Knackiges Einkommen? Logo.

Aber was kostet es, seine eigene Community aufzubauen?

Ich fühle mich bei vielen Themen wie im Kampf mit Windmühlen.

Immer gegen den Strom schwimmend.

Die 4-Stunden-Woche? Ein Mythos.

Die Cocktails am Strand, chillig neben dem Laptop-Business? Druckfrisch aus Photoshop.

Das schnelle Geld im Internet verdienen? Die größte Lüge überhaupt.

Viele dieser Hypes sind der Grund, weshalb ich es mir von Anfang an auf die Fahne geschrieben habe, hier in regelmäßigen Abständen die Realität auszuleuchten.

 

Ungeschminkt, mit allen Falten und Muttermalen.

Was nicht auch bedeuten kann, dass es Lachfältchen und Sommersprossen sind.

Als ich in den letzten Monaten also auf die Recherche-Tour nach Artikeln und Büchern rund um Membership-Seiten ging, stieß mir wieder einmal auf, wie stark das Thema vor allem im amerikanischen Markt bejubelt wird.

Regelmäßiges, größtenteils passives Einkommen, ein System, das von alleine läuft und im Idealfall nicht viel mehr benötigt als eine Facebook-Gruppe und/oder einen Newsletter.

 

Wenn das nicht einfach verdientes Geld ist, was dann?!

Mein Anspruch war höher als das. Weswegen ich Dir heute mal einen Einblick hinter die Kulissen der Entstehung und des Aufbaus des Femininjas-Coworking geben werde…

 

Kosten, die beim Aufbau einer Community entstehen (können)…

Die Arbeitszeit

Entwicklung und Konzept-Gestaltung (Recherche und Fortbildung inkl.) = ca. 10-15 Stunden / 500-750€ (brutto gerechnet und je nachdem, wie gut Du Dich selbst bezahlst)

Aufbau und Umsetzung, Marketing, Organisation = ca. 50-100 Stunden / 2.500-5.000€ (Ich habe nicht Buch geführt und vermute, es sind deutlich mehr…)

 

Die Technik & Optik

Domain, Community-Theme, individuelle technische Anpassung, (Corporate) Design, Zahlungssystem, Plug-ins, automatisierte E-Mail-Listen zur Promo etc. = ca. 3.000€ (am konkreten Beispiel der Femininjas)

 

Die Spar-Version?

Facebook-Gruppe statt des ganzen Schnickschnacks, Canva statt schniekem Design und zur Promo MailChimp mit manueller E-Mail, dass sie sich jetzt anmelden können, und PayPal-Einmal-Zahlungsaufforderungen manuell versenden. = fast kostenlos bzw. lediglich Deine reine Arbeitszeit plus PayPal-Gebühr

(Allerdings wird es Dir schwerfallen, Menschen dabei noch vom Mehrwert oder Deinem Preis zu überzeugen, vor allem nach der Anmeldung.)

 

Kosten, die beim Erhalt einer Community entstehen (können)…

Die Arbeitszeit

Anwesenheit, Feedback, Instandhaltung, evtl. Webinare (Vor-, Nachbereitung plus Durchführung), Organisation, E-Mail-Support bei Problemen = 40-50 Std./Monat/2.000-2.500€

 

Abgaben der Einnahmen

Sämtliche Einnahmen sind brutto, was bedeutet: MwSt., Einkommensteuer, Zahlungsdienst und Transaktionsgebühren gehen von Deinen Einkünften ab. = 43% der Einnahmen
(Ja, das ist die harte Realität. Und am Beispiel der Femininjas bedeutet das bei einem Mitgliedspreis von 47€ eine Einnahme von 26,70€.)

 

Monatlicher Support/Technik

Hoster, Membership-Plug-in (monatliche Abo-Gebühr), Unterstützung durch eine virtuelle Assistentin auf Stundenbasis, technischer Support, evtl. Webinar-Software = 680-730€/Monat

 

Die Spar-Version?

Kein Zahlungsdienst, allerdings Transaktionsgebühren via PayPal reduzieren die Abgaben, kein Hosten, keine Plug-ins, keine VA (packst Du auch alleine, oder?), und technischen Support gibt’s bei Facebook ja auch (nicht). = alles fast für umme

Dieser Artikel hat wie so einige, die die Seifenblasen da draußen zerstören, einen leicht zynischen Unterton. Weil er ganz klar aufzeigt, dass die meisten Menschen, sofern sie nicht skrupellos die Spar-Versionen auskosten, mit Membership-Seiten nicht reich werden.

Ich kenne Beispiele, die all diese Kosten in ihre Community schütten und nicht einmal Geld für die Mitgliedschaft verlangen.

Wieder andere, zu denen ich mich auch zähle, ziehen so viel Positives aus ihrer Community, dass es im Grunde fast zur Nebensache wird, dass, wenn ganz nüchtern betrachtet, diese Rechnung eigentlich null auf null aufgeht.

Zum einen wollte ich Dir damit also mal einen Einblick liefern, was eine Membership-Seite eventuell von Dir fordern wird (und dass sie sich nicht unbedingt als einer der ersten Monetarisierungs-Wege eignet); aber auch zu einem kleinen Teil all das deshalb offen darstellen, weil doch ab und an die zögerliche und berechtigte Frage dazu aufkommt, wie der Preis einer Community sich eigentlich rechtfertigt.

 

Was ich Dir an Ratschlägen mitgeben möchte, wenn Du planst, Deine eigene Community aufzubauen…

  • Geh nicht den absoluten Budget-Weg. Ich war testweise die letzten Monate in einigen Communitys unterwegs und bei diesen Fällen sehr enttäuscht. Wie sehr ich auch vom Menschen dahinter begeistert war – wenn ich das Gefühl habe, jemand nutzt mich einfach nur als Goldesel, geht sämtlicher Respekt ganz schnell verloren.

 

  • Sorg dafür, dass Du zuvor schon eine starke Community aufgebaut hast, bevor Du Deine Membership-Seite startest. Ich habe Modelle miterlebt, die gänzlich neu gelauncht wurden und komplett untergegangen sind. Wo kein Tribe, wo keine echten Fans, wo keine begeisterten Follower… da sitzt Du alleine im Stuhlkreis.

 

  • Hab keine Angst davor, dass jemand in Deiner Community schlauer oder besser sein könnte als Du. Denn das wird definitiv passieren und ist einer der größten Vorteile, die Du für Dich nutzen kannst. Je stärker die Gemeinschaft, desto erfolgreicher und positiver wird sie. Fördere Input und Stärken Deiner Mitglieder, denn davon profitieren im Endeffekt alle. Einschließlich Dir.

 

  • Sei konsistent. Die Qualität einer Community wird nicht durch die erste Zeit nach dem Launch bestimmt, sondern wie gut Du darauf aufpasst, dass die Stimmung langfristig positiv bleibt und niemals kippt. Ich befinde mich selbst erst ganz am Anfang, sehe das aber an wirklich tollen Communitys wie zum Beispiel dem Citizen Circle. Wie bei allem im Online-Business ist auch eine erfolgreiche Community ein Marathon, kein Sprint.

 

  • Setze eine Grenze bei der Mitgliederzahl. Natürlich sind die Einnahmen verlockend, aber wenn Deine Community überläuft, keiner mehr keinen kennt und Du vor allem niemandem mehr gerecht werden kannst, dann passiert genau das eben Genannte: Die Stimmung kippt. Und ein sinkendes Schiff wieder auf Seelevel zu bringen, ist dreimal so schwer, wie den Untergang gleich von Beginn an zu vermeiden.

 

Was sind Deine Erfahrungen oder Erwartungen zu Communitys?

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4 Kommentare / Schreibe einen Kommentar
  1. Sabine

    Schön, dass auch mal die andere Seite beleuchtet wird 🙂

  2. Klari

    Man sollte die 4-Stunden-Woche eventuell auch verstanden haben, bevor man sie verlacht. Es funktioniert eben nur bei UNTERNEHMERN. Wenn man aber seine Persönlichkeit mit ins Boot holt wird man SELBSTÄNDIGER. Und da man sich Selbst nicht outsourcen kann, ist die 4-Stunden-Woche dahin.

    Milliardenschwere Unternehmer haben für jede ihrer Unternehmung auch nur wenige Stunden die Woche Zeit. Weil man bei 50 Firmen nicht 80 Stunden die Woche für jede Einzelne arbeiten kann (das wären nämlich 4000 Stunden die Woche). Das paradoxe ist, dass diejenigen, die 4 Stunden die Woche arbeiten könnten, es garnicht wollen.

  3. Liebe Carina, ich habe wirklich großen Respekt vor deiner Arbeit und das Konzept Femininjas find ich absolut bombastisch. Schade das die Plätze so arg schnell weg waren :/ Cocktails am Strand und Laptop in der Hängematte hätte ich auch gern. Aktuell sitze ich permanent mit Tablet und Smartphone in der einen Hand und Baby aufm Arm am arbeiten und das bisschen Babyfreizeit, also zwei Stunden am Tag, verwende ich nicht zum Essen oder duschen, sondern zum schreiben am PC. Seit drei Monaten. Wer sagt das wäre alles pillepalle, hat definitiv zu viel getrunken 🙂
    Liebe Grüße, Nadine

  4. Hallo Carina, vielen Dank für diesen informativen und ungeschönten Einblick. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen als Community Managerin und Bloggerin. Du musst lange lange in Vorleistung gehen und kontinuierlich Arbeit, Ideen und Feedback in deine (kostenpflichtige) Gruppe fließen lassen. Es springt auf jeden Fall vom erstanden Tag an etwas für dich heraus. Direktes Feedback, tolle Kontakte, Anerkennung als Gastgeberin usw. Aber bis sich das Modell tatsächlich rechnet, dauert es lange.

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