das Schicksal absolut nichts mit dem richtigen Moment zu tun hat

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Gestern Nacht konnte ich nicht schlafen und endete nach langer Zeit mal wieder beim Lesen eines Buches. Kein echtes Buch natürlich. Ich bitte Dich, schließlich bin ich eine digitale Nomadin. Wer hat denn Platz für sowas?! Eins meiner gefühlt 501 gespeicherten E-Books in meinem E-Reader.

Ich landete nach kurzem Scrollen durch diese Liste bei der Autobiografie von Goldie Hawn. Schön leicht, dachte ich, lasse ich mich von ihr in den Schlaf lesen. Pustekuchen. Nach einer halben Stunde saß ich senkrecht im Bett, und die Zahnrädchen in meinem Kopf drehten sich wie die Karussells auf der Kirmes.

Goldie hatte drei Kapitel lang damit verbracht, mir von ihren ersten Jahren auf Jobsuche zu erzählen. Wie sie von einem miesen Tanzjob in den nächsten gerutscht ist, im verzweifelten Versuch, genug Geld für Essen zu verdienen, das aus mehr bestand als einem Taco und Bier.

Wie sie sich von Männern anmachen, antatschen und ausnutzen lassen musste, weil ihr Jobcenter sie immer wieder zu diesen grottenschlechten Jobs überredete, bei denen außer betrunkenen Kerlen niemand auftauchte.

Bis der Wendepunkt kam: Goldie wurde entdeckt. Es war Schicksal!

Nur, dass das Schicksal damit gar nichts zu tun hatte. Goldie entschied zu einem gewissen Punkt, dass es ihr reichte. Sie gab sich selbst eine Frist von neun Monaten, bevor sie zurück nach Hause aufs Land ziehen würde, und fing an, aufs Ganze zu gehen. Statt kleinen, schlecht bezahlten Jobs hinterherzujagen, ging sie auf mehr und mehr Vorsprechproben.

Egal wie oft ihr dort gesagt wurde, sie wäre nicht passend und man könnte sie nicht einordnen – sie blieb hartnäckig. Und es zahlte sich aus: Eine kleine Rolle als Tänzerin führte zu einem Bewerbungsgespräch mit einer Agentur. Die Agentur verschaffte ihr ein Vorsprechen für eine kleine Serienrolle, und siehe da:

Goldie wurde zur Goldie Hawn, wie wir sie kennen.

Eine Schauspielerin, die schon Ende der 70er als Frau in der Filmindustrie alle Regeln gebrochen hat: Sie gründete ihre eigene Produktionsfirma und produzierte mit „Schütze Benjamin“ einen Kassenschlager, den sie gemeinsam mit einer weiteren Frau und einem Mann produzierte und der neben ihr keine weiteren Hauptrollen besaß. Etwas, was zu dieser Zeit in Hollywood einfach nicht vorkam.

Sie sahnte den Oscar und den Golden Globe dafür ab und wurde Tausenden, wenn nicht sogar Millionen Frauen ein Vorbild, das so dringend gebraucht wurde.

War all das Schicksal? Glückliche Fügung? Zufall?

Oder waren es ihre Entscheidungen, ihre harte Arbeit, ihre Ausdauer und ihre Hartnäckigkeit, kein Nein zu akzeptieren? Ihre Weigerung, einfach aufzugeben und ihren Traum hinzuschmeißen? Die 15 Jahre dazwischen, in denen sie einfach nicht aufgab?

Wir treffen jeden einzelnen Tag kleine Entscheidungen und achten dabei kaum darauf, wie sehr sie unser Leben lenken. Dann kommen wir immer mal wieder an den Punkt, an dem wir eine größere treffen sollen und machen uns dabei fast vor Angst in die Hose. Weil wir glauben, sie würde unser ganzes Leben auf einen Schlag und in einem einzigen Moment vollkommen verändern.

Wir wälzen diese Entscheidung hin und her, wir drücken uns davor, so lange es geht, wir wägen ab, wir erstellen Pro-und-Kontra-Listen, wir befragen Freunde und wälzen weiter.

Dabei sind diese Entscheidungen in den meisten Fällen gar keine großen Entscheidungen, sondern das Ergebnis von Hunderten von kleinen Entscheidungen, die wir jeden einzelnen Tag in den letzten Monaten und vielleicht Jahren getroffen haben. Manche davon, ohne auch nur ein zweites Mal darüber nachzudenken.

Eine Frage zu googeln, die uns schon so lange die Stirn runzeln lässt. Anderen Frauen auf Facebook und Instagram zu folgen, die ihr Leben völlig umgekrempelt haben. Sich in E-Mail-Listen dieser Frauen einzutragen, die uns erklären sollen, wie unser Alltag aussehen könnte. Ein Buch zu lesen, das von der einen erzählt, die es gewagt hat, gegen die Norm zu leben.

Eine simple Idee auf ein Blatt Papier zu kritzeln, die uns dasselbe ermöglichen könnte …

All diese kleinen, unscheinbaren Aktionen haben uns langsam an diesen Punkt, in dieses Mindset und zu dieser monströs wirkenden Entscheidung geführt. Sie wirkt so groß, gruselig und unangemeldet, aber sie wäre gar nicht da, wenn wir nicht die ganze letzte Zeit darauf hingearbeitet und heimlich nach ihr Ausschau gehalten hätten, ohne dass es uns bewusst war.

Dieser Umschwung in Deiner Einstellung, der sich in letzter Zeit immer deutlicher gezeigt hat, war ein kleiner Hinweis darauf, dass eine Entscheidung ansteht. Der Verlust der Fähigkeit, sich mit gewissen Dingen abzufinden oder sie länger hinzunehmen, hat Dich genau darauf vorbereitet.

Und diese große Entscheidung, vor der Du landest? Ist der Endgegner dieses Spiels. Du hast Dich in all den Levels davor langsam auf ihn zubewegt. Du wusstest unbewusst schon, dass er kommen würde. Der Moment in Deinem Leben, den Du später als den „richtigen“ Moment betiteln wirst, der alles verändert hat. Aber wenn Du ehrlich mit Dir bist, hast Du die Entscheidung dazu vor einer ganzen Weile schon getroffen:

Wirst Du Dich ihm stellen?

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Was für ein schöner und mutmachender Artikel. Volle Zustimmung!
    Ich habe die Zeit vor der Veränderung ähnlich erlebt und sage rückblickend:
    Am Anfang ist immer ein Gedanke. Wie ein Sandkorn in einer Auster, aus dem später eine Perle wird. Dieser Gedanke immer wieder und wieder gedacht -zusammen mit Recherche und Plänen für die Zukunft- lässt eine größere Entscheidung viel weniger beängstigend werden. Um unsere Ziele auch zu erreichen ist dann viel Arbeit nötig. Wenn wir aber Unzufriedenheit mit eine Situation als Energie für eine Veränderung nutzen, merken wir dass viel mehr möglich ist, als wir einmal dachten.

    Danke,
    viele Grüße
    Christina

    • Danke für Deinen tollen Kommentar, Christina.
      Kann ich genau so unterschreiben 🙂
      Liebe Grüße,
      Carina

  2. Wunderbar und so treffend! Danke dir! Das war gerade ein richtiger Aha-Moment für mich! Auch in dem Sinne: ich kann mit lauter kleinen Entscheidungen und Schritten dafür sorgen, dass dieser große Moment irgendwann kommt, ohne ihn so genau zu kennen. Das finde ich nämlich den Knackpunkt: einerseits weiß man genau wo man hin will, aber "nur" vom Gefühl, die Überraschung ist dann, wie sich das manifestiert und das ist oft viel besser als man es sich hätte ausmalen können. So war es bei mir tatsächlich schon öfter, du bestärkst mich auch in Zukunft darauf zu vertrauen.
    Thx Carina! 🙂

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